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Nach dem Crash: Schadensabwicklung am Brandenburger Tor

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Birgit Lotze
Nach dem schweren Unfall mit Todesfolge bleibt das Brandenburger Tor für sechs Wochen gesperrt. Kerzen erinnern an den Autofahrer.

Nach dem schweren Unfall mit Todesfolge bleibt das Brandenburger Tor für sechs Wochen gesperrt. Kerzen erinnern an den Autofahrer.

Foto: Birgit Lotze

Nach dem schweren Unfall am Brandenburger Tor haben die Aufräumarbeiten bereits begonnen. Teile des Denkmals sind gesperrt – doch man kommt durch.

Berlin.  Die Spuren des Unfalls sind weggeräumt, die Unfallstelle ist abgeriegelt. Zwei der fünf Durchgänge des Brandenburger Tors werden voraussichtlich noch einige Wochen gesperrt sein. Ein paar Kerzen erinnern an das, was in der Nacht zum Montag, kurz vor Mitternacht, geschehen ist: Eine Limousine war ungebremst gegen eine der massiven Steinsäulen des Tores gekracht. Der 26 Jahre alte Fahrer war noch an der Unfallstelle gestorben.

Laut der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM), die im Auftrag der Senatsverwaltung für Kultur und Europa für die Aufnahme der Schäden und für die Reparatur zuständig ist, wird die Sanierung bis Ende Februar dauern. Am Montag und Dienstag haben Fassadenschutzreiniger und eine Steinrestauratorin bereits an der Ölminimierung gearbeitet. Auch inspizierten ein Metallrestaurator und eine Gerüstbaufirma, alles Fachfirmen im Bereich Denkmalschutz, den Unfallort.

Die Säule ist großflächig mit Öl verschmutzt

Die Säule ist großflächig mit Öl verunreinigt. Da das Öl heiß war, als es auf die Steinoberfläche gelangte, sei es wahrscheinlich tief in das Porengefüge des Sandsteins eingedrungen, sagte eine BIM-Sprecherin. Drei weitere Säulen seien ebenfalls von Spritzern getroffen worden. An der Aufprallstelle seien Rußspuren vorhanden, da der Wagen kurz gebrannt hatte. Hitzeschäden seien aber nicht erkennbar. Die Säulenbasis sei durch Ausbrüche und Abschürfungen auf einer kleineren Fläche geschädigt.

Am Mittwoch soll eine Arbeitsbühne für die obere Bearbeitung der Durchfahrt angeliefert werden. Mit der Restaurierung der mechanischen Schäden will die BIM schon am Donnerstag beginnen, vorausgesetzt, die Unfallstelle ist dann bereits ölfrei. Das hänge von der Kälte ab, geringere Temperaturen verlangsamten die Reaktionsgeschwindigkeit der chemischen Kompressen, so die BIM-Sprecherin.

Unfallursache wird weiterhin untersucht

Man kann weiterhin durch das Brandenburger Tor laufen, es gibt auch nicht umzäunte Flächen. Warum der Wagen mit vermutlich mehr als Tempo Hundert ungebremst gegen die Säule gefahren ist, ist weiterhin Gegenstand von Untersuchungen. Hinweise auf Fremdeinwirkung, auf ein Autorennen oder einen Anschlag, auf Vorerkrankungen oder auf Suizid soll es bislang nicht geben.

Es häufen sich Fragen, ob das Brandenburger Tor besser gesichert werden soll, beispielsweise durch Poller. Die Senatsverwaltung für Inneres will das Thema ansprechen. Man fragt sich dort, was hätte passieren können, wäre der Fahrer früher unterwegs gewesen und nicht erst kurz vor Mitternacht.

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