Das Berliner Luxushotel Adlon am Pariser Platz steht vor dem Verkauf. Die Gesellschafter des Eigentümerfonds „Fundus-Fonds 31“ stimmen derzeit über eine mögliche Veräußerung der weltberühmten Immobilie ab. Zuerst berichtete die „Immobilien Zeitung“. Ein entsprechender Beschlussvorschlag sehe für das Hotel einen Mindestverkaufspreis von 280 Millionen Euro vor. Der Konzern bestätigte den Vorgang gegenüber der Berliner Morgenpost auf Anfrage.
Adlon: Investoren stimmen über Verkauf ab – Mehrheit von 75 Prozent nötig
Die Abstimmung unter den mehr als 4000 überwiegend privaten Investoren laufe bereits seit Ende Juli und sei auf eine Dauer von vier Wochen angesetzt. Um den Verkauf rechtskräftig zu beschließen, sei eine Mehrheit von 75 Prozent der abgegebenen Stimmen erforderlich. Sollte die nötige Zustimmung erreicht werden, sei im Anschluss ein strukturiertes, internationales Bieterverfahren geplant.
Das Adlon ist eine etablierte Marke in Berlin. Wir gehen davon aus, dass die in der Hauptstadt bestehen bleibt.
Gerrit Buchhorn, Dehoga Berlin
Als Grund für den angestrebten Verkauf nennt das Fondsmanagement zum einen die Altersstruktur der Anleger. „Nach nunmehr fast 30 Jahren, in denen das Adlon wieder existiert, ist das Gros der mehr als 4000 Eigentümer, überwiegend Privatanleger, in einem Lebensalter, in dem sie sich von ihren Anteilen trennen wollen“, so Christian Plöger, Sprecher der Jagdfeld Gruppe, zu der der Eigentümerfonds gehört.
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Mit dem angestrebten Verkauf komme man dem Wunsch der Anleger am besten nach und sei damit „in der Lage, den höchstmöglichen Preis zu erzielen“. Zum anderen wolle man mit dem Verkauf potenziellen Liquiditätsrisiken vorbeugen. Da die Fondsanteile seit Ende 2024 gekündigt werden könnten, drohten andernfalls finanzielle Engpässe für die Gesellschaft.
Für Adlon-Gäste ändert sich vorerst nichts
Plöger versichert: „Für alle Gäste und Partner des Hotels ändert sich mit dem angestrebten Verkauf vorerst nichts.“ Derzeit wird das Hotel von Kempinski betrieben. Allerdings läuft der Pachtvertrag Ende 2032 aus.
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Das Hotel Adlon Kempinski zählt zu den bekanntesten Luxushotels Deutschlands und beherbergt seit jeher Staatsgäste, Royals und Weltstars. Das geschichtsträchtige Traditionshaus wurde ursprünglich 1907 eröffnet, im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und nach der Wiedervereinigung neu aufgebaut.

Gerrit Buchhorn, Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gastronomieverbands Berlin (Dehoga), zeigt sich von dem möglichen Verkauf des Hotel Adlon unbeeindruckt: „Das Adlon bleibt trotzdem das Adlon.“ Mit Auswirkungen auf die Gäste rechnet Buchhorn vorerst nicht. „Das Adlon ist eine etablierte Marke in Berlin. Wir gehen davon aus, dass die in der Hauptstadt bestehen bleibt“, so Buchhorn im Gespräch mit der Morgenpost.
Anzahl der Luxushotels in Berlin rückläufig
Ein solcher Wechsel im Hintergrund komme in der Hotelbranche durchaus häufiger vor. „Meist, ohne dass der Gast davon überhaupt etwas mitbekommt.“ In welche Richtung sich das Adlon dann durch mögliche neue Investoren entwickeln wird – „ob die dann vielleicht noch Geld reingeben werden“ – könne er derzeit nicht sagen.
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Doch wie steht es generell um die Luxushotels in der Hauptstadt? Davon gibt es in Berlin neben dem Adlon schließlich noch einige mehr. „Die Anzahl der 5-Sterne-Hotels in Berlin ist in den vergangenen zehn Jahren leicht zurückgegangen“, so Buchhorn gegenüber der Morgenpost. Als Beispiel für den Rückgang führt er das Regent Berlin an. Das Luxushotel am Gendarmenmarkt in Mitte wurde Ende 2024 geschlossen.

Generell liege die Auslastung in der Berliner Hotellerie noch unter dem Jahr 2019, so Buchhorn. „Im 5-Sterne-Bereich sogar deutlich darunter.“ Über alle Segmente hinweg habe die Belegung in den Berliner Hotels im ersten Halbjahr 2026 bei 71 Prozent gelegen. Aber zumindest im Vorjahresvergleich gab es eine positive Entwicklung, so Buchhorn. „Ob sich dieser Trend im zweiten Halbjahr fortsetzt, das bleibt abzuwarten.“
„Berlin ist weiterhin eine spannende Metropole“
Die größte Herausforderung für das hochpreisige Hotelsegment? „Wir brauchen mehr kaufkräftige Kunden in Berlin“, sagt Buchhorn. Hierfür sind aus seiner Sicht vor allem zwei Stellschrauben entscheidend: Zum einen müsse die Verkehrsanbindung durch die Ankünfte am Flughafen verbessert werden. Hier sieht Buchhorn auch den Bund in der Pflicht. „Sodass die Rahmenbedingungen im europäischen Vergleich besser werden.“

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Ein weiterer wichtiger Punkt aus Buchhorns Sicht: „Die Zahl der Messe- und Kongressbesucher muss weiter deutlich nach oben gebracht werden. Die haben in der Regel auch ein anderes Budget als Touristen.“ Auch Großveranstaltungen wie der Berlin-Marathon seien ein wichtiger Magnet für Besucherinnen und Besucher. „Berlin ist weiterhin eine spannende Metropole. Aber man muss auch etwas dafür tun, dass sie spannend bleibt.“
Berliner Hotelmarkt ist „sehr divers“
Bei Visit Berlin sieht man den Berliner Hotelmarkt als „sehr divers: von Luxus- und Lifestylehotels bis hin zu Budget- und Hostelangeboten“, äußerte eine Sprecherin der Berliner Tourismus- und Kongressorganisation bereits im Frühjahr gegenüber dieser Redaktion.
Neue Hotelprojekte würden sich in der Hauptstadt „überwiegend im mittleren bis gehobenen Segment“ bewegen, vor allem im 4-Sterne-Bereich. Doch auch im Budgetbereich gebe es zumindest einzelne Projekte. So etwa „das größte Hostel Europas“, das derzeit in Kreuzberg entsteht. Hierfür wird ein altes Bürogebäude in der Rudi-Dutschke-Straße umgebaut. Schon ab dem ersten Quartal 2027 will das Hotelunternehmen „a&o“ dort seine Gäste auf rund 31.000 Quadratmetern empfangen.
„Neben Neubauten prägen vor allem Modernisierungen und Repositionierungen das Bild“, teilt Visit Berlin auf seiner Website mit. Dass etwa Traditionshäuser umfassend saniert und Hotels stärker als urbane Treffpunkte inszeniert würden, sei eine Auffälligkeit in diesem Jahr.






