Den Eindruck, dass sich die Verkehrssituation auf der Elsenstraße nach der Eröffnung des 16. Bauabschnitts der Autobahn A100 deutlich verschlechtert hat, bestätigen nun auch aktuelle Daten. Über diese berichtete der „Spiegel“ mit Verweis auf den Navigationsanbieter TomTom. Das Ergebnis der Analyse: In den kritischen Abschnitten der Elsenstraße in Treptow sei die mittlere Geschwindigkeit (Median) am Vormittag von einst rund 40 Kilometern pro Stunde auf teils nur noch vier Kilometer pro Stunde gesunken. Wobei sich Staus nahezu den gesamten Tag über beobachten lassen.

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Vor allem der Abschnitt der Elsenstraße hinter der Straße Am Treptower Park, in die die Autobahnabfahrt mündet, in Richtung Norden ist betroffen. Dort erreichen Fahrzeuge der Analyse zufolge weniger als 50 Prozent der einstigen Geschwindigkeiten, teils sogar nur noch zehn Prozent. Als Vergleichszeiträume wurden die Wochen vom 16. bis 20. September 2024 sowie vom 15. bis 19. September 2025 genommen, jeweils in der Zeit von 8 bis 12 Uhr.

Auch auf der Puschkinallee Richtung Nordwesten nach Kreuzberg hat sich das Verkehrstempo demnach deutlich verlangsamt. Hier ist je nach Abschnitt davon die Rede, dass die mittlere Geschwindigkeit um zehn bis 50 Prozent zurückgegangen ist. Dies sei vermutlich ebenfalls durch den Zusatzverkehr von A100-Nutzern verursacht, heißt es.

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Stau auf der Elsenstraße: Buslinie wird auch am Freitag umgeleitet

Welche Folgen das hat, lässt sich nahezu täglich beim Busverkehr der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) feststellen: Auch am Freitag informierte das Unternehmen erneut, dass die Buslinie M43 aufgrund des Staus von Glasbläserallee bis S-Bahnhof Treptower Park umgeleitet werde, und das beinahe neun Stunden lang. Zwar wurde bereits Mitte September eine Busspur eingerichtet, die inzwischen auch durch Warnbaken geschützt und von den Autospuren abgetrennt ist. Dennoch berichtete Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) erst in dieser Woche, dass Autofahrer sich nicht an die Verkehrsregeln halten und die Busspur dennoch nutzen würden.

Die neue Spurenführung auf der Elsenbrücke soll den Verkehrsstau verringern, den dieses Nadelöhr seit Eröffnung des 16. Autobahnabschnittes verursacht.
Die geplante Verkehrsführung auf der Elsenbrücke.© Berliner Morgenpost Infografik | C. Schlippes

Entlastung für den Kfz-Verkehr soll „schnellstmöglich“ eine neue Spurenaufteilung auf der Elsenbrücke bringen, die derzeit ein Nadelöhr ist. Für den Verkehr in Richtung Friedrichshain soll es statt nur einer Spur künftig zwei Spuren geben, dafür fällt für den Radverkehr ein Fahrstreifen weg. Für Radfahrer soll es stattdessen nur noch einen Zwei-Richtungsradweg geben. Wann genau das passiert, ist noch nicht klar. Bereits die Ankündigung stieß erwartungsgemäß aber auf Kritik.

Bezirke kritisieren geplante Verkehrsführung auf der Elsenbrücke

Das Aktionsbündnis „A100 stoppen!“ erklärte etwa: „Wer von Friedrichshain nach Treptow radeln will, muss künftig fünf Ampeln und zweimal die stark befahrene Elsenstraße überqueren. An der Kreuzung Elsenbrücke/Stralauer Allee sind drei Ampeln notwendig, beim S-Bahnhof Treptower Park weitere zwei.“ Jede Querung verursache Stress, Wartezeit und zusätzliche Gefahren, so das Bündnis weiter.

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Auch von den Verkehrsstadträtinnen aus Treptow-Köpenick und Friedrichshain-Kreuzberg, Claudia Leistner und Annika Gerold (beide Grüne) kam schnell Kritik an der Planung von Ute Bonde. „Statt endlich den Umweltverbund zu stärken, wird der Radverkehr geschwächt – und das mitten in einer Situation, in der die Sicherheit für Radfahrende und zu Fuß Gehende ohnehin durch blockierte Querungen und chaotische Knotenpunkte massiv beeinträchtigt ist“, teilten sie mit. Zwar schilderten die beiden, dass die Anpassungen der Ampeln und die Busspur punktuell Entlastung gebracht hätten. „Zu den Berufsverkehrszeiten bleibt die Situation jedoch prekär, mit gravierenden Staus und Blockaden“, so die Grünen-Politikerinnen.

Die Verkehrsstadträtinnen aus den beiden Bezirken hatten vor der Eröffnung des 16. Bauabschnitts der A100 Ende August darauf gedrängt, mit der Verkehrsfreigabe zu warten, bis das erste Teilbauwerk der neuen Elsenbrücke fertig ist. Dann wird es pro Richtung für den Kfz-Verkehr drei Spuren geben, die Fertigstellung ist laut Verkehrssenatorin für den Winter geplant. Die zweite Brückenhälfte soll bis 2028 folgen, ist aber abhängig von den Planungen der Autobahngesellschaft des Bundes für den 17. Bauabschnitts der A100. Erste Aussagen hierzu werden bis Ende des Jahres erwartet.