Liebe Leserin, lieber Leser,

was wird heute wichtig? Beginnen wir mit einem Blick auf die Termine des Tages:

• Seit drei Uhr wird bei der BVG gestreikt. Die S-Bahn und einige Busse fahren noch. Bis Sonntagfrüh.

• Im Abgeordnetenhaus tagt um 9 Uhr der Untersuchungsausschuss zur rechtsextremen Anschlagsserie in Neukölln. Parallel dazu findet die Sitzung des Untersuchungsausschusses zur Vergabe von Fördermitteln für Projekte gegen Antisemitismus statt. 

Montag bis Samstag

Morgenpost der Chefredaktion

Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

• Am Nachmittag Sitzung der politischen Spitzenrunde zur „Agenda der Verwaltungsreform“ mit dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner im Roten Rathaus.

• Um 16.30 Uhr lädt das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg zum Anradeln auf der neuen Fahrradstraße Monumentenstraße ein.

Neues aus Berlin
Neues aus Berlin

Mein Morgen beginnt heute mit einem Umweg. Ich fahre mit meinem Sohn per Fahrrad zu dessen acht Kilometer entfernter Schule. Wenn schon BVG-Streik, habe ich gesagt, nutzen wir das produktiv. Bewegung statt S-Bahn, dachte ich mir. Und ich bin jetzt schon genervt, bevor es überhaupt losgeht. Draußen ist es einfach noch zu kalt dafür.

Seit 3 Uhr stehen U-Bahnen, Straßenbahnen und die meisten Buslinien bis Sonntagfrüh still. 48 Stunden, mit denen die Streikenden deutlich machen wollen, dass ohne sie nichts geht. Und so ist es ja auch. Nicht nur tagsüber, auch zu fiesen Zeiten mitten in der Nacht bewegen die BVGler Hunderttausende. Wenn nicht mal wieder die Technik irgendeiner U-Bahn streikt oder die Straßenbahn an vereisten Oberleitungen scheitert.

Genervt vom Streik bin ich trotzdem. Weil das Gefühl entsteht, in den Verhandlungen hätten beide Seiten schon weiter sein können. Auch ohne rituell vorgetragene Streiks. Es ist jetzt schon der zweite Warnstreik und der Aufruf von Verdi zeigt, dass es der Gewerkschaft lediglich um ein bundesweit vernehmbares Signal geht.

Die Forderungen hier in Berlin sind simpel: eine maximale tägliche Schichtlänge von 12 Stunden, eine Wendezeit von mindestens 6 Minuten am Ende jeder Strecke und eine höhere Mindestruhezeit. Die BVG will darüber ohnehin sprechen. Und nennt den Ausstand deshalb eine „völlig unverhältnismäßige Eskalation“. Die Verhandlungen seien eigentlich im Zeitplan.

Was bleibt? Ich fahre Rad, andere kommen heute gar nicht weiter. Ich würde mir wünschen, dass künftig erst geredet wird. Und wenn es keinen Fortschritt gibt, dann ernten die Streikenden vielleicht auch mehr Verständnis für so einen 48-Stunden-Ausstand. Denn im Kern geht es ja um die Attraktivität eines Jobs, der wegen Schichtarbeit und täglichem „Straßenkampf“ auch eine anständige Entlohnung und gute Arbeitsbedingungen braucht.

Außerdem wichtig
Außerdem wichtig

Gute Nachrichten für Fahrgäste im Berliner Südwesten: Die U9 ist ab Montag wieder auf der gesamten Strecke zwischen Osloer Straße und Rathaus Steglitz unterwegs.

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage ist eine Kehrmaschine in einen Gehsteig eingebrochen. Diesmal in der Almstadtstraße in Mitte. Wasserbetriebe und Stromnetz Berlin müssen jetzt prüfen, ob unterirdische Leitungen beschädigt wurden.

Am Donnerstagmorgen ist die Polizei mit mehreren Mannschaftswagen nach Kleinmachnow ausgerückt. Ermittelt wird gegen drei Männer im Alter von 24, 25 und 40 Jahren. Auch eine bekannte Clan-Größe steht im Fokus der Ermittlungen.

Was bleibt noch vom gestrigen Tag? Tricia Tuttle bleibt. Vorerst. Peter Zander hat aufgeschrieben, wie die vertagte Entscheidung einzuschätzen ist.

Und für alle Fans des Eurovision Song Contest zum Schluss noch eine Ankündigung: Am Samstag findet bei uns in Berlin der deutsche Vorentscheid statt, moderiert von Barbara Schöneberger und Hazel Brugger. Wird natürlich im Fernsehen übertragen.

Kommen Sie heute gut durch den Streiktag. Ich wünsche schon mal ein entspanntes Wochenende.

Ihr Peter Schink,
Chefredakteur

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