Der Monbijoupark in Berlin-Mitte – dessen Name „mein Schmuckstück“ bedeutet – ist eine grüne Oase gegenüber dem Bode-Museum nahe der Museumsinsel, die sich über vier Hektar erstreckt. Doch eine Anwohnerin wendete sich jetzt an die Öffentlichkeit. Sie beobachtet einen Niedergang der idyllischen Grünanlage.

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„Vergeblich kämpfen wir seit Jahren gegen die Verwüstung unseres Kulturerbes“, sagt Anna Kraft. Die Philologin beobachtet mit Sorge, dass der idyllische Park sich negativ verändert. Sie und andere Anwohner leiden nach ihren Angaben unter „starker Rauchbelastung durch stundenlanges Grillen, erhebliche Müllmengen, Lärm und einer zunehmenden Überbeanspruchung der Grünflächen.“ Die Folgen seien „nicht nur sichtbar, sondern auch riechbar.“ Zudem belaste eine starke Rattenplage die Haushalte. 

Monbijoupark
Der idyllische Monbijoupark nahe der Museumsinsel im Juni 2026. Für einige Anwohner ist der beliebte Park „übernutzt“. © BM | Iris May

Ratten sind seit Jahren eine bekannte Plage im Bezirk Mitte. 2025 gab es im Herzen Berlins laut dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) 1.703 Bekämpfungsmaßnahmen von Ratten. Auch im Monbijoupark werden, besonders am Abend, immer wieder Ratten beobachtet. Überquellende Papierkörbe, heruntergefallenes Essen und Grillreste locken die Tiere bei Anbruch der Dunkelheit aus ihren Verstecken. Das Grillen im Monbijoupark ist nicht komplett verboten, aber streng reguliert. Es ist nur auf einer kleinen, speziell ausgewiesenen Fläche in der Nähe der Oranienburger Straße gestattet.

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Das Bezirksamt sagte auf Nachfrage der Morgenpost: Klagen im juristischen Sinne lägen dem Bezirk keine vor. „Das Verhältnis der Personen, die sich für oder gegen das Grillen aussprechen, wirkt ausgeglichen.“ In der letzten Sitzung des Kommunalparlaments (BVV) habe es Anfragen sowohl für mehr, als auch für weniger Grillaktivitäten im Park gegeben. Für die Reinigung sei alleine die BSR zuständig.

Von Monbijou-Schloss bis Calisthenics-Sportanlage

Einst wandelte im Monbijoupark die preußische Königin Luise Henriette von Oranien durch ihre kunstvollen Gartenanlagen. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Rokoko-Schloss jedoch zerstört. Nach dem Abriss der Ruine im Jahr 1959 entstand bereits ein Jahr später die beliebte Grünanlage inklusive des traditionsreichen Kinderfreibads.

Berlin, Schloß Monbijou
Das Rokoko-Schloss Monbijou in Berlin-Mitte im Jahr 1939. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss zerstört.© BM | Frankl, A. / Bundesarchiv

Im Monbijou-Park befindet sich auch einer der beliebtesten Spielplätze vom Bezirk Mitte. Er gehört laut Ranking sogar zu den 12 am besten bewerteten Kinderspielplätzen im Herzen der Hauptstadt. Die Kinder toben hier quasi im ehemaligen königlichen Schlossgarten direkt an der Spree herum. Von der Experten-Jury erhielt der abwechslungsreiche Spielplatz 20,48 von 31 möglichen Punkten.

Sportler Adrian Reisch aus Berlin trainiert an der Calisthenics-Anlage im Monbijoupark in Berlin Mitte (Archivbild aus dem Jahr 2022).
Sportler Adrian Reisch aus Berlin trainiert an der Calisthenics-Anlage im Monbijoupark in Berlin Mitte (Archivbild aus dem Jahr 2022). © FUNKE Foto Services | Jörg Krauthöfer

Hinter dem Kinderspielplatz im Monbijoupark befindet sich die Calistenics-Sportanlage. Der Platz mit Klimmzugstangen, barrierefreiem Barren, Monkey Bars und Wall Bars ist öffentlich und als Outdoor-Workout-Bereich rund um die Uhr frei zugänglich. Calisthenics ist ein seit Jahren anhaltender Trend in der Street-Workout-Szene, der Anfang der 2000er Jahre in den USA bekannt wurde. Man trainiert hier fast ohne Hilfsmittel, hauptsächlich mit dem eigenen Körpergewicht.