Liebe Leserin, lieber Leser,

was wird heute wichtig? Beginnen wir mit einem Blick auf die Termine des Tages:

• Der Berliner Senat tagt mit Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD). Es geht darum, wie kritische Infrastruktur in der Hauptstadt geschützt werden kann.

• Die Berliner SPD will Berlin zum Vorreiter und Weltmarktführer machen, und zwar beim Thema „Frauengesundheit“. Dazu gibt es am Vormittag eine Pressekonferenz mit Steffen Krach und Bettina König am Vivantes in Neukölln.

Montag bis Samstag

Morgenpost der Chefredaktion

Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

• Das Bündnis „Görli zaunfrei“ will beim Verwaltungsgericht Berlin gegen die nächtliche Schließung des Görlitzer Parks klagen. Und stellt mittags die eigenen Argumente der Öffentlichkeit vor.

• Am 2. Januar wurde im Tierpark ein Sumatra-Tiger-Jungtier geboren. Bei der Namenssuche waren die Besucher aufgerufen, Vorschläge einzureichen – das Ergebnis der Namenssuche wird am Vormittag verkündet.

• Abends gibt es über dem Olympiastadion die Lichtshow „Rocky‘s Global Light Show“. Diese Show findet in drei Städten rund um die Welt statt: in Toronto, Berlin und Taipeh.

Volksbegehren „Berlin werbefrei“ und „Berlin autofrei“

In der Stadt hängen vielerorts Plakate. Zum Beispiel die gegen zu viel Werbung. Und Plakate zum Verkehr. „Autos verbieten verboten!“ steht da. Es handelt sich natürlich nicht um Wahlplakate. Sondern um die Auseinandersetzung mit den zwei Volksbegehren „Berlin werbefrei“ und „Berlin autofrei“.

„Frei“ ist ja gut, denke ich mir zunächst. Weil die Abgeordnetenhauswahl nicht weit weg ist, wird über beide Themen munter gestritten. Insbesondere „frei“ vom Auto erhitzt die Gemüter. Das Thema polarisiert. Und schon weht ein Hauch von Wahlkampf durch die Stadt. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) schrieb denn auch in einem Beitrag, kaum ein Politikfeld sei so emotional aufgeladen wie die Verkehrspolitik. Um in den folgenden Zeilen zu schreiben, man müsse sich „leider“ mit den Ideen der Initiative beschäftigen. Muss man wirklich?

Dreh- und Angelpunkt der Diskussion: Berlinerinnen und Berliner sollen nur noch zwölfmal im Jahr in die Stadt fahren dürfen. Muss man sich damit beschäftigen? Wenn Sie überlegen, beim Volksbegehren zu unterschreiben, müssen Sie das auf jeden Fall. Sonst aber vielleicht auch nicht.

Man darf die Idee als Unsinn abtun. Und kommt dann recht schnell zu der Frage, was denn nun das richtige Verkehrskonzept für die Stadt sei. Wegner findet, wichtig sei vor allem ein besserer öffentlicher Nahverkehr. Was allerdings auch wahr ist: Viele Leute würden gerne sicher mit dem Rad fahren und zu Fuß gehen. Rein statistisch gesehen. Denn in Berlin werden 22 Prozent der Strecken mit dem Pkw zurückgelegt, 18 Prozent mit dem Rad, 34 Prozent zu Fuß und 26 Prozent mit dem ÖPNV. Da sind eigentlich keine Fragen offen. Oder auch viele. Denn ein wirklich zukunftsweisendes Verkehrskonzept für Berlin hat weder der Senat noch „Berlin autofrei“.

Weitere Nachrichten aus Berlin

Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Kindern ist in Berlin übrigens gestiegen. Jessica Hanack hat nachgefragt, warum das so ist. Und was Eltern tun können. Es gibt ein paar spannende Antworten.

Das folgende Thema ist nur schwer zu ertragen. In einem Jugendclub in Neukölln soll sich im November eine Vergewaltigung abgespielt haben. Mehrere Mädchen berichteten bereits vor Monaten von sexuellen Übergriffen – und das zuständige Bezirksamt und das Jugendamt sollen die Polizei viel zu spät eingeschaltet haben. Nun bleibt die Einrichtung erst einmal geschlossen.

Insgesamt 21 Autos haben Clan-Mitglieder vermutlich im vergangenen Jahr am Gefängnis in Tegel angezündet. Dennis Meischen hat den Prozess am Montag verfolgt.

Zum Schluss noch eine besondere Leseempfehlung. Die Kollegin Florentine Lippmann hat in Spandau mit einer preisgekrönten Hundetrainerin gesprochen. Und recht interessante Einblicke in deren Arbeit erhalten.

Ich wünsche einen entspannten Dienstag. Ich hoffe, Sie wollten morgen nicht vom Flughafen BER fortreisen. Immerhin, es gibt auch einen Lichtblick für den gebeutelten Airport, wie Jessica Hanack berichtet.

Ihr Peter Schink,
Chefredakteur

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