Steffen Bachmann* aus Potsdam hat eine Nachricht an die Berlinerinnen und Berliner: „Achten Sie auf Ihre Nachbarn!“, betont er gegenüber der Morgenpost immer wieder am Telefon. Sieben Menschen, so schildert es Bachmann, hat er am Samstagnachmittag bei sich einquartiert. Eine ihm bekannte Familie aus Wannsee, fünf Kinder, Vater und Mutter. Für zwei der Kinder endete der Stromausfall im Berliner Südwesten am Samstagabend im Krankenhaus – dank der Nachbarschaftshilfe konnte wohl Schlimmeres verhindert werden. „Wir haben sie mit Nachrichten bombardiert und gebeten, zu uns zu kommen. Ich bin dann sogar hingefahren“, sagt Bachmann aufgebracht. Was war da passiert?

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Als am Samstag die Lichter und Heizungen im Berliner Südwesten ausgehen, sind Bachmanns Bekannte betroffen. Zwei der Kinder seien mit ihrer Mutter zu Hause gewesen, erzählt er. Die Temperaturen in der Wohnung fielen offenbar schnell.

Dann will die Mutter der Kinder etwas gegen die eindringende Kälte tun. Sie stellt einen alten Kohleofen in die Mitte des Wohnzimmers. Eines ihrer Kinder legt sich daneben und schläft ein. Es ist der einzige Ort in der Wohnung, an dem es warm ist. So wird sie es Bachmann erzählen, als das Telefon klingelt und er die Familie bittet, doch nach Potsdam zu kommen. Die Mutter lehnt dankend ab.

Kohlenmonoxidvergiftung wird oft zu spät erkannt

„Kohlenmonoxid ist ein farb-, geruch- und geschmackloses Gas“, heißt es beim Umweltbundesamt. „In höheren Konzentrationen wirkt CO als starkes Atemgift.“ Die Mutter weiß das nicht – aber Bachmann und seine Frau.

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Der Potsdamer habe sich nach dem Telefonat auf den Weg nach Wannsee gemacht. Es sei gelungen, die Freunde zu überzeugen, mit zu ihm zu kommen. Als am späten Abend einem der Kinder schlecht wurde, sei der Vater mit ihnen in die Notaufnahme gefahren. Und tatsächlich: Dort wurde Bachmann zufolge eine beginnende Kohlenmonoxidvergiftung festgestellt. Zwei Kinder seien vorübergehend beatmet worden.

Alte Kaminöfen: Was nicht geprüft wird, darf nicht genutzt werden

Jörg Seelbach, Technischer Berater im Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks, hört solche Geschichten nicht zum ersten Mal. Er warnt vor Experimenten mit nicht offiziell angemeldeten Feuerstätten für feste Brennstoffe. Feuerstätten, die nicht regelmäßig durch das Schornsteinfegerhandwerk überprüft werden und den gesetzlichen Anforderungen mitunter nicht entsprechen, seien nicht sicher. Mieter sollten im Zweifel den Hauseigentümer oder den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger kontaktieren, um zu erfahren, ob eine Feuerstätte offiziell angemeldet ist. Oft seien etwa bei alten Kaminöfen Verbindungsstücke entfernt oder Schornsteine verschlossen. „Das sehen Sie von außen als Laie nicht“, sagt Seelbach. Er warnt: „Kohlenmonoxidvergiftungen können tödlich enden.“

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Wer jetzt hofft, einen alten Kaminofen oder Ähnliches kurzfristig wieder in Betrieb nehmen zu können, wird von Seelbach enttäuscht. „Das geht nur nach einer baurechtlichen Abnahme nach Landesrecht durch den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger.“ Bei dieser prüfe der Schornsteinfeger alle Bestandteile der Anlage, also auch Anschluss und Schornstein, und stelle sicher, dass alle gesetzlichen Standards eingehalten werden. Von eigenen Experimenten rät der Experte klar ab.

*Name von der Redaktion geändert. Die Namen der Betroffenen sind der Redaktion der Berliner Morgenpost bekannt.