Eine Metropole wie Berlin ist ein Mekka für Stadtführungen aller Art. Dass diese kuratierten Spaziergänge beileibe nicht nur für Touristen interessant sind, zeigt unsere Auswahl. Am besten vorplanen: Eine Anmeldung ist sehr oft erforderlich.

Kreuzberg: Auf den Spuren von „Suppen-Lina“

  • Kennen Sie Lina Morgenstern? Die Schriftstellerin, Frauenrechtlerin und Sozialaktivistin (1830–1909) war auch als „Suppen-Lina“ bekannt und maßgeblich an der Entwicklung von Volksküchen für die arme Bevölkerung beteiligt. Nach eini­gen vorgetragenen Texten zum Brunch lernt man bei einem Spaziergang die Wirkungsstätten Lina Morgensterns kennen, anschließend gibt es Suppe und Kuchen.
    Jüdisches Museum Lindenstr. 9–14, Kreuzberg, nächste Termine: 27.2., 13.3., 27.3., 10.30 Uhr, 35 Euro (ohne Getränke), Anmeldung erforderlich, www.jmberlin.de

Mitte/Charlottenburg: Hinter den Kulissen der Opernhäuser

Die Staatsoper Unter den Linden in Mitte.
Die Staatsoper Unter den Linden in Mitte.© Imago/Pop-Eye
  • Sowohl die Staatsoper, die Deutsche Oper als auch die Komische Oper bieten regelmäßig Führungen durch ihre Häuser an, um mal einen spannenden Blick hinter die Kulissen zu werfen. Die Komische Oper hat darüber hinaus spezielle Führungen zu den Bereichen Maske, Orchester oder Bühnenbild im Programm.
    Opernführungen www.komische-oper-berlin.de (9–14 Euro), www.staatsoper-berlin.de (Sbd.+So., 15 Euro), www.deutscheoperberlin.de (wieder am 13.3., 5 Euro), Anmeldung erforderlich

Diverse Bezirke: Unterwegs mit ehemaligen Obdachlosen

  • Menschen, die jahrelang als Obdachlose auf der Straße gelebt haben, ­zeigen in ihren Führungen an ausgewählten Orten, wie ihr Alltag früher ausgesehen hat. Das Besondere: Diese Führungen sind immer mit persönlichen Schicksalen verbunden. Darüber hinaus kann man auch Berliner Migrationsgeschichten erfahren.
    Leben auf der Straße etwa am 27.2. mit Klaus Seilwinder, 17, erm. 13 Euro, Unterstützerpreis 20 oder 30 Euro, Anmeldung erforderlich, www.querstadtein.org

Tegel: Auf Erkundungstour am geschlossenen Flughafen

  • Viele verbinden mit dem ­Flughafen Tegel ihre ganz eigenen (Reise-)Erinnerungen. Hier sollen nun der Forschungs- und Industriepark „Berlin TXL – The Urban Tech Republic“, ein neues Wohnviertel und ein großer Landschaftsraum entstehen. Die Führung geht am Gebäudeensemble entlang und verbindet Vergangenheit und Zukunft.
    Berlin TXL – Vom Flughafen zur Stadt der Zukunft Flughafen Tegel, Sbd.+So. 12+14 Uhr, kostenfrei, Anmeldung erforderlich, www.museumsdienst.berlin

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Mitte: Die Hackeschen Höfe und noch viel mehr

Die Hackeschen Höfe beeindrucken - egal, wie häufig man sie besucht.
Die Hackeschen Höfe beeindrucken - egal, wie häufig man sie besucht.© Imago/Zooner

  • Die schönsten Hinterhöfe Berlins befinden sich in der Spandauer Vorstadt. Und dass es da außer den Hackeschen Höfen noch viel mehr zu entdecken gibt, zeigt diese rund zweistündige Führung.
    Versteckte Hinterhöfe 25.2., 14 Uhr, 26.2., 10.30 Uhr, ab 18 Euro, Anmeldung erforderlich, www.secret-tours.berlin

Tempelhof: Durch das größte Baudenkmal Europas

  • Aber auch der andere schon länger geschlossene Flughafen bietet viele Sehenswürdigkeiten, handelt es sich beim Flughafen Tempelhof doch um eines der längsten Gebäude Europas. Die einzigartige Architektur kann man genauso entdecken wie die Spuren, die die US-Amerikaner ab 1945 hinterlassen haben, etwa eine Basketballhalle.
    Mythos Tempelhof im ehem. Flughafen, Mo.+ Do. 16 Uhr, Fr. 13 Uhr+16 Uhr, Sbd.+So. 12 Uhr+14.30 Uhr, ab 16,50 Euro, erm. 11 Euro, Anmeldung erforderlich, www.thf-berlin.de

Spandau: Unterwegs in einer Siedlung in Haselhorst

  • Wer hautnah sehen möchte, wie die Menschen Mitte der 1930er-Jahre in der Reichsforschungssiedlung in Haselhorst wohnten, den führt Michael Bienert nicht nur durch eine rekonstruierte Kleinstwohnung, sondern bei einem Architekturspaziergang auch durch die denkmalgerecht modernisierte Siedlung.
    Reichsforschungssiedlung Tel. 47 00 69 10, Gruppengröße: bis max. 25 Personen, Dauer: 60–120 Min., Preis: je nach Größe/Dauer 150–250 Euro, Anmeldung erforderlich, www.text-der-stadt.de

Charlottenburg: Die eigene Stadt neu entdecken

Der Diplom-Geograf Olaf Riebe hat bei seinen „Ansichtssachen“-Stadtführungen verschiedene Routen im Programm. Auf unserem Foto erklärt er die Türme an der Frankfurter Allee.
Der Diplom-Geograf Olaf Riebe hat bei seinen „Ansichtssachen“-Stadtführungen verschiedene Routen im Programm. Auf unserem Foto erklärt er die Türme an der Frankfurter Allee.© Ansichtssachen

  • Olaf Riebe ist Diplom-Geograf und nennt sein Unternehmen „Ansichtssachen“. Seine Touren eignen sich auch für Berliner, entführt er doch auch in Gegenden, die man zu kennen glaubt, und bietet dort Überraschendes. So geht ein Stadtspaziergang über den Kurfürstendamm.
    Bingo, Bunker & Bikini Tel. 99 54 80 53, wieder am 3.3., 14, ermäßigt 11 Euro, Anmeldung erforderlich, www.ansichtssachen-berlin.de

Diverse Bezirke: Unter den Straßen und Plätzen der Stadt

  • Ganz tief hinab geht es mit dem Verein Berliner Unterwelten, der sich auf Führungen im unterirdischen System der Stadt konzentriert. Und da kann es mitunter schwierig werden, festes Schuhwerk ist Voraussetzung. Die genauen Anforderungen befinden sich auf der Homepage. Coronabedingt ist die Anzahl der Führungen noch eingeschränkt, heute geht es etwa zum Geschichtsspeicher Fichtebunker.
    Berliner Unterwelten verschiedene Termine und Routen, 15, ermäßigt 13 Euro, Anmeldung erforderlich, www.berliner-unterwelten.de

Diverse Bezirke: Mit dem Rad die Stadt erkunden

  • Martin Wollenberg hat 2014 „Berlin on Bike“ gegründet. Sein Angebot: Die Stadt radelnd zu erkunden. Klimafreundlich, sportlich und mit einem Guide als ­Experten an der Seite. Es gibt spezielle Gruppenangebote, Touren für ­Familien und offene Runden, die zumeist vom Gelände der Kulturbrauerei starten und zur Berliner Mauer, nach Kreuzberg oder zu „Oasen der Großstadt“ führen.
    Berlin on Bike sonnabends, 3,5 Std., 29, ermäßigt 25 Euro, Anmeldung erforderlich, www.berlinonbike.de

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