Das Bündnis „A100 wegbassen“ ruft für Samstag (18.10.) erneut zu einer Demonstration gegen den Weiterbau der Stadtautobahn auf. Sie sprechen sich auch für eine Umnutzung des eröffneten 16. Abschnitts aus – gemäß der tatsächlichen Bedürfnisse der Berlinerinnen und Berliner. Unterstützer können zu Fuß oder mit dem Fahrrad an der Demo teilnehmen.

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Der A100-Protest ist bei der Versammlungsbehörde der Polizei Berlin in der Zeit von 13 bis 19 Uhr angemeldet. „Gemeinsam laufen und radeln wir ab der Anschlussstelle Sonnenallee über den 16. Abschnitt bis zu dessen Ende am Treptower Park. Damit zeigen wir, was auf der Betonschneise möglich ist. Seid kreativ und bringt eure Schilder, Ideen, Visionen und Forderungen mit!“, schrieb das Bündnis „A100 Webassen“ auf ihrer Homepage.
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Mehrere Zubringer-Demos führen zur Hauptkundgebung
Zum Hauptprotest führen vorab drei Zubringer-Demonstrationen. Eine von „Fridays for Future“ startet um 12 Uhr am Invalidenpark. Sie führt durch das Regierungsviertel über den Großen Stern und Tempelhofer Damm zur Anschlussstelle Sonnenallee – Hatun-Sürücü-Brücke. Eine weitere Zubringer-Demo wurde von „Senior Mass“ ab 13 Uhr angemeldet. Diese startet am S-Bahnhof Tempelhof und schließt sich dann der Zubringer-Demo von „Fridays for Future“ an.
Eine dritte Zubringer-Demo der „KungerKiezInitiative e.V. eine Kidical Mass“ startet um 13.30 Uhr am Schmollerplatz. Sie führt über die Treptower Straße zur A100-Anschlussstelle. Am Ende des Artikels finden Sie die detaillierten Routenverläufe.
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Trotz Protesten: Mehrheit der Berliner für A100-Weiterbau
Zuletzt war auf der A100 Ende August der 16. Bauabschnitt von der Anschlussstelle Neukölln bis zum Treptower Park eröffnet worden. Die Bauarbeiten dauerten mehr als zehn Jahre – mit Kosten von rund 720 Millionen Euro. Damit ist er der teuerste Autobahnabschnitt, der je in Deutschland gebaut wurde. Nach der Eröffnung gab es rund um die Ab- und Auffahrt in Treptow immer wieder lange Staus und unübersichtliche Situationen. Es war auch zu Protesten gekommen.
Jedoch befürwortet eine Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner den Weiterbau der A100. Das zeigte eine repräsentative Umfrage des Instituts Civey Anfang Oktober. Rund 57 Prozent der Befragten sprachen sich für eine Verlängerung bis Lichtenberg aus, während knapp 32 Prozent dagegen sind. Zwischen dem 27. August und dem 20. September wurden dazu 2500 Berlinerinnen und Berliner ab 16 Jahren befragt.
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Weiterbau der A100 nicht mehr in diesem Jahrzehnt
Der Weiterbau der Stadtautobahn befindet sich derzeit allerdings in der Schwebe. Mitte September kam die bundeseigene Autobahngesellschaft nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur zu der Einschätzung, dass der 17. Bauabschnitt der Stadtautobahn im laufenden Jahrzehnt nicht mehr umgesetzt werden soll.
In den Unterlagen wurde der 17. Bauabschnitt als weniger wichtig eingestuft. Ein konkreter Zeitplan liegt nicht mehr vor. In der bisherigen Fassung des Finanzierungs- und Realisierungsplans (2021 bis 2025) war der Bau unter „bis 2025 neu zu beginnende Projekte“ aufgelistet gewesen.
Die Routen der Zubringer-Demos im Detail:
Ab 12 Uhr Zubringer-Demo von „Fridays for Future“
- Invalidenpark
- Invalidenstraße
- Luisenstraße
- Reinhardtstraße
- Kronprinzenbrücke
- Konrad-Adenauer- Straße
- Otto-von-Bismarck-Alle
- Annemarie-Renger- Straße
- Paul-Löbe-Allee
- Yitzhak-Rabin-Straße
- Straße des 17. Juni
- Großer Stern
- Hofjägerallee
- Klingelhöferstraße
- Herkulesbrücke
- Lützowufer
- Schöneberger Ufer
- Potsdamer Brücke
- Potsdamer Straße
- Potsdamer Platz
- Stresemannstraße
- Wilhelmstraße
- Mehringbrücke
- Mehringdamm
- Tempelhofer Damm - S-Bahnhof Tempelhof
- Tempelhofer Damm - Alt-Tempelhof
- Germaniastraße
- Oberlandstraße
- Silbersteinstraße
- Karl-Marx-Straße
- Buschkrugallee - A100-Anschlussstelle
- A100-Anschlussstelle Sonnenallee - Hatun-Sürücü-Brücke
Ab 13 Uhr Zubringer-Demo von „Senior Mass“
- S-Bahnhof Tempelhof
- Tempelhofer Damm
- Alt-Tempelhof
- Germaniastraße
- Oberlandstraße
- Silbersteinstraße
- Karl-Marx-Straße
- Buschkrugallee - A100-Anschlussstelle
- A100-Anschlussstelle Sonnenallee - Hatun-Sürücü-Brücke
Ab 13.30 Zubringer-Demo von „KungerKiezInitiative e.V. eine Kidical Mass“
- Schmollerplatz
- Heidelberger Straße
- Bouchéstraße
- Harzerstraße
- Treptower Straße
- Kiehlufer
- Ziegrastraße
- Sonnenallee - Hatun-Sürücü-Brücke
Hintergrund:
Der kürzlich eröffnete Bauabschnitt 16 der A100 ist der teuerste Autobahnabschnitt Deutschlands. Seit seiner Eröffnung leiden die angrenzenden Kieze unter blockierten Kreuzungen und stark erhöhtem Verkehrsaufkommen.
Der geplante weitere Ausbau bedroht zahlreiche Clubs und kulturelle Orte im Osten der Stadt und somit die Berliner Kulturszene insgesamt.
Die Politik hält dennoch am Ausbau fest und investiert hunderte Millionen Euro, während sozial gerechte und nachhaltige Verkehrspolitik vernachlässigt wird.







