Über Jahre hatte der Berliner Kinder- und Jugend-Reitverein KJRFV Zehlendorf e. V. Geld zurückgelegt, um dringend benötigte Technik für den Stallbetrieb zu ersetzen. Statt eines Radladers blieb am Ende jedoch nur ein großer finanzieller Schaden: Wie die „B.Z.“ berichtet, wurde der Verein Opfer eines perfiden Online-Betrugs und verlor 17.000 Euro.

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Anfang Januar sei dem Vorstand ein vermeintlich attraktives Angebot weitergeleitet worden: Ein gebrauchter Radlader der Marke Liebherr, angeblich aus einer Insolvenzmasse, zu einem bezahlbaren Preis. Anbieter sollte ein Fachanwalt für Insolvenzrecht sein – inklusive real existierender Kanzleidaten. Tatsächlich hatten Betrüger dessen Identität missbraucht, berichtet die Zeitung.

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Der Verein habe die Angaben nach eigenen Möglichkeiten geprüft. „Wir waren wirklich nicht leichtfertig“, sagt Kassenwartin Irit Kulzk gegenüber der „B.Z.“. Fotos des Fahrzeugs, detaillierte Unterlagen und sogar die Bitte um einen Vereinsregisterauszug hätten Seriosität vermittelt. Mitte Januar habe der Verein die geforderten 17.000 Euro überwiesen. Kurz darauf sei der Kontakt abgebrochen. Telefonisch sei niemand mehr erreichbar gewesen, die Website sei verschwunden. Spätestens da sei klar geworden: Das Geld ist verloren.

Nach 17.000-Euro-Betrug: Verein erstattet Anzeige

Für den Reitverein sei der Schaden gravierend. Täglich würden dort bis zu 80 Kinder und Jugendliche betreut, insgesamt würden 80 Schulpferde zum Bestand gehören. Sie müssen gefüttert und versorgt, Ställe ausgemistet werden, berichtet der Verein gegenüber der Zeitung. Der alte Radlader sei stark in die Jahre gekommen. „Wir brauchen den neuen“, sagt die Vorsitzende Glinda Spreen gegenüber der „B.Z.“.

Finanziell sehe es bei dem Verein nicht rosig aus. „Unser Geld reicht knapp für den Alltag. Wir sind kein reicher Laden, sondern ein eher rustikaler Verein“, erklärt Kulzk gegenüber der Zeitung. Größere Anschaffungen würden nur über zusätzliche Kurse finanziert. Das nun verlorene Geld sei mühsam angespart worden.

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Über eine Anwältin hat der Verein Strafanzeige bei der Berliner Staatsanwaltschaft gestellt, wie die „B.Z.“ berichtet. Die Hoffnung, das Geld zurückzubekommen, sei gering. Vereinsanwältin Christa Schaal hält die Chancen auf Wiederbeschaffung laut Bericht für nahezu ausgeschlossen. Trotz des Rückschlags soll der Betrieb weiterlaufen. Den Kindern und Eltern sei zugesichert worden, dass der Reitunterricht gesichert sei. Ein neuer Radlader bleibe jedoch vorerst ein ferner Wunsch.