Es ist ein Wort, das nicht automatisch die Beschreibung „dramatisch“ verdient: Stromausfall. Im Fall des großflächigen Blackouts im Südwesten Berlins ist das anders. Die schiere Größe des betroffenen Krisengebiets in Kombination mit den eisigen Minusgraden erforderten und erfordern noch immer alle verfügbaren Einsatzkräfte. Und bereits jetzt steht fest: Der Stromausfall wird Berlin noch eine Weile beschäftigen. Wenn das Stromnetz wieder intakt ist, heißt das nicht automatisch, dass auch die Heizungen wieder funktionieren, wie ein Experte gegenüber dieser Redaktion nun sagt.

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„Wir werden auf jeden Fall Folgeschäden haben“, sagt Mark Frankenstein, Geschäftsführer der mf Mercedöl GmbH und Mitglied der Berliner Innung für Sanitär, Heizung und Klempner. Wie groß der Schaden ist, sei derzeit kaum absehbar. Jedoch habe er selbst alle verfügbaren Mitarbeiter für Donnerstag und Freitag bereits geblockt. „Ich gehe davon aus, dass wir sehr viele Anrufe auch gegen Ende der Woche kriegen. Unsere Mitglieder stehen dann bereit, um schnell auszurücken.“
Was kommt nach dem Stromausfall? Heizungen in Berlin müssen neu programmiert werden
Vordergründig, weil die meisten Anlagen, auch wenn sie keine großen Schäden aufweisen, wieder in Betrieb genommen werden müssen. Etwa, weil Zeitprogramme neu programmiert werden müssen. Vor allem in Zehlendorf und Wannsee, wo viele Einfamilienhäuser stehen und verschiedene Heizsysteme verbaut sind, sei derzeit noch völlig offen, wie großflächig die Schäden sind.

Erst dann könne Frankenstein, dessen Firma auf Arbeiten im Bereich Heizung und Sanitär spezialisiert ist, auch sagen, ob und wie viele Heizungsanlagen so große Schäden durch den Stromausfall erlitten haben, dass sie gänzlich ersetzt werden müssen. „Das Rohrnetz ist bei diesen Temperaturen natürlich sehr angreifbar“, so Frankenstein. Die Leitungen können schlichtweg eingefroren sein, sodass der klassische Rohrbruch droht. Es wäre noch das kleinere Übel. Denn auch elektrische Bauteile sind nach Angaben des Experten durch die abrupte Stromunterbrechung prädestiniert dafür, schnell kaputtzugehen.
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Viele Berliner im betroffenen Krisengebiet sind bereits jetzt auf der Suche nach alternativen Heizquellen. „Wir hatten bereits sehr viele Anfragen von Kunden, ob wir nicht helfen können“, berichtet unter anderem Paul Dürrkopp von „mobile-notheizungen.de“. „Das Ding ist aber: Um die Wärme ins System zu bringen, benötigen auch wir Strom.“ Dürrkopp gehe ebenfalls davon aus, dass für ihn und seine Kollegen und Kolleginnen die wirkliche Arbeit erst gegen Ende der Woche losgehen wird. „Ich rechne vielerorts mit großen Problemen, einfach, weil viele Heizungen noch alte Kessel und Pumpen haben“, so Dürrkopp.
Große Nachfrage bei Campingkochern: Obi-Markt in Berlin-Steglitz muss Ware aus anderen Märkten nachordern
Und da die auf mobile Heizungen spezialisierten Händler ebenfalls Strom benötigen, werden Berliner jetzt kreativ. Eine Sprecherin der Baumarkt-Kette Obi teilte mit, dass es derzeit im Markt in Berlin-Steglitz „eine verstärkte Nachfrage nach Taschenlampen, Batterien, Campinggas und -kochern, Kerzen sowie Katalytöfen“ gibt. Die Nachfrage sei so groß, dass andere Berliner Märkte sowie weitere aus dem Umland zusätzlich Ware anliefern. Zudem steht allen Bürgern eine große Ladestation zum kostenlosen Aufladen von Smartphones und anderen Geräten zur Verfügung.
Und auch in den Toom-Märkten in Berlin-Friedrichshain, Potsdam und Stahnsdorf herrscht seit Samstag nach Unternehmensangaben eine große Nachfrage nach Stromgeneratoren, Campingkochern, Kartuschen, Gasflaschen sowie Taschenlampen. Viele Berliner griffen, den Verkaufszahlen nach zu urteilen, auch auf Feuerzeuge und Kerzen zurück.




