Reinickendorf

Ein Schwerverletzter durch Schüsse vor Bar

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Dirk Krampitz
In Reinickendorf wurde vor einer Bar geschossen. Ermittler sichern Spuren.

In Reinickendorf wurde vor einer Bar geschossen. Ermittler sichern Spuren.

Foto: Morris Pudwell

Nach einem Streit fallen vor einer Bar in Reinickendorf Schüsse - ein Mann wird schwer verletzt.

Der Schuss ging unten links durch die Türscheibe, man sieht die Sprünge, aber die Scheibe hat erstaunlich gut gehalten. Das Glas ist unten in der Ecke sauber mit mehreren Lagen silbernem Klebeband notdürftig geflickt. Auf dem Bürgersteig vor der Shisha-Bar sind weiße und und orangefarbene Kreise gezogen. Das sind die Markierungen der Spurensicherung der Polizei. Sonst deutet nichts mehr darauf hin, was wenige Stunden zuvor vor der „No Limit Shisha Nargile-Lounge“ in der Scharnweberstraße, nahe dem Kurt-Schumacher-Platz, passiert ist: Am Dienstagnachmittag gegen 17.40 Uhr, ist dort ein Mann angeschossen und schwer verletzt worden.

Laut Polizei sind am Dienstag Gegen 17.40 Uhr zwei Männer vor der Bar aus einem Taxi gestiegen und auf einen 50-Jährigen zugegangen, der dort stand. Dieser soll ihnen einen bislang unbekannten Gegenstand übergeben haben. Es kam laut ersten Ermittlungen und Zeugenaussagen auf dem Gehweg zu einem Streit zwischen den drei Männern. Im Laufe der Auseinandersetzung soll einer von ihnen eine Schusswaffe gezogen und mehrere Schüsse abgegeben haben. Einer von diesen traf den 50-Jährigen ins Bein. Ein weiterer beschädigte die Türscheibe der Bar. Mit Ausnahme des 50-Jährigen wurde niemand verletzt. Das schwer verletzte Opfer wurde ins Krankenhaus gebracht, Lebensgefahr besteht nicht. Die beiden Männer flüchteten in Richtung U-Bahnhof Scharnweberstraße.

Täter und Hintergründe sind unklar

In der Folge war die Scharnweberstraße am Abend stadteinwärts gesperrt, die Polizei sicherte Spuren vor der Bar. „Die Hintergründe der Tat sind noch unklar, neue Erkenntnisse gibt es noch nicht“, sagte eine Polizeisprecherin auf Morgenpost-Anfrage.

Am Mittwoch um 11 Uhr läuft der Beitrieb in der Bar ganz normal: Ein Gast hat sich eine Shisha mit Traube-Minze-Geschmack anstecken lassen und zockt am Spielautomaten. „Hier ist alles wie immer“, sagt der Mann hinter dem Tresen. „Ich war gestern nicht im Dienst, ich habe das auch nur gehört. Aber es war ja vor der Bar, nicht darin.“ Er habe auch nicht gehört, dass Täter oder Opfer bekannte Gäste der Bar seien, er zuckt entschuldigend mit den Schultern. Auch von den anwesenden Gästen sei niemand während der Tat vor Ort gewesen.

Draußen geht der Einkaufsverkehr weiter, Passanten gehen vorbei, niemand nimmt Notiz von den Markierungen auf dem Boden.