Seit der Eröffnung des 16. Bauabschnitt der Stadtautobahn A100 herrschen mitunter chaotische Zustände an der neuen Anschlussstelle. Nun kündigte Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) im Mobilitätsausschuss Abhilfe an. „Der Verkehr von der A100 soll durch die Herausnahme einer Abbiegespur gedrosselt werden“, sagte Bonde am Mittwoch im Berliner Abgeordnetenhaus. Die über den neuen Autobahnabschnitt ankommenden Autos sollen „nur noch zweistreifig“ von der Straße Am Treptower Park in die Elsenstraße geführt werden. Außerdem werde zwischen den Straßen Am Treptower Park und Puschkinallee der kurze temporäre Bussonderfahrstreifen über die gesamte Länge angeordnet.

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Die beteiligten Akteure, die betroffenen Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg und Treptow-Köpenick, die Autobahn GmbH des Bundes (AdB) und die Polizei, seien über diese Maßnahmen informiert worden. Die AdB sei damit „sehr einverstanden“, sagte Bonde. Natürlich binde man auch die Bezirke ein, ergänzte sie mit Blick auf anderslautende Kritik von grünen Bezirksstadträten aus Friedrichshain-Kreuzberg und Treptow-Köpenick. „Mit den Maßnahmen wird eine Entlastung der Kieze stattfinden“, zeigte sich die Senatorin überzeugt.   

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Der Plan, den man dabei entwickelt habe, sieht so aus: Der Rechtsabbieger auf der Straße nach der Autobahn soll zum reinen Rechtsabbieger werden, ein Geradeausfahren soll dann nicht mehr möglich sein. Nach links sollen zwei Spuren in Richtung Elsenstraße verlaufen, nach rechts auf zwei Spuren in Richtung Elsenbrücke. Noch fehlt die finale Zustimmung der AdB. Für den Fall, dass diese Maßnahmen nicht ausreichen, um den Verkehr zu entspannen, schloss Bonde weitere Anpassungen nicht aus.

A100: Warum Ute Bondes Simulationen von der Realität überholt wurden

Vor der Eröffnung des neuen Autobahnabschnitts hat es in Bondes Verwaltung Simulationen des Verkehrsflusses gegeben, die sich mit dem realen Verkehrsfluss nach der Eröffnung dann allerdings nicht deckten. Solche Simulationen würden auf Prognosen basieren, sagte Bonde. Es würden Statistiken zugrunde gelegt, die sich aus anderen ähnlichen verkehrlichen Situationen ergeben. Man gehe bei solchen Simulationen außerdem von einem normalen verkehrlichen Aufkommen aus. Vielleicht habe die Eröffnung des neuen Abschnittes aber dazu beigetragen, dass sich der ein oder andere Berliner den neuen Abschnitt mal anschauen und befahren wollte, um zu gucken, ob der neue Abschnitt für ihn Sinn macht, mutmaßte Bonde.

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Dass sich der Verkehr nach Anpassungen im Straßennetz erst zeitverzögert an neue Situationen anpasst, sei durchaus normal. Zuletzt habe man das etwa bei der Ringbahnbrücke und der Westendbrücke gesehen, so Bonde.

Eine Sperrung des neuen Abschnittes, bis ein tragfähiges Verkehrskonzept vorliegt, schloss Bonde auf Nachfrage aus. „Das ist ein misslicher, aber durchaus nicht ungewöhnlicher Sachverhalt und wir tun jetzt alles, um diese missliche Situation in den Griff zu bekommen“, sagte sie.