Wer sich auf Instagram und Tiktok bewegt, wird ständig damit konfrontiert, wie gut man aussehen kann, wenn man genug Sport treibt. Der Ohrwurm „Bauch Beine Po“ von Shirin David tut ein Übriges dazu. Da ich während der Pandemie ein Jahr lang auf Youtube mit Pamela Reif trainiert habe, weiß ich, dass es stimmt. Kaum lässt man Zucker und Alkohol weg und trainiert mindestens drei Mal die Woche, verformt sich der Körper in die gewünschte Richtung und der Strand ist auch im Bikini dein Freund. Ich weiß aber auch, wie sehr ich Newtons Trägheits-Gesetz unterliege. Mit großer Begeisterung verfolge ich Dokus über Primaballerinas oder Sport-Events wie den Berlin Marathon – gerne vom Sofa aus oder mit einem Käsebrot in der Hand. Außer jemand reißt mich aus der Lethargie: Das kann meine sportwütige Tochter sein, oder aber ein guter Trainer.
Lesen Sie hier die Meinung meines Kollegen: Me, myself and weights - Fitness ohne Einpeitscher
„Lucky Punch“ am Alexanderplatz: Mit Spaß und vielen High Fives

Das Fitness-Popup „Lucky Punch“ wurde erst im August eröffnet und soll vorerst bis Februar in der Karl-Liebknecht-Strasse 34A bleiben, als Testballon für Berlin. Zum Probetraining am Samstag trete ich mit mulmigem Gefühl an, weil ich eine Weile gar nichts mehr gemacht habe: Zum Nachdenken habe ich aber keine Zeit. Zum „Aarmy Bootcamp“ ist der Celebrity Trainer Akin Akman aus New York mit seinem Team angereist, der auch schon Model Karlie Kloss in Form gebracht hat. „Hello Berlin! Are you ready?“, ruft er in sein Headset und strahlt alle an.

Unter den 40 Fitnesswilligen sind 39 Frauen und ein Mann, alle strahlen und sind wild entschlossen. „You‘re not aiming for the middle, you‘re aiming for the moon“, ruft Akman, die Beats unterstreichen effektvoll das Gesagte und seine Bewegungen. „How are you?“, fragt Akman in einer Trinkpause. Alles easy denke ich, sehe dann aber erschüttert, dass erst siebzehn Minuten des einstündigen Trainings vergangen sind.
Startup-Gründer: Inspiriert von „Rocky“ und seinem Großvater

Der 31-Jährige Akman wirft die Beine in die Luft, alle machen mit, fühlen sich empowered. Bei den Pushups dribbeln wir nebenbei mit einem Tennis-Ball, das lenkt effektvoll von der Anstrengung ab. Es folgen Squats, Armkreisen und einarmige Liegestützen und ehe ich mich versehe, sind wir beim Stretching angekommen. Ich bin elektrisiert und will unbedingt weitermachen. Ab jetzt wieder regelmäßig. Unbedingt. Am liebsten hier im Lucky Punch.
Der Schweizer Chris Velkovski hat 2020 in Zürich das Startup „Lucky Punch“ gegründet, das den Boxsport vom Schmuddelimage befreien will. Inspiriert wurde er dabei von den „Rocky“-Filmen mit Silvester Stallone und seinem boxenden Großvater. Ein Probetraining kostet 19 Euro. Für 140 Euro kann man 10 Klassen buchen. „Das hält etwa drei Monate“, so der 30-jährige Unternehmer, der selbst durchschnittlich zweimal die Woche in seinem Studio trainert.


