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Flanieren in Berlin - 10 schöne Boulevards

| Lesedauer: 5 Minuten
Rosanna Steppat
An manchen Abenden, wenn das Licht der untergehenden Sonne Fassaden und Trottoirs illuminiert, zeigt sich der Kurfürstendamm von seiner erhabensten Seite.

An manchen Abenden, wenn das Licht der untergehenden Sonne Fassaden und Trottoirs illuminiert, zeigt sich der Kurfürstendamm von seiner erhabensten Seite.

Foto: IMAGO/F. Berger

Altbauglanz und Kiezidylle: Die Boulevards in Berlin versprühen ihren ganz eigenen Charme. 10 unwiderstehliche Tipps.

Berlin. MAn kann in Berlin spazieren gehen. Man kann in Berlin aber auch flanieren. Der Berliner hält die Flaniermeile in seinem Kiez oft für die schönste der Stadt. Doch man sollte auch mal über die Bezirksgrenzen hinausschauen, um andere Boulevards, Alleen und romantische Straßen zu entdecken. Sie versprühen ihren ganz eigenen Charme. Eine Auswahl.

  • Schöneberg: Bozener Straße
    Die Bozener Straße südlich der Grune­waldstraße unterscheidet sich auf den ersten Blick kaum von anderen Straßen im Bayerischen Viertel. Auf den zweiten Blick fällt auf, dass sich der schöne Gründerzeitstil der Fassaden hier durchzieht und keine Nachkriegsbauten das Straßenbild stören. Geschäfte und Läden gibt es hier kaum. Nur an der Ecke Grunewaldstraße liegt mit der gemütlichen „Taverna Ouisa“ eines der besten griechischen Restaurants Berlins.
    Bozener Straße U-Bhf. Bayerischer Platz
  • Mitte: Auguststraße
    Gesäumt von vielen Galerien ist die Auguststraße ein Ort, an dem Mitte noch Patina hat. Romantisch und im schönsten Sinne verwittert sieht es hier aus. Alt- und Klinkerbauten prägen das Bild, abends tauchen die Straßenlaternen die Straße in ein warmes Licht. Neben der Institution Clärchens Ballhaus gibt es hier den wunderbaren Presseladen „Do you read me?“, in dem man sich am Wochenende ein besonderes Magazin holen kann.
    Auguststraße Mitte, S-Bhf. Oranienburger Straße
  • Charlottenburg: Kurfürstendamm
    Am Kurfürstendamm, bekannt für seine edlen Geschäfte, Cafés, Restaurants und Hotels, tobt immer das Leben. Trotzdem hat der Kudamm einen eigenen Charme. In der Dämmerung werden die Gehwege und Fassaden in ein schönes Licht getaucht. Wenn dann die Straße in der Adventszeit mit leuchtenden Sternen und Lichterketten behängt wird, kann man vom Rathenauplatz bis zur Gedächtniskirche durch ein Wunderland spazieren.
    Kurfürstendamm U-Bhf. Kurfürstendamm
  • Kreuzberg: Paul-Lincke-Ufer

    Am lauschigen Ufer mit seinen verzierten Altbauten, den gediegenen Cafés am Landwehrkanal und den kreativen Details kann man zu jeder Jahreszeit ins Träumen geraten. Im Sommer aber strömen Berliner aus der ganzen Stadt zu Kreuzbergs „Kotti d’azur“ und stoßen mit einem Aperol Spritz aufs Leben an.
    Paul-Lincke-Ufer U-Bhf. Schönleinstraße
  • Kreuzberg: Körtestraße
    Die Körtestraße ist nur knapp 400 Metern lang und strahlt eine ganz eigene, gemütliche Energie aus – mit den Kiezläden, den Cafés und dem wunderbaren Spieleladen „Spielbrett“. Viele Altbauten auf der Strecke zwischen Südstern und Urbanstraße stehen unter Denkmalschutz. Und schaut man in die glücklichen Gesichter der Menschen, die hier eine Wohnung gefunden haben, stellt man fest: Hier hat Kreuzberg seinen eigenen, liebenswerten Charme.
    Körtestraße U-Bhf. Südstern
  • Tempelhof: Burgherrenstraße
    Biegt man von der Dudenstraße links ab, gelangt man in eine charmante, recht kurze Straße, die in puncto Gemütlichkeit die volle Punktzahl verdient. Die Burgherrenstraße bleibt dabei aber unaufgeregt – man sieht höchstens eine Familie oder eine ältere Dame mit Hund das Trottoir entlangspazieren. Hohe, mit Stuck verzierte Altbaufassaden in Terrakotta-­Tönen reihen sich aneinander, die vielen Bäume machen alles noch malerischer.
    Burgherrenstraße Tempelhof, U-Bhf. Platz der Luftbrücke

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  • Prenzlauer Berg: Kollwitzstraße
    In Prenzlauer Berg gibt es trotz Gentrifizierung Straßen, in denen sich neue Berliner Baukunst an historische Architektur schmiegt, und wo sich die Kreativität des 21. Jahrhunderts mit dem ursprünglichen Charme verbindet. Eine dieser Straßen ist die Kollwitzstraße. Schöne Gründerzeitfassaden, breite Gehwege, interessantes Gewerbe und Cafés machen die Straße vor allem an sonnigen Tagen zu einer Spaziermeile. Der wöchentliche Ökomarkt am Kollwitzplatz zieht Freunde von regionalem Essen und Handwerk an.
    Kollwitzstraße U-Bhf. Senefelderplatz
  • Friedrichshagen: Bölschestraße

    Mal ehrlich: Wie viele Straßen gibt es in Berlin, an denen man noch einen richtigen Schaufensterbummel machen kann, ohne auf die immer gleichen ­Ladenketten zu stoßen? Die Bölschestraße hat eine gewachsene Struktur, schöne Altbauten, einen Marktplatz mit Wochenmarkt, etliche hübsche Cafés und Restaurants – und ein paar Meter weiter lockt der Müggelsee. Einer der wenigen Orte Berlins, an denen man sich wie in der Hauptstraße einer Kleinstadt fühlt.
    Bölschestraße S-Bhf. Friedrichshagen
  • Dahlem: Podbielskiallee
    Diese Lindenallee ist nach einem preußischen Generalleutnant, Staats- und Landwirtschaftsminister benannt und strahlt wegen der zahlreichen Villen eine enorme Eleganz aus. Die Podbielskiallee liegt an der Südgrenze Dahlems, vor allem in westlicher Richtung wird sie von einigen schönen, kleineren Parks gesäumt. Die gilt es unbedingt zu erkunden, wenn man mal den Kopf frei kriegen und richtig durch­atmen will.
    Podbielskiallee U-Bhf. Podbielskiallee
  • Neukölln: Richardstraße

    Die Richardstraße kreuzt das Böhmische Dorf. In dem Sträßchen wie auch auf dem malerischen Richardplatz, der bereits im 17. Jahrhundert angelegt wurde, scheint es, als sei die Zeit ­stehengeblieben. Die denkmalgeschützten Wohnhäuser, die urigen Kneipen und kleinen Läden versprühen einen fast mittelalterlichen Charme. Ein Ort zum Verschnaufen.
    Richardstraße U-Bhf. Karl-Marx-Straße

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