Fitness-Influencerin

Pamela Reif: Perfektionismus von seiner schönen Seite

Fitness-Videos von Pamela Reif haben gerade in Corona-Zeiten Hochkonjunktur. Ein Treffen mit der Karlsruherin in Berlin.

Durchtrainierter Körper, makelloses Äußeres: Pamela Reif weiß zu überzeugen

Durchtrainierter Körper, makelloses Äußeres: Pamela Reif weiß zu überzeugen

Foto: Sergej Glanze/Funke Foto Services

Berlin. Klar, den inneren Schweinehund kennt auch Pamela Reif. Sie lässt ihn nur nie gewinnen. Und wahrscheinlich ist genau das das größte Erfolgsgeheimnis der 24-jährigen Fitness-Influencerin. Der Grund für ihr Sixpack und dafür, dass ihr bei Instagram über sechs- und bei YouTube über vier Millionen Menschen folgen. „Wenn mich jemand fragt: Wie machst du das bloß mit deiner Figur? Und mir gleichzeitig erzählt, wie faul er ist, dann ist das doch schon die Antwort“, sagt sie. „Ich habe die Bauchmuskeln, weil ich mich dann trotzdem zwinge zu trainieren.“

Diszipliniert war Pamela Reif laut eigener Aussage schon immer. Ihr Abitur hat die Karlsruherin mit 1,0 gemacht, seitdem allerdings war es mit dem offiziell-erfolgreichen Lebenslauf vorbei. „Auf dem Papier kann ich eigentlich gar nichts“, sagt Pamela Reif und lacht. Statt einer Ausbildung hat sie sich alles selbst beigebracht: Fitness, Ernährung, Bildbearbeitung. Seit 2012 ist sie bei Instagram aktiv, seit 2013 bei YouTube. Sie hat zwei Bücher zu den Themen Ernährung und Fitness veröffentlicht und eigene Linien für verschiedene Modelabels entworfen. Pamela Reif trainiert 45 bis 60 Minuten, fünf Mal pro Woche, ernährt sich zuckerfrei, ohne Kuhmilchprodukte und Zusatzstoffe. Wie beides zusammen zu einem optimalen Ergebnis führt, erfahren Fans auf ihren Kanälen. Kernstück sind zehn- bis 30-minütige Trainingsvideos für verschiedene Körperregionen, die Reif für ihre Follower zu wechselnden Trainingsplänen zusammenstellt.

Dazu hat Pamela Reif Kooperationen mit verschiedenen Unternehmen. So wie The Rainforest Company. Zur Eröffnung des neuen Hauptsitzes an der Schönhauser Allee ist sie nach Berlin gekommen, um verschiedene Acai-Bowls zu präsentieren. Die Beere aus dem Amazonas gilt bei gesundheitsbewussten Großstädtern als Superfood und ist die Spezialität von Albana Rama. Die gebürtige Kosovarin kam als Flüchtlingskind in die Schweiz, wo sie später als Finanzberaterin Karriere machte. Nach einem Selbstfindungsurlaub im Regenwald kam sie mit örtlichen Bauern in Kontakt und beschloss, diese mit dem Aufbau einer Firma, die deren Produkt zu fairen Preisen kauft und den Erlös in den Schutz ihres Lebensraumes reinvestiert, zu unterstützen.

Gutes Aussehen und Gesundheit sind ihr Antrieb

Bowls, Pürees und ab Herbst auch Kosmetikprodukte sind vegan, Mikroplastik- und Palmölfrei sowie CO2-neutral. Pamela Reif ist Testimonial für The Rainforest Company und hat für die Firma Pürees und Bowls entwickelt. „Man muss beim Geschmack keine Kompromisse machen, nur weil etwas gesund ist“, das ist Reif wichtig zu betonen. Für The Rainforest Company stellt sie deshalb nicht nur ihren Namen, sondern auch ihre Expertise zur Verfügung. 95 Prozent von dem, was sie esse, habe sie selbst zubereitet, sagt sie. Dass beides zusammen geht, wisse sie aus eigener Erfahrung.

„Bei der eigenen Gesundheit hat man nur eine Chance“, findet Pamela Reif. „Wenn man bei seinen Mahlzeiten die Verantwortung abgibt, kann man nie wissen, woher die Zutaten kommen und wie sie verarbeitet wurden.“ Sie freue sich, wenn sie Menschen für ihre Themen begeistern könne, missionarisch sei sie jedoch nicht. „Ich mache das für mich und für meinen Körper.“ Gutes Aussehen und eine gute Gesundheit seien gleichermaßen ihr Antrieb. „Viele Menschen wissen gar nicht, wie gut sie sich mit richtiger Ernährung und Sport fühlen könnten.“ Während andere bereits mittags über Müdigkeit klagen habe sie selbst um Mitternacht noch Energie. Dazu sieht Pamela Reif aus wie eine Barbie – im positiven Sinne und nicht nur auf ihren Instagram-Fotos. Perfekter Teint, jede Haarsträhne sitzt, die Figur und das Lächeln makellos. Das Ergebnis von viel Sport, gesunder Ernährung und Fleiß.

Auch bei ihrem neuntägigen Berlin-Besuch hat Pamela Reif kaum eine ruhige Minute. Nach dem Pressetag bei The Rainforest Company stehen weitere Interviews auf dem Programm, dazu Fotoshootings, ein neues YouTube-Video und ein neuer Trainingsplan. 60 Minuten Massage gönnt sich Pamela Reif, wenn sie doch einmal abschalten möchte. Das muss reichen. „Es ist gerade schwer, das Tempo zu drosseln“, sagt sie. Schließlich haben ihre Videos gerade dann Hochkonjunktur, wenn Menschen viel Zeit zu Hause verbringen – so wie eben in Coronazeiten.