Die Lage um die Spielplätze in Lichtenberg ist schlecht. Der Bezirk kommt offenbar mit der Sanierung nicht hinterher. Das wurde erst vor einigen Tagen durch die Antwort des Bezirksamtes auf eine schriftliche Anfrage im Abgeordnetenhaus bekannt. Darin hieß es noch, dass zumindest kein Spielplatz gesperrt werden musste. Doch das hat sich jetzt geändert.
„In Lichtenberg musste kurzfristig der Spielplatz am Freiaplatz vollständig vorübergehend gesperrt werden“, teilte Bezirksstadträtin Filiz Keküllüoğlu (Grüne) mit. Der Grund: Die große Spielwandkombination weise „erhebliche Schäden“ auf. Sie sei dadurch nicht mehr sicher. Der gesamte Spielplatz wurde deswegen geschlossen.
Die Sicherheit der Kinder stehe an erster Stelle, betont Keküllüoğlu. „Wenn ein Spielgerät gravierende Mängel aufweist, müssen wir handeln und den Bereich sperren.“ Eine Reparatur der Anlage sei nicht vorgesehen. Denn dafür fehle schlichtweg das Geld. Nach ersten Einschätzungen würde die Reparatur mehr als 45.000 Euro kosten, erklärte die Bezirksstadträtin. „Das Geld haben wir nach den massiven Einsparungen im Bereich der Grünflächenunterhaltung leider nicht“, bedauert Keküllüoğlu.
Deswegen muss das Gerät nun zurückgebaut werden. Der Bezirk warte derzeit auf ein Angebot für den Rückbau. Bis dahin bleiben beide Eingänge des Spielplatzes gesperrt. Ein Aushang informiert die Nutzerinnen und Nutzer über die Sperrung. „Niemand sperrt gern einen Spielplatz“, erklärt die Grünen-Politikerin. „Aber wenn Geräte alt werden und gleichzeitig die finanziellen Mittel aufgrund der Einsparungen knapp sind, haben wir nun keine andere Wahl mehr als Rückbau.“
Gesperrter Spielplatz: Grüne und CUU streiten um Schuldfrage
Die Entwicklung stehe auch im Zusammenhang mit der finanziellen Situation im Bereich Grünflächen und Spielplätze. Die Kürzungen bei der Grünpflege und die steigenden Kosten für die Instandhaltung hätten nun spürbare Folgen. „Genau vor dieser Entwicklung hatte ich bereits in den Haushaltsberatungen im vergangenen Sommer mehrfach gewarnt“, sagt Keküllüoğlu. Die CDU-Fraktion in Lichtenberg sieht den Grund für das Spielplatzdebakel dagegen im schlechten Management. Genügend Geld sei eigentlich vorhanden. Man müsse es nur richtig verteilen.
Wie schlecht es um die Spielplätze in Lichtenberg steht, hatte zuletzt die Antwort auf eine schriftliche Anfrage gezeigt. Die Linke-Abgeordnete Hendrikje Klein hatte sich beim Berliner Senat über den Zustand der Spielplätze im Bezirk erkundigt. Das Ergebnis: Für die langfristige Instandhaltung der über 160 Spielplätze im Bezirk fehlt es an Personal und Geld.
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Laut dem Straßen- und Grünflächenamt (SGA) müssten die Spielplätze mindestens alle zehn Jahre saniert werden. In Lichtenberg wären das also neun Spielplätze pro Jahr. Daraus ergebe sich ein jährlicher Bedarf von 4,5 Millionen Euro für die Sanierung der Spielplätze, heißt es weiter. „Das erscheint weder haushälterisch noch personell auch nur ansatzweise umsetzbar“, schreibt das von Keküllüoğlu verantwortete Amt in der Antwort. Für 2026 sei nur die Sanierung eines einzigen Spielplatzes finanziell abgesichert. Das betrifft den Spielplatz in der Ehrenfelsstraße in Karlshorst.
Zu wenig Geld für Erhalt von Lichtenberger Spielplätzen?
Auch Klein prognostiziert, dass dadurch in kommenden Jahren ein Sanierungsstau droht „und damit auch Sperrungen im Raum stehen, da sowohl Geld als auch Personal unzureichend zur Verfügung stehen“. Die Linke-Abgeordnete kritisiert außerdem, dass jährlich nur etwa zwischen 364.000 und 553.000 Euro in den Erhalt bestehender Spielplätze gesteckt werden. Deutlich höhere Summen werden dagegen in den Bau neuer Anlagen investiert. „Immer weiter neue Spielplätze zu bauen, deren Unterhalt aber immer weniger abgesichert werden kann, ist der falsche Weg“, sagt Klein. „Der Fokus muss klar auf Sanierung und Modernisierung bestehender Plätze liegen.“
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Bei der Lichtenberger CDU-Fraktion sieht man das anders. Es sei genug Geld für Grünflächen und Spielplätze vorhanden, sagt der Fraktionsvorsitzende Benjamin Hudler auf Anfrage. Der Spielplatz am Freiaplatz sei vor gar nicht so langer Zeit hergerichtet worden. „Warum offenbar doch nicht genug für die Erhaltung getan wurde, muss die Bezirksstadträtin Keküllüoğlu erklären“, so Hudler. „Das ist dann keine Frage von fehlender Investition, sondern eine Form von Missmanagement, das man aufklären muss.“
Selbst wenn für Spielplätze mehr Geld benötigt werde, sei das möglich. Es sei lediglich eine richtige Zuordnung von finanziellen Mitteln notwendig – und gutes Management. Auch Fördermittel des Bundes seien eine Option, erklärt Hudler.





