Zum Jubiläum des Berlin-Marathons am Sonntag haben die Organisatoren einen Rekord angekündigt: 58.212 Läuferinnen und Läufer sollen bei der 50. Ausgabe des Rennens an den Start gehen. „Unsere Vision war von Anfang an, dass wir zum Jubiläum 50.000 Finisher haben wollen“, sagte Jürgen Lock, Geschäftsführer vom Veranstalter SCC Events. Rechnet man die anderen Wettkämpfe und Events, die bereits am Sonnabend stattfinden, hinzu, werden insgesamt rund 80.000 Sportler am Wochenende in Berlin aktiv sein, so Lock.

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Rund um den Lauf finden anlässlich des Jubiläums viele weitere Veranstaltungen statt. Am Brandenburger Tor ist der sogenannte „Move“-Hub aufgebaut, mit einer Ausstellung zur 50-jährigen Geschichte und einem vielfältigen Programm, von Lesungen und Konzerten über Diskussionsrunden bis hin zu Yoga und Lauftreffs. Unter anderem treten auch Musiker auf, die beim Marathon selbst an der Strecke spielen werden. „Wir wollen den Berlinern etwas zurückgeben“, erklärte Lock die Motivation dahinter. Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist kostenlos.
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50. Berlin-Marathon: Große Eröffnungszeremonie am Freitagabend
Besonders ist in diesem Jahr auch die Eröffnungszeremonie am Freitagabend, für die 14.000 Menschen kostenfreie Tickets erhalten haben. Man werde versuchen, 50 Jahre Marathon-Geschichte und auch ein Stück Berlin zu zeigen, so Lock. Angekündigt ist dafür auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU), ebenso wie ehemalige Gewinner des Rennens. Was genau die Besucher erwartet, hat der Veranstalter aber noch nicht verraten.
Sportlich geht es dann bereits am Sonnabend zu: Bei der sogenannten R5K–Tour messen sich talentierte Nachwuchsläuferinnen und -läufer, die jünger als 23 Jahre alt sind, auf einer fünf Kilometer langen Strecke. Start ist um 9.50 Uhr am Potsdamer Platz. Damit soll dem sportlichen Nachwuchs eine Plattform geboten werden, so der SCC-Events-Geschäftsführer.
Schon am Samstag sind 10.000 Läufer in Berlin unterwegs
Nur zehn Minuten später geht es für 10.000 Läuferinnen und Läufer beim „Generali 5k“-Lauf auf die Strecke. Dieser ersetzt den bisherigen Frühstückslauf am Tag vor dem Marathon und ist den Veranstaltern zufolge ausgebucht, obwohl dafür anders als in früheren Jahren nun eine Startgebühr fällig wird. Der Lauf steht unter dem Motto „United we run“, übersetzt also etwa: Vereint laufen wir. Es gehe darum, gemeinschaftlich und friedlich Sport zu machen, so Lock. Das Ziel befindet sich wie beim Marathon deshalb am Brandenburger Tor, dem „Zeichen von Freiheit“, sagte er.
Am Samstagmittag findet dann der Marathon der Inlineskater statt, für die es ebenfalls eine Neuerung gibt: Gefahren wird dieses Mal nicht auf der kompletten Strecke der Läufer, sondern auf einem Rundkurs. „Wir müssen ehrlich sein und schauen, was verhältnismäßig ist“, sagte Lock mit Blick auf die Teilnehmerzahlen. Die Toleranz der Berliner für die Streckenabsperrung bereits am Samstag sei in den vergangenen Jahren „relativ gering gewesen“. Die Zahl der Starter ist zudem rückläufig: Rund 3500 Skaterinnen und Skater werden dieses Mal erwartet.
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Polizei: Keine Gefährdungserkenntnisse für den Berlin-Marathon
Klar ist: Der Berlin-Marathon könnte nicht stattfinden ohne freiwillige Helfer, genau wie ehrenamtliche Sanitäter der Johanniter und Kräfte von Feuerwehr und Polizei. Insgesamt soll das medizinische Personal 600 Personen umfassen, darunter Rettungsmediziner, Notärzte und Pflegekräfte aus Berliner Kliniken. Die Berliner Feuerwehr kündigte an, ebenfalls zusätzliche Notärzte sowie Rettungswagen am Wochenende einzusetzen. Hinzu kommen 6000 Volunteers.
Die Polizei wird am Sonnabend und Sonntag mit rund 500 Dienstkräften rund um den Marathon im Einsatz sein. Konkrete Gefährdungserkenntnisse für die Veranstaltung gebe es nicht, sagte ein Vertreter der Polizei am Montag, dennoch sei man auf solche Situationen vorbereitet. Auch der mutmaßlich islamistische Anschlag auf das Stadtfest in Solingen vor einem Monat fließe in die Bewertungen mit ein.
Voraussichtlich soll ein Hubschrauber unterwegs sein, um eine Übersicht über den Marathon zu liefern. Wie bei der Fußball-Europameisterschaft seien zudem Mitarbeiter im Dienst, die darauf geschult sind, ein ungewöhnliches Verhalten zu erkennen und im Zweifelsfall einzuschreiten. Dazu kommen Einsatzkräfte, die fürs Erkennen und die Abwehr unerlaubter Drohnen ausgebildet seien. „Es sind viele Akteure involviert, über viele, viele Monate“, sagte Jürgen Lock mit Blick auf das Sicherheitskonzept. Dieses werde immer wieder angepasst. „Ich kann immer nur sagen: Ich fühle mich hier sehr wohl“, fügte er hinzu.
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9000 Berlinerinnen und Berliner starten beim Marathon
Was bei dem großen Jubiläum des Berlin-Marathons fehlen wird, sind die großen internationalen Laufstars, die in der Regel bereits bei den Olympischen Spielen in Paris gestartet sind. Renn-Direkter Mark Milde kündigte stattdessen „neue Gesichter des Marathon-Sports“ an. Ein Weltrekord wird so in diesem Jahr auch eher nicht erwartet. Bei den Männern wird mit einer Siegerzeit zwischen 2:02 und 2:03 Stunden kalkuliert. Eine Zeit in dem Bereich ist etwa der Äthiopier Tadese Takele bereits gelaufen, der im vergangenen Jahr beim Berlin-Marathon Dritter wurde. Bei den Frauen gilt die Äthiopierin Tigist Ketema als Favoritin.
Auch bei den Hobbysportlern ist das Teilnehmerfeld international: Starterinnen und Starter aus 161 Nationen sind beim diesjährigen Berlin-Marathon vertreten, auch das ist ein Rekord. Unter den Läufern sind laut SCC Events mehr als 7700 US-Amerikaner, fast 4000 Personen aus Großbritannien sowie 1800 Sportler aus Mexiko. Insgesamt stammt mehr als die Hälfte der Starter aus dem Ausland. Knapp 25.300 Menschen kommen aus Deutschland, rund 9000 stammen aus Berlin. Sie alle sollen, trotz der deutlich gestiegenen Teilnehmerzahl, das Rennen genießen können, betonte Jürgen Lock. „Wir wollen die Qualität hochhalten und wollen nicht, dass Menschen im Stau stehen“, sagte er. Die Teilnehmerzahl sei auf Basis einer intensiven Datenanalyse und jahrelangen Vorbereitung aufgestockt worden, so SCC Events.







