Aktivisten der Gruppe „Peacefully against Genocide“ (Deutsch: Friedlich gegen Völkermord) demonstrierten am Freitagmorgen vor dem Fabrikgebäude von Rheinmetall in der Scheringstraße in Berlin-Gesundbrunnen. „Deutsche Waffen, deutsches Geld morden mit in aller Welt“, skandierten sie. Und: „Rheinmetall raus aus Berlin“. Sechs Personen saßen vor der Einfahrt zum Gelände und hatten sich festgeklebt. Eine weitere Person klebte sich an einem Zaun fest. Einige der Aktivisten trugen Palästinenserschals. Der Werksschutz des Unternehmens stellte offensichtlich kein Hindernis für sie dar.

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Die Polizei war direkt mit 30 Kräften vor Ort, sperrte das Gelände weiträumig ab, um weitere Aktionen zu verhindern, und löste die Aktivisten routiniert mit einem Ölgemisch, Pinsel, Hammer und Meißel vom Gehwegbelag. Im Anschluss wurden die Identitäten aller Beteiligten von der Polizei festgestellt, worauf sie gehen konnten. Der Einsatz verlief insgesamt friedlich und ohne größere Zwischenfälle.

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Aktivisten erleiden leichte Verletzungen an den Händen

Zum Teil hätten sich die Demonstranten leichte Verletzungen an den Händen zugezogen, so eine Sprecherin. Sie seien vor Ort von Rettungskräften behandelt worden. Gegen sie wird nun unter anderem wegen Hausfriedensbruchs, Nötigung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt. Die Polizei hat zudem Platzverweise ausgesprochen.

Rheinmetall Berlin
Die Aktivisten versperrten die Zufahrt zur Fabrik.© Berliner Morgenpost | Peter Schink

Erst Ende März hatten Demonstranten der gleichen Gruppe die Fabrik von Rheinmetall besetzt und eine propalästinensische Flagge auf dem Dach gehisst, um gegen die künftige Munitionsproduktion des Unternehmens zu demonstrieren.

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Aktivisten protestieren gegen Rüstungsunternehmen und Nahostpolitik

Auch am Freitag begründeten die Aktivisten von „Peacefully against Genocide“ ihren Protest mit dem Krieg in Nahost und kritisierten Israel scharf. „In der Fabrik soll ab Mitte des Jahres Munition für großkalibrige Waffen produziert werden – Waffen, die Rheinmetall auch an Israel liefert und damit den Völkermord in Palästina und die Angriffe auf den Libanon und den Iran ermöglicht“, heißt es laut „Tagesspiegel“ in einer Mitteilung der Gruppe. „Rheinmetall beliefert die israelische Armee und ermöglicht damit den anhaltenden Völkermord in ganz Westasien. Das Töten von Menschen beginnt hier, mitten in Berlin.“

Aktivisten kündigen bereits weitere Proteste an

Kritik üben die Aktivisten nicht nur an Rheinmetall, sondern auch an der Bundesregierung: „Während Israel seine Angriffe auf Palästina, den Libanon und den Iran ausweitet, liefert Deutschland weiter Waffen. Die deutsche Regierung und Rheinmetall machen sich damit zu Mittätern am Völkermord in Palästina und an allen Verbrechen, die Israel begeht.“

Rheinmetall
Polizeibeamte versuchen, eine am Zaun festgeklebte Person zu entfernen.© Dennis Meischen / Berliner Morgenpost | Rheinmetall

Inspiriert wurde die Aktion vom Freitag offenbar von der Letzten Generation, die die Klebeaktionen ab 2022 im Protest gegen die deutsche Klimapolitik popularisierten. Die Nachfolgeorganisation Neue Generation hingegen hatte angekündigt, in Zukunft auf derartige Klebeaktionen verzichten zu wollen.

Bereits seit dem vergangenen Sommer firmiert der Rheinmetall-Standort in Gesundbrunnen als „Rheinmetall Waffen Munitions GmbH“. Die Umstellung der Produktion hat laut jüngsten Medienberichten aber noch nicht stattgefunden. Zukünftig sollen dort jedoch Bauteile für Artilleriemunition entstehen. Dieser Bereich wächst seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine stark. „Peacefully against Genocide“ kündigte bereits weitere Proteste gegen die Berliner Fabrik an.