Nachdem es auch in der Nacht zu Donnerstag wieder Auseinandersetzungen zwischen Palästina-Anhängern und der Polizei gegeben hat, wächst in der Kahal Adass Jisroel Synagoge in Berlin-Mitte die Verunsicherung. Das Gebäude in der Brunnenstraße war in der Nacht zu Mittwoch Opfer eines versuchten Brandanschlags geworden. Vertreter der Synagoge hoffen nun auf schnelles Handeln der Politik.
Kai Wegner (CDU) besuchte Synagoge am Mittwoch
„Unsere große Besorgnis wurde am Mittwoch von der Politik zwar aufgenommen, wir warten aber noch auf eine Reaktion“, sagte eine Sprecherin der Kahal Adass Jisroel Synagoge am Donnerstag. Unter anderem Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hatte die jüdische Einrichtung am Vortag besucht.
Man brauche nicht nur mehr Sicherheitspersonal vor dem Gebäude, sondern auch besser ausgebildetes. „Israelische Sicherheitskräfte zum Beispiel sind auf Anschlagssituationen besser vorbereitet“, so die Sprecherin weiter. „Wir hätten uns gewünscht, dass schneller reagiert wird.“
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Die Lage sei umso angespannter, da die Synagoge seit dem Angriff große Aufmerksamkeit erfahre. „Jetzt weiß jeder, wo man uns findet und wer wir sind“, sagte die Sprecherin. Die Stimmung in den Straßen und vielen Vorfälle der vergangenen Tage gäben keinen Anlass dazu, zu glauben, dass dies ein einmaliger Vorfall gewesen ist.

Vermummte sollen Molotowcocktails geworfen haben
Nach bisherigen Erkenntnissen sollen bei dem Angriff auf die Synagoge zwei vermummte Täter sogenannte Molotowcocktails in Richtung der Kahal Adass Jisroel Synagoge geworfen haben. Die Brandsätze seien auf dem Bürgersteig nahe der Synagoge aufgeschlagen. Ein Brandsatz habe von Wachleuten der Polizei rechtzeitig gelöscht werden können. Der zweite Brandsatz verlosch.
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Am Donnerstag versuchte man in der jüdischen Gemeinde den normalen Alltag aufrechtzuerhalten. Gottesdienste fanden weiterhin statt. Auch die dort beherbergte Schule und Kita waren weiterhin geöffnet. Wenngleich nicht alle Kinder die Schule auch aufsuchten. „Schätzungsweise 50 Prozent der Kinder und Schüler kommen derzeit nicht“, sagte die Sprecherin. Ob man die Einrichtungen offenhalte, werde jeden Tag neu entschieden, abhängig von der aktuellen Lage.
Die Generalstaatsanwaltschaft der Hauptstadt hatte am Donnerstag verkündet, die Ermittlungen zu dem Angriff an sich ziehen zu wollen. Die Behörde begründete dies unter anderem mit dem eskalierenden Charakter. Angesichts der zunehmenden Gewalt gegen Juden will die Polizei vorsorglich Absperrgitter vor jüdischen Einrichtungen aufstellen lassen.mit dpa
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