Gleich mehrere Bürgerämter quer durch Berlin sind derzeit zur Vorbereitung der Wiederholungswahl geschlossen oder verfügen über weniger Personal. Für Bürger, die in der Hauptstadt schon fast traditionell lang auf Termine warten müssen, hat sich die Situation damit noch einmal verschlechtert. So hat etwa der Bezirk Pankow zwei seiner vier Anlaufstellen geschlossen. Auch wer online schaut, findet auf den ersten Blick oft keine freien Termine. Mit ein paar Tipps und Tricks sind Termine aber noch zu bekommen. Die Berliner Morgenpost verrät, wie.
Ausweichen auf andere Bürgerämter in Berlin
„Bürgerämter haben eine so genannte Allzuständigkeit“, erklärt Rona Tietje (SPD), in Pankow als Stadträtin für die Bürgerdienste verantwortlich. Hat das nächste Bürgeramt geschlossen, so können Termine auch in allen anderen in Berlin wahrgenommen werden. Online verfügbare Termine werden laut Tietje ohnehin nur für die noch geöffneten Anlaufstellen angezeigt. Mitarbeitende der Behördenrufnummer (030) 115 wüssten ebenso Bescheid.
Für bestimmte Dienstleistungen gibt es Vorzugstermine
Für sogenannte Kern-Dienstleistungen gibt es in Berlin Vorzugstermine. Wer eine Wohnung anmelden, einen Personalausweis oder Reisepass beantragen will, kann darauf zurückgreifen. „An die Buchung von Vorzugsterminen sind keine zusätzlichen Bedingungen geknüpft“, heißt es dazu auf der Seite des Service-Portals des Landes.
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In dringenden Fällen Notfalltermine nutzen und persönlich vorsprechen
Bei Verlust oder Diebstahl von Ausweisdokumenten, für die Ausstellung von Anwohnerparkausweisen und Reisedokumenten bei bereits gebuchter Reise, gibt es Notfalltermine. „Die Bürgerämter sind verpflichtet, eine Lösung zu finden“, erklärt Tietje. Sie empfiehlt für diesen Fall, persönlich vorzusprechen. Sollten die noch geöffneten Einrichtungen zu weit weg sein, ginge das im Ausnahmefall auch in den eigentlich geschlossenen Ämtern. „Wir werden keine alte Dame mit Rollator wegschicken“, verspricht die Stadträtin aus Pankow.
Wer einen Termin ergattert hat, sollte jedoch Verständnis haben, wenn etwa bei einer Anmeldung nicht auch noch spontan der Wunsch nach Beantragung eines Reisepasses erfüllt wird. Fragen dürfe man danach aber. Normalerweise können bis zu drei Dienstleistungen bei einem Termin in Anspruch genommen werden.
Mehrfach online nach Terminen schauen
Je nach Personalverfügbarkeit und Anzahl der abgesagten Termine schalten die Bürgerämter am Morgen kurzfristig Termine frei. „Zwischen 40 und 80“ sind das am Tag, sagt Bezirksstadtrat Tim Richter (CDU) für Steglitz-Zehlendorf. Es lohnt sich also, immer mal wieder am frühen Vormittag nach Terminen zu schauen.
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Terminvereinbarung genügt oft zur Fristwahrung
Bei vielen Leistungen genügt die Terminbuchung zur Fristwahrung. Wer zum Beispiel nach Berlin zieht oder die Wohnung innerhalb der Stadt wechselt, muss sich binnen 14 Tagen an- oder ummelden. Es genügt jedoch, in dieser Zeit einen Termin zu buchen. Droht ein Personalausweis abzulaufen, genügt auch der Reisepass, um sich ausweisen zu können. Sollte doch eine Frist ablaufen, verspricht Rona Tietje aus Pankow, Kulanz walten zu lassen.
Aber Achtung: Das gilt nicht für gerichtliche Leistungen. Droht eine entsprechende Frist abzulaufen, sollen sich Bürger laut Service-Portal ohne Termin an das zuständige Gericht wenden.



