In zwei weiteren Schreiben, die am Mittwochabend auf der linksautonomen Plattform „Indymedia“ erschienen, hat eine „Vulkangruppe“ weitere Anschläge angekündigt. „Dieser Anschlag ist kein Einzelfall, keine isolierte Eruption“, heißt es in dem einen. Die Stromzufuhr zum Bezirk Marzahn-Hellersdorf sei mit einem Zeitzünder versehen worden, heißt es in dem zweiten. Die Behörden prüfen derzeit die Echtheit. Bisher habe man nichts Entsprechendes finden können, hieß es am Donnerstagnachmittag von der Berliner Polizei.

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Nach Informationen der Deutschen Presseagentur (dpa) seien von der Polizei und dem Betreiber Berliner Stromnetz elf Stellen überprüft worden. Auch die Senatsinnenverwaltung bestätigte die Überprüfung. „Es gab keine Feststellungen“, sagte eine Sprecherin.
Tatsächlich scheinen Zweifel an der Echtheit der Schreiben angebracht. Denn bisher wurden von der Vulkangruppe keine konkreten Anschläge angekündigt, sondern lediglich im Nachgang Bekennerschreiben veröffentlicht. Die Ankündigungen erschienen am Mittwoch um 19.14 Uhr und am Donnerstag um kurz nach Mitternacht und wurden beide inzwischen wieder gelöscht. In Archiven und auf Social Media sind sie jedoch weiterhin zu finden.
Stromausfall in Berlin: Authentizität des Bekennerschreibens wird angezweifelt

Nach einem Brandanschlag auf eine Kabelbrücke über den Teltowkanal in Lichterfelde fiel ab Samstagfrüh in Berlins Südwesten der Strom aus. Zehntausende Haushalte waren bis Mittwoch von der Versorgung abgeschnitten. Das Bekennerschreiben wurde am Sonntag veröffentlicht.
Die Sicherheitsbehörden halten es für authentisch, allerdings gibt es daran auch Zweifel, die auch von einer am Mittwoch auf Indymedia veröffentlichten Distanzierung von dem Bekennerschreiben genährt werden. Darin wird nach Russland und auf die politische Rechte gedeutet. Unterschrieben sind alle diese Texte mit „Vulkangruppe“. Allerdings kann jeder auf Indymedia anonym veröffentlichen. Zu den übrigen Schreiben äußerten sich Polizei und die Bundesanwaltschaft bislang nicht.
Aktuelle News & Artikel zum Stromausfall
Vulkangruppe verübt seit 2011 Brandanschläge in Berlin und Brandenburg
Nach Einschätzung des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) werde das Label „Vulkangruppe“ von mehreren Gruppen genutzt, die dem Bereich des militanten Anarchismus oder des Linksextremismus zuzuordnen seien. Es handele sich nicht um eine einheitliche Gruppe mit festem Personal und klarer Führungsstruktur. Die diversen Vulkangruppen sollen seit 2011 vor allem in Berlin und Brandenburg immer wieder Brandanschläge auf wichtige Punkte der öffentlichen Infrastruktur begangen haben, wie das Bundesamt für Verfassungsschutz schreibt – zuletzt im September in Adlershof.
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Die genaue Zahl der Anschläge der „Vulkangruppen“ ist nicht bekannt. 2024 hieß es, den Sicherheitsbehörden seien bislang elf strafbare Tatkomplexe bekannt, zu denen sich die Gruppe seit 2011 bekannt hätte. Später kamen weitere hinzu.










