Es ist eine logistische Meisterleistung: 4600 bunte Beutel und 112 Schultüten mussten an zwei Tagen mit nützlichen und schönen Dingen für das neue Schuljahr oder für den Start in die Schule gepackt werden. Dazu kamen 1000 von Amazon gespendete und befüllte Rucksäcke, die noch um ein paar kleine Geschenke ergänzt wurden.
Zum 12. Mal hat am vergangenen Wochenende die Schultüten-Aktion der Berliner Lions und Leo Clubs und der Berliner Tafel stattgefunden, um Kindern aus finanziell schwachen Haushalten einen guten Start ins Schulleben oder ins nächste Schuljahr zu ermöglichen.
Schulbeutel werden über die Ausgabestellen der Tafel verteilt
Verteilt wurden die Beutel und Schultüten Anfang dieser Woche über die Laib und Seele-Ausgabestellen der Berliner Tafel, aber auch an Frauenhäuser. „Ob Menschen in Armut oder Wohlstand leben, hängt auch ganz entscheidend von ihrem Zugang zur Bildung ab. Wir wünschen allen Berliner Kindern eine Schulkarriere, die Freude macht und sagen: Herzlich willkommen im neuen Schuljahr! Dafür packen wir Tüten und danken allen sehr, die uns dabei unterstützen“, sagt Sabine Werth, Gründerin der Berliner Tafel.

120 Ehrenamtliche waren an zwei Tagen in der großen Halle 1 der Berliner Tafel auf dem Großmarkt in der Beusselstraße im Einsatz, damit alles rechtzeitig fertig wurde. Am vergangenen Freitag wurde Inventur gemacht, die angelieferte Ware musste ausgepackt, sortiert und zum Verteilen vorbereitet werden.
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120 Freiwillige in drei Schichten im Einsatz
Die bunten Turnbeutel mit dem Bärenlogo hat Berliner helfen e.V., der Verein der Berliner Morgenpost gespendet, dazu weitere 5000 Euro für Schulsachen. Martina Freise, zweite Vorsitzende des Vereins, hat bei der Inventur wie jedes Jahr mit angepackt und Freunde und Bekannte animiert, mitzumachen. „Ohne den freiwilligen Einsatz der Lions Mitglieder und vieler weiterer Helfer wäre das nicht zu stemmen“, sagt sie. Und ohne Spender: die Stiftung der Commerzbank hat 5000 Euro gegeben, 28.000 Euro haben die Lions und Leo Clubs in Berlin gesammelt, um Schulsachen und kleine Geschenke zu kaufen. Amazon hat 1000 Rucksäcke gespendet, als Sponsoren sind Ikea, die Selbstlos Stiftung und Viking dabei.
Logistisches Herzstück der Aktion am vergangenen Sonnabend war die lange Packstraße in der Großmarkt-Halle 1 mit Kisten voller Stifte, Lineale, Schreibheften, Büchern, kleinen Spielen, Stofftieren und Süßigkeiten für die Beutel in unterschiedlichen Farben für Grund- und Mittelschüler. Peter Eger vom Lions Club Benefit in Pankow war zum zwölften Mal bei der Inventur und beim Packen der Beutel und Tüten dabei. „Die Stimmung in der Halle ist immer super! Die Ehrenamtlichen können sich je nach Vorlieben und Fähigkeiten aussuchen, ob sie lieber mit den Beuteln zum Befüllen von Station zu Station laufen oder hinter den Kisten stehen und austeilen“, berichtet der 73-jährige.
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Jedes vierte Kind in Berlin gilt als arm
Die Idee, Kindern aus armen Familien Schultüten zu schenken entstand vor 13 Jahren in seinem Wohnzimmer bei Wurstsalat und Wein. „Carolin Bink von den Leos, der Jugend-Organisation der Lions Clubs hatte mit meiner Frau überlegt, wie man etwas für Schulanfänger tun könnte, deren Eltern sich nicht viel leisten können. Dann wurden die ersten 166 Schultüten gepackt, die waren noch selbst gebastelt“, erinnert sich Peter Eger. Seine Frau Inge ist wie er dabei geblieben und hat am vergangenen Wochenende auch wieder tatkräftig mit angepackt.

Der Bedarf für die Schulausstattung ist im Laufe der Jahre stetig gestiegen, besonders seit Ankunft der Flüchtlinge aus der Ukraine. Jedes vierte Kind in Berlin wächst in Armut auf. Fast 24 Prozent aller Kinder leben in Familien, die auf staatliche Leistungen wie Bürgergeld angewiesen sind. Für die Schulbeutel- und tüten können sich die in Frage kommenden Familien bei den jeweiligen Tafel-Ausgabestellen anmelden.
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Es wird schwieriger, Spender zu finden
„Die Schulsachen sind teuer und wir wollen, dass gerade diese Kinder auch etwas Schönes bekommen und sich nicht zurückgesetzt fühlen“, sagt Caro Bink, die Gründerin der Schultüten-Aktion und inzwischen selbst Mutter von zwei Kindern. Sie hat aber auch festgestellt, dass es schwieriger geworden ist, Spender zu finden. „Da müssen wir uns mit allen Lions Clubs wirklich anstrengen. Denn wenn wir das nicht mehr machen, wären die Kinder die Leidtragenden“, sagt Peter Eger.
Ursprünglich sollte die Schultüten-Aktion am 19. und 20. Juli stattfinden. „Doch die bestellten Schulsachen wurden nicht rechtzeitig geliefert, wir mussten das kurzfristig verschieben“, so Carolin Bink.
Aber am Ende hat nun doch alles geklappt und die prall gefüllten Beutel und Schultüten sind mit den Lieferfahrzeugen der Berliner Tafel pünktlich bei den Ausgabestellen angekommen. Eine organisatorische Meisterleistung dank vieler helfender Hände, Sponsoren und Spender, um vielen Berliner Kindern einen guten Start ins neue Schuljahr zu geben, unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern.






