Nun wird es so richtig ernst in der Hauptstadt. Eine Woche ist es nur noch bis zur Wahl. In diese letzten Wahlkampfstunden gehen die Berliner Kandidaten mit viel bundespolitischer Prominenz. Für die AfD war Bundesvorsitzende Alice Weidel bereits an diesem Wochenende gemeinsam mit Spitzenkandidatin Kristin Brinker im Wahlkampf. Zum Wochenstart kommt mit Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) am Montag der aktuell beliebteste Politiker Deutschlands zu seinen Parteifreunden nach Berlin.
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In der Hauptstadt belegen die Sozialdemokraten – der Kontrast zu Pistorius’ persönlicher Beliebtheit könnte kaum größer sein – in der jüngsten RBB-Umfrage mit zwölf Prozent abgeschlagen den letzten Platz unter den großen fünf Parteien. Hinzu kommt, dass diese Umfrage vor Bekanntwerden des Verdachts der Vorteilsnahme und der Weitergabe von Informationen gegen Spitzenkandidat Steffen Krach erhoben worden war. Ob und wie sich dieser im Raum stehende Verdacht – trotz Unschuldsvermutung für Krach – auf die Werte der SPD auswirkt, kann aktuell also nicht gesagt werden.
Parteizentrale statt Marktplatz: Die CDU und Friedrich Merz
Klar ist: Der so beliebte Pistorius wird versuchen müssen, ein wenig Optimismus zu verbreiten. Zunächst trifft er sich mit Franziska Giffey, die im Neuköllner Stadtteil Rudow kandidiert. Es soll um Themen der Sicherheits- und Verteidigungspolitik gehen – ein Zukunftsfeld, das Giffey als Wirtschaftssenatorin in der auslaufenden Legislatur für Berlin zu erschließen begann. Am späteren Nachmittag will Pistorius mit Krach den Resilience Technology Campus im Süden Berlins besuchen. Auch dort soll es um sicherheitsrelevante Technologien gehen.
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Ganz anders plant die CDU. Das eigene Spitzenpersonal wird nicht groß ausgestellt. Im Gegenteil: Spitzenkandidat Stefan Evers trifft Bundeskanzler Friedrich Merz am Donnerstag im Konrad-Adenauer-Haus. Parteizentrale statt Marktplatz: In Sachsen-Anhalt wählten die Wahlkampfstrategen einen ähnlichen Ansatz. Hier wie dort ist der Eindruck derselbe: Die CDU versteckt ihren so unbeliebten Kanzler vor den Menschen. Laut einer neuen Insa-Umfrage lehnen 78 Prozent Merz ab. Inhaltlich geht es Evers bei dem gemeinsamen Auftritt darum, die zentrale Botschaft 72 Stunden vor der Wahl noch einmal deutlich zu machen. Das Motto ist: „Extremisten von der Macht fernhalten. Lösungen aus der Mitte.“
Die Linke hofft auf Wahlerfolg: „Silberlocken für Elif“
Die Linken, die der CDU-Kandidat mit dieser Botschaft adressiert, gehen beschwingt in die letzte Wahlkampfwoche. In den Umfragen führt man, wenn auch hauchzart. Insbesondere bei den persönlichen Zustimmungswerten konnte Spitzenkandidatin Elif Eralp einen sprunghaften Anstieg verbuchen. Am Dienstag erwartet Eralp für einen gemeinsamen Auftritt gestandene, langjährige Politiker. Unter dem Motto „Silberlocken für Elif“ haben sich die beiden Bundestagsabgeordneten Gregor Gysi und Dietmar Bartsch sowie die frühere Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau für den Wahlkampf in Marzahn angekündigt.
News zur Berlin-Wahl 2026
Von ganz oben nach ganz unten: Die Berliner FDP verpasst laut aktuellen Umfragen den Sprung zurück ins Berliner Abgeordnetenhaus. Im Versuch, das zu ändern, kommt am Mittwoch der Bundesvorsitzende der Partei, Wolfgang Kubicki. Er trifft in Zehlendorf den Berliner Spitzenkandidaten Christoph Meyer.

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Am Mittwochabend haben die Kandidaten dann noch einmal die Möglichkeit, ihre Positionen einem größeren Publikum zu präsentieren. Sie sind zu Gast bei der „Wahlarena“ des Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB). Der Sender zeigt die 90-minütige Diskussionsrunde direkt im Anschluss an die „Tagesschau“. Allerdings ohne die FDP. Der RBB lädt laut eigener Aussage nur Parteien ein, die eine realistische Chance auf den Einzug haben.
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Mit dabei sein wird hingegen das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW). Zunächst war es nicht eingeladen. Weil die Partei laut Umfragen mittlerweile aber eine realistische Chance hat, die Fünfprozenthürde zu nehmen, wird Spitzenkandidat Alexander King beim RBB für sich und seine Partei werben dürfen. Der Wahlkampfabschluss ist für Freitag auf dem Berliner Alexanderplatz geplant. Zu der Veranstaltung an der Weltzeituhr sind unter anderem Parteigründerin Sahra Wagenknecht und der Parteivorsitzende Fabio De Masi angekündigt.
Ebenfalls am Freitag macht Werner Graf, Kandidat der Grünen für das Rote Rathaus, einen seiner letzten Wahlkampftermine. Gemeinsam mit der Bundestagsabgeordneten Ricarda Lang lädt er unter dem Motto „Gegen Hitze und Hetze“ in den Mauerpark in Prenzlauer Berg ein. Ein paar Stunden später öffnen dann die Wahllokale. mit dpa










