Aktivisten haben am Mittwochmorgen das Fabrikgebäude von Rheinmetall in der Scheringstraße in Berlin-Gesundbrunnen besetzt, um gegen die künftige Munitionsproduktion des Unternehmens zu demonstrieren. Auf dem Dach waren mehrere Personen zu sehen. Die Hausfassade wurde mit roter Farbe beschmiert. Demonstranten schwenkten palästinensische Flaggen. Die Polizei war vor Ort und hat das Areal abgesperrt. Die Feuerwehr war zur Unterstützung ebenfalls mit mehreren Fahrzeugen im Einsatz.

„Um 6.15 Uhr war der Notruf bei der Berliner Polizei eingegangen“, erklärte der stellvertretende Polizeisprecher Jörn Iffländer vor Ort. „Am späten Vormittag ist ein Höheninterventionsteam der Polizei auf das Dach gegangen und hat vier männliche Personen hinunterbegleitet.“ Gegen 11 Uhr sei der Einsatz beendet gewesen. Die Polizei hat Ermittlungen wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch eingeleitet.
Wie ebenfalls zu sehen war, entrollten die Männer auf dem Dach auch ein Transparent, auf dem zu lesen war: „Genozid in Palästina. Mit deutschen Waffen. Nicht mit uns. Leistet Widerstand.“ Eine deutliche Kritik an der künftigen Waffenproduktion des Unternehmens. Wie die Polizei sagte, wurde zeitgleich zu der Dachbesetzung auch spontan eine Versammlung an den Polizeiabsperrungen an der Scheringstraße angemeldet. Dort fanden sich zwei Teilnehmer ein, einer von ihnen trug ein Palästinensertuch um Schultern und Hals.
Rheinmetall: Umstellung auf Rüstungsproduktion könnte Grund für Protest sein
Die Aktivisten hatten die Protestaktion gegen Rheinmetall gestartet, weil das Unternehmen in Berlin von der Autoteile-Herstellung auf die Rüstungsproduktion umstellen will. Offiziell durch die Demonstranten bestätigt worden, ist dies jedoch nicht.
Auf Instagram posteten die Aktivisten unter dem Profilnamen „peacefullyagainstgenocide“ mehrere Videos ihrer Aktion. Darin ist zu sehen, wie sie das Dach der Fabrik erklimmen oder etwa eine Leiter schleppen. In einem anderen Video gibt einer der Demonstranten eine Stellungnahme ab und erklärt: „Rheinmetall hat denen hier [den Anwohnern, Anm. d. Red.] einfach verschwiegen, dass sie hier groß Munition produzieren.“
Bereits seit dem vergangenen Sommer firmiert der Standort als „Rheinmetall Waffen Munitions GmbH“. Die Umstellung der Produktion hat laut jüngsten Medienberichten aber noch nicht stattgefunden. Zukünftig sollen dort jedoch Bauteile für Artilleriemunition entstehen. Dieser Bereich wächst seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine stark.
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Der Verband der Metall- und Elektroindustrie Berlin informierte vor Kurzem über die Umstellung der Produktion: „Vergaser, Benzinpumpen, Drosselklappen, Wärmetauscher – solche Komponenten haben über Jahre das Berliner Rheinmetall-Werk verlassen. Jetzt brechen neue Zeiten an: Der Betrieb, der einst Pierburg hieß, steigt in ein neues Geschäftsfeld ein.“ Am Standort würden künftig vor allem Teile für Geschosse hergestellt. „Die Nachfrage ist gesichert, es gibt langfristige Absatzverträge“, hieß es weiter.
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