Alle fünf Jahre können die Berlinerinnen und Berliner ihr höchstes demokratisches Recht ausüben und über die Zusammensetzung des Landesparlaments entscheiden. Ihre Stimme gibt den entscheidenden Ausschlag für die Politik der nächsten Jahre. Doch bei Weitem nicht alle Berliner haben dieses Recht. Knapp eine Million Menschen, ein Viertel der Erwachsenen, lebt ohne deutschen Pass in der Hauptstadt. Laut Zahlen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg sind es 976.000 Menschen. Weil sie nicht abstimmen dürfen, kommen sie auch in den großen Umfragen nicht vor. Der StimmlosTrend, ein Projekt der Initiative „Wahlheymat“, deren Medienpartner die Berliner Morgenpost ist, will das ändern.

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Nicht stimmberechtigten Berlinern werden ähnliche Fragen gestellt, wie sie auch im BerlinTrend erhoben werden, den der RBB bei Infratest dimap beauftragt. Gefragt wird unter anderem: Wo sind Sie bereits bürgerlich engagiert? Wie blicken Sie auf die Zukunft Berlins? Wie zufrieden sind Sie mit der Arbeit des Senats? Welches sind die zwei wichtigsten Probleme, um die sich die Berliner Politik kümmern muss?

Über die Umfrage, so die Hoffnung der Initiatoren, soll, wenn schon nicht die Stimme, so doch wenigstens die Meinung der Befragten Eingang finden in die öffentliche Debatte.

Berlin-Wahl 2026: Nicht wahlberechtigten Berlinern eine Stimme geben

Im Juli ist bereits eine Pilotversion gestartet, die bislang aber nur im Umfeld des Vereins Wahlheymat verbreitet wurde. Die bisherigen – nicht repräsentativen – Rückmeldungen würden deutlich zeigen, dass die zu hohen Mieten von vielen Befragten als größtes Problem gesehen werden, sagt Esther Nass, Mitglied bei Wahlheymat und verantwortlich für den StimmlosTrend. „Viele Themen, die uns erreichen – zum Beispiel Wohnen – teilen alle Berliner:innen, mit oder ohne deutschen Pass. Wir sollten sie gemeinsam angehen, nicht getrennt voneinander.“ Aus den bisherigen Antworten zeichne sich außerdem ab, dass nahezu alle Befragten wählen würden, wenn sie könnten.

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Ab 20. August soll das Projekt in mehreren Sprachen offiziell an den Start gehen. Die Ergebnisse sollen vor der Wahl in einer repräsentativen Umfrage veröffentlicht werden. Ziel sind 2000 Teilnehmer. Ähnlich wie der BerlinTrend mit seinen rund 1100 Antworten könne man damit ein gutes Bild der wichtigsten Themen zeichnen, so Nass. „Fast eine Million Menschen leben in Berlin, können nicht mitbestimmen, aber würden es gerne tun und zur Stadt beitragen“, sagt sie. „Wir können ihnen keine Stimme im Wahllokal geben, aber eine Stimme in der öffentlichen Debatte.“