„Papa, wir haben Grün!“, ruft ein kleiner Junge am Montagmorgen, während er vorne auf seinem Platz im Lastenrad sitzt und die Ampel an der Kreuzung zur Treptower Elsenstraße beobachtet. Sein Vater aber zögert, wirft einen langen Blick nach hinten, ehe er langsam in die Pedalen tritt. Grund genug dafür hat er. Auch an diesem Montag, pünktlich zum Schulbeginn, ist die Verkehrssituation an der neuen Ausfahrt des 16. Bauabschnitts der A100 in Treptow mehr als unübersichtlich.

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Und gefährlich. Insbesondere für Radler, da Autofahrer oftmals versuchen, in einer sterbenden Grünphase noch rechts auf die Straße Richtung Friedrichshain abzubiegen. Auch LKW sind darunter. Immer wieder sorgen impulsive Spurenwechsel zu haarscharfen Ausweichmanövern, ungläubig beobachtet von Fußgängern und Passanten, die sich während der eigenen Grünphase nicht sicher sein können.

An der Kreuzung an der Puschkinallee verhindert am heutigen Morgen nicht selten pures Glück, dass es zu Zusammenstößen kommt. Autos bleiben mitten auf der Kreuzung stehen, weil sie ihr Vorankommen bei Dunkelgelb überschätzt haben. Fahrzeuge aus anderen Richtungen schlängeln sich an ihnen vorbei.

Der Verkehr staut sich, die Gefühle jedoch erleben ungehemmten Lauf. „Aufpassen!“, brüllt ein Radfahrer und vollführt eine wüste Geste in Richtung eines PKW, der auf der Fahrradspur zum Stehen gekommen ist. Die Woche startet rund um den S-Bahnhof Treptower Park mit Hupkonzerten und schwachen Nerven – erneut. Der stetige Verkehr aus den umliegenden Kiezen Treptows und Neuköllns trägt zur Verschärfung bei.

Stau auf der A100
Bereits am frühen Morgen staut sich der Verkehr insbesondere an der Kreuzung der Elsenstraße. Hier treffen Autobahnfahrer auf den Rückstau der nur einspurig befahrbaren Elsenbrücke.© Dennis Meischen | Dennis Meischen

Stau an A100 in Berlin: Verkehrschaos zum Schulstart sorgt für schwache Nerven

Seit den frühen Morgenstunden schon stockt der Verkehr, der Rückstau von der nur einspurig befahrbaren Elsenbrücke reicht nach und nach zurück bis zur Ausfahrt der A100, auch wenn es zwischendurch immer mal wieder Phasen der Entspannung gibt. Nutzer des ÖPNV brauchen ebenfalls Geduld. Busse der BVG stecken vor der Elsenbrücke genauso fest wie alle anderen. Auch sie müssen ihre Spur verteidigen, vor allem vor der Elsenbrücke selbst, da Autofahrer hier in regelmäßigen Abständen versuchen, auf der Busspur Strecke vor dem Einfädeln zu machen.

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„Es ist ein Wahnsinn, wie rücksichtslos und unbedacht einige fahren“, sagt Tom, der in der Gegend arbeitet. „Ich bin immer wieder erstaunt, dass nicht mehr Unfälle passieren.“

Seit der Eröffnung des 16. Bauabschnitts hat sich das Verkehrschaos an der Baustelle der Elsenbrücke noch einmal deutlich verschärft. Kritiker sahen sich in ihren düstersten Prognosen bestätigt. Zuletzt wurde deswegen aus verschiedensten Ecken gefordert, den neuen Abschnitt der Stadtautobahn bis zur Fertigstellung des Neubaus der Brücke wieder zu sperren. Mit einer Fertigstellung der Elsenbrücke wird allerdings erst „Ende des Jahres“ gerechnet.