Die Rütli-Schule in Berlin-Neukölln machte 2006 negative Schlagzeilen, als Lehrer einen Brandbrief verfassten, in dem sie katastrophale Zustände und Gewalt durch Schüler beschrieben. Die Schule wurde zum Symbol für das Versagen der Hauptschulen. Nun sorgt die Einrichtung wieder für einen Aufschrei. Wie der „Tagesspiegel“ berichtete, wurde der Ehemann eines Lehrers von aktuellen Schülern und ehemaligen Schülern monatelang schwulenfeindlich bedroht und beleidigt. Es habe belästigende Anrufe, schwulenfeindliche Hassbotschaften und E-Mails gegeben. Die Vorfälle ereigneten sich von August bis Dezember 2024.

Die Zeitung hat mit dem Betroffenen gesprochen. Er berichtete dem Medium, wie alles begann. Schüler hätten seinen Mann nach seinem Namen gefragt. Dies sei ursprünglich in einem netten Gespräch mit Oberstufenschülern passiert, habe offenbar aber die Runde gemacht – hin zu männlichen Jugendlichen, die offenbar ein Problem mit Homosexualität haben. Da er als Freiberufler arbeite, sei er im Internet gut zu finden. Die Schüler seien so an die Adresse gelangt. Auch in der Schule sei sein Mann von Schülern regelmäßig schwulenfeindlich diskriminiert worden.

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Rütli-Schule in Berlin: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Schüler

Der Staatsschutz ermittelte zunächst mit Schwerpunkt auf der Verfolgung von Hasskriminalität. Inzwischen übernahm die Staatsanwaltschaft. Die Behörde bestätigte dem „Tagesspiegel“, dass sie gegen einen namentlich bekannten Jugendlichen und gegen mehrere Unbekannte wegen des Verdachts auf Beleidigung und Nachstellung ermittelt. Im ersten Fall seien die Ermittlungen inzwischen abgeschlossen – mit welchem Ergebnis, konnte die Behörde noch nicht mitteilen. „Nach dem bisherigen Ergebnis der Ermittlungen ist mit ganz überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass auch sämtliche bislang unbekannten Täter aus der Schülerschaft stammten“, sagte ein Sprecher gegenüber dem „Tagesspiegel“.

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Von den Strafverfolgungsbehörden fühlte der Ehemann des Lehrers sich gut unterstützt, von der Schulverwaltung jedoch nicht. Diese habe auf E-Mails zum Teil nur schleppend reagiert. Auch das Erstatten der Anzeige sei dem Paar überlassen worden. Die Schulverwaltung teilte dem „Tagesspiegel“ mit, dass sie „zu laufenden Ermittlungsverfahren“ sowie Fragen zu Ehepartnern weder auskunftsfähig noch zuständig sei. Auch zu internen Abläufen gebe man keine Informationen. Die Rütli-Schule verfüge aber „über ein bewährtes pädagogisches Konzept, ist organisatorisch gut aufgestellt und wird von der Schulaufsicht sowie erfahrenen Trägern unterstützt.“