Die ersten Fans warten bereits seit mehreren Stunden auf dem Vorplatz des Flughafens BER, als es um kurz nach 18.30 Uhr endlich so weit ist: Der Berliner Extremsportler Arda Saatçi fährt vor, gerade ist er von seinem 600-Kilometer-Lauf aus den USA zurückgekehrt. Empfangen wird er mit lauten „Arda“-Rufen. Einige Hundert, vorwiegend junge, Menschen haben sich hier am Freitagabend versammelt. „Surreal“ nennt Saatçi das Ganze. Sein Puls sei bei 180. „Ich fühle mich sehr geehrt.“

Am Wochenende ist Saatçis Lauf durch das Death Valley bis zum Santa Monica Pier am Pazifik geendet. Millionen Menschen haben das Ereignis im Livestream verfolgt, auch noch, nachdem der Berliner sein eigentliches Ziel verpasst hatte. Ursprünglich hatte er sich vorgenommen, die Strecke in 96 Stunden zu schaffen, am Ende brauchte er 123. Für ihn selbst sei eine Welt zusammengebrochen, als er das Ziel verfehlte, für das er monatelang trainiert habe, so Saatçi. Seine Fans sehen das offensichtlich weniger streng. „Du könntest uns niemals enttäuschen“, versichern sie ihm am Freitag auf einem Plakat, und: „Wir sind stolz auf dich.“

Berliner Läufer Arda Saatci wieder zurück
Musste seine Fans teilweise bremsen: Arda Saatç beim Empfang am Flughafen BER.© Manuel Genolet/dpa | Manuel Genolet

Arda Saatçi: Er ist sich seiner Verantwortung als Vorbild bewusst

Auch die beiden Schülerinnen Greta und Sofia haben in der vergangenen Woche immer wieder den Livestream eingeschaltet. „Manchmal auch in der Schule“, gestehen sie. Die 14-Jährigen sind ebenfalls zum Flughafen gekommen, um Saatçi zu empfangen, wie auch andere aus ihrer Klasse. Man kenne solche Aktionen wie die von Saatci aus anderen Ländern. „Es ist sehr cool, dass das jemand aus unserer Stadt ist“, sagt Greta. Gerade Jungs aus ihrer Klasse würden sich an dem Berliner Extremsportler ein Beispiel nehmen. „Während er gejoggt ist, hat er ja auch immer gesagt: Gebt niemals auf. Ich glaube, viele nehmen dieses Mindset als Vorbild“, so die 14-Jährige.

Auch Saatçi ist sich dieser Rolle bewusst. Er versuche, so viel Gutes wie möglich zu vermitteln und Motivation zu geben, „damit sie das Beste aus ihren Möglichkeiten herausholen“, sagt er mit Blick auf seine jungen Fans. Am Freitagabend muss er diese teilweise etwas bremsen: Das Gedränge in der ersten Reihe hinter dem Absperrgitter wird so groß, dass Saatçi erst einmal ein paar Schritte zurücktreten und um Rücksichtnahme bitten muss, „damit alle wieder sicher nach Hause kommen“.

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Vier Kilo hat Saatçi während seines 600-Kilometer-Laufs verloren

Die vergangenen Tage in den USA hat Saatçi vor allem mit seiner Familie verbracht, erzählt er. Und mit Essen. Vier Kilo habe er während seines Ultramarathons abgenommen. „Ich hatte also viel nachzuholen“, sagt er. Weniger gut funktionierte dagegen anfangs das Schlafen. In den ersten Nächten sei er nach drei Stunden aufgewacht und habe gedacht, er müsste weiterlaufen. „Ich konnte erst in der dritten Nacht richtig schlafen“, so der 28-Jährige. Auch in den nächsten Tagen soll es noch darum gehen, gut zu regenerieren und gut zu essen. Was es als Erstes geben soll, steht bereits fest: einen echten Berliner Döner. Klar ist für ihn aber ebenso, dass das Training zeitnah weitergehen wird.

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Dazu gehört, natürlich, auch das Laufen. Denn davon hat Arda Saatçi selbst nach den 600 Kilometern durch die Wüste noch nicht genug. Auf die Frage, wann er die nächste Joggingrunde plant, sagt er: „Ich denke, spätestens übermorgen gehe ich wieder laufen.“