Neun Tage vor der Berlin-Wahl 2026 haben Fake News im Netz offenbar zugenommen. Die Zahl der Aufrufe der Gretchen‑AI ist laut Landeswahlleiter Stephan Bröchler von 17.000 Anfang der Woche auf 25.000 am Freitag gestiegen. Das KI-Tool prüft Bilder, Videos und Informationen auf ihren Wahrheitsgehalt und ging am 26. August im Auftrag des Landes Berlin online. Es soll Wählerinnen und Wählern dabei helfen, Fake News zu erkennen.

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Auch das Tool selbst steht offensichtlich im Fokus von Attacken. „Eine öffentliche Kampagne, die sich gegen Gretchen‑AI richtet, nehme ich nicht wahr“, sagt Landeswahlleiter Bröchler. „Gretchen-AI verzeichnet nach meinen Informationen allerdings IT-Angriffe auf Ihre Infrastruktur, die erfolgreich abgewehrt werden können.“

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KI „Gretchen“ prüft Social-Media-Beiträge auf Manipulation und Fake News

Jede und jeder kann der KI per Whatsapp oder Instagram Social-Media-Beiträge schicken. „Gretchen untersucht Bilder und Videos auf Manipulationshinweise und gleicht Behauptungen mit verlässlichen Quellen ab“, heißt es dazu auf der Projektseite. Das Projekt sieht sich nicht als Lösung gegen Fake News, sondern als Unterstützung zur eigenen Meinungsbildung. Das Unternehmen dahinter sitzt vor den Toren Berlins im brandenburgischen Birkenwerder.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hatte Ende Juni öffentlich vor russischen Desinformationskampagnen vor der Abgeordnetenhauswahl am 20. September gewarnt. Russland versuche, „unsere freie Meinungs- und Willensbildung zu beeinflussen“, sagte damals ein BfV-Vertreter im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Als Profiteur solcher Kampagnen gilt vor allem die AfD.

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AfD-Anhänger verbreiten Fake-Video über angeblichen Wahlbetrug

Die Partei und ihr teils rechtsextremes Vorfeld streuen vor allem Zweifel an der Briefwahl. Eines der Videos, das bereits länger in rechten Kreisen kursiert, zeigt zwei Hände, vermeintliche Briefwahlunterlagen und einen Schredder. Die Umschläge werden geöffnet, der Inhalt wird vernichtet. Eine Stimme liest währenddessen „AfD“ vor.

Gretchen-AI

Screenshot Gretchen-AI
Die KI kann per WhatsApp und per Instagram kontaktiert werden.© BM | Screenshot
Screenshot Gretchen-AI
Nach wenigen Minuten liefert sie ein Analyseergebnis …© BM | Screenshot
Screenshot Gretchen-AI
…mit Quellenangaben.© BM | Screenshot

„Bei dem verbreiteten Video handelt es sich um eine Inszenierung mit gefälschten Wahlunterlagen, sodass keine echten Stimmzettel mit AfD-Stimmen vernichtet wurden“, lautet das Ergebnis der Gretchen-AI. Zwei Belege werden angeführt. Einer davon ist ein Faktencheck der Deutschen Presseagentur (dpa) vom 13. August mit dem Titel „Altes Video von geschredderten Stimmzetteln kursiert erneut“.

Unter anderem sei die Farbe der Umschläge falsch. Erstmals tauchte das Video im Februar 2025 vor der Bundestagswahl auf. Das Bundesinnenministerium stufte es bereits damals als Teil einer russischen Fake-Kampagne ein. Dennoch zeigen Kommentare wie „Betrug ans eigene Volk“, dass Menschen offensichtlich weiter darauf hereinfallen.

Wahlmanipulation: Fälschungen und KI-Inhalte verbreiten sich

Diese Manipulationen geschehen aber offensichtlich nicht nur im Netz und auf Social Media. „Ich nehme im unmittelbaren Parteien- und Kandidatenumfeld vor allem gefälschte Wahlplakate und Parteibotschaften, daneben Falschbehauptungen und Narrative über eine angebliche Manipulation des Wahlprozesses wahr“, sagt Landeswahlleiter Bröchler. „KI-generierte Inhalte kommen ebenfalls vor, sind in den vorliegenden Beispielen teilweise transparent als KI oder Satire gekennzeichnet.“