Kottbusser Tor, Görlitzer Park, Leopoldplatz. Seit einem knappen Jahr sind die drei Berliner Kriminalitäts-Hotspots von der Polizei als Waffen- und Messerverbotszonen ausgewiesen. Das bedeutet: Dort dürfen dauerhaft keine Hieb-, Stich- und Schusswaffen mit sich geführt werden, ansonsten drohen saftige Geldstrafen. Die Polizei hat die Möglichkeit, ohne Anlass zu kontrollieren und sogar Küchenmesser zu beschlagnahmen. Im Dezember nannte Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel die Verbotszonen als Teil der Polizei-Strategie gegen die zunehmende Messergewalt einen Erfolg.

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Eine aktuelle Anfrage der AfD unterstreicht diese Aussage nur teilweise. Wie aus der Antwort der Senatsinnenverwaltung hervorgeht, kam es im vergangenen Jahr am Görlitzer Park und dem Kottbusser Tor in Kreuzberg zwar tatsächlich zu einem Rückgang der erfassten Strafdelikte im beobachteten Zeitraum seit dem 15. Februar.

Rückgang der Straftaten am Kottbusser Tor und am Görlitzer Park

Was allerdings auch an der Teillegalisierung von Cannabis liegen dürfte, da Drogendelikte zumindest am Görlitzer Park den Löwenanteil der registrierten Straftaten ausmachen. Insgesamt sank die Zahl der Straftaten am Görlitzer Park von 2117 im Jahr 2024 auf 1462 im Jahr 2025 und am Kottbusser Tor von 2302 im Jahr 2024 auf 2016 im Jahr 2025. Am Leopoldplatz in Mitte blieb das Deliktaufkommen mit 1080 hingegen nahezu identisch (2024: 1042).

Weniger Messerattacken in den Verbotszonen

Während kaum Veränderungen bei den Sexual- und Körperverletzungsdelikten in der Statistik zu finden sind, hat die Präsenz der Polizeibeamten in den drei Verbotszonen tatsächlich zu einem Rückgang der Messerattacken geführt. Am Görlitzer Park sank die Zahl von 48 auf 26, am Kottbusser Tor von 38 auf 27 und am Leopoldplatz von 27 auf 19.

Messerverbotszonen: Viele Kontrollen, wenig Funde

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Die sichergestellten Waffen fallen im Gegensatz dazu eher gering aus. So beschlagnahmte die Polizei vom 15. Februar bis zum 31. Dezember 2025 am Leopoldplatz in 3177 Kontrollen insgesamt 116 Messer und sonstige gefährliche Gegenstände. Am Görlitzer Park waren es 26 Messer in 552 Kontrollen und am Kottbusser Tor 34 Messer in 1126 Kontrollen.

Vasili Franco: Stadt wird durch Messerverbotszonen nicht sicherer

„Messerverbotszonen erweisen sich weder als Allheilmittel, noch als effektive Maßnahme“, kommentiert Vasili Franco, innenpolitischer Sprecher der Berliner Grünen. „Zehntausende von Einsatzkräftestunden, massenhafte Kontrollen von Unschuldigen und Erfolge im Promillebereich.“ Gerade weil die Polizei mit den Herausforderungen in der Hauptstadt ausreichend ausgelastet sei, sollten die Verbotszonen auf den Prüfstand gestellt werden. „Die Stadt wird nicht dadurch sicherer, dass die Polizei Obdachlosen das Taschenmesser wegnimmt“, so Franco. „Gerade an den sozialen Hotspots braucht es soziale Maßnahmen.“

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Fündiger wurden Polizei und Bundespolizei indes im Berliner Nahverkehr. Seit dem 15. Juli gilt in allen Bahnhöfen und Bahnen der S-Bahn und der BVG ebenfalls ein Waffenverbot. Die Sicherheitsbeamten beschlagnahmten im vergangenen halben Jahr in 16.060 Kontrollen 248 Messer und andere Waffen. Allerdings scheint das keinerlei Einfluss auf die Straftaten im ÖPNV gehabt zu haben. Die Zahl der erfassten Straftaten blieb nahezu gleich (2024: 9179, 2025: 9067), ebenso wie die Zahl der Messerangriffe. Sowohl 2024 als auch 2025 wurden 64 Messerattacken in Bus, U-Bahn, Tram und S-Bahn erfasst.