Der Fall des mutmaßlich an seiner Grundschule in Berlin-Moabit gemobbten homosexuellen Lehrers Oziel Inácio-Stech hat bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Die Rede ist von homophoben muslimischen Kindern und Eltern und einer Schulleitung, die in dieser Situation nicht angemessen reagiert habe. Unterlagen mit etlichen Gesprächsprotokollen und Stellungnahmen, die unserer Redaktion exklusiv vorliegen, zeigen jedoch das Bild eines kompletten Systemversagens, sowohl in der Schule, als auch in der Schulaufsicht. Und auch die höchste Stelle, Berlins Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) persönlich hat den heiklen Fall offenbar einfach seit Monaten weiterlaufen lassen.
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Bereits im Mai 2023 soll es zu einem ersten Vorfall an der Carl-Bolle-Grundschule gekommen sein. In der ersten Stunde, im Deutschunterricht mit einer fünften Klasse, attackierte ein Schüler Inácio-Stech, der als Pädagogische Unterrichtshilfe in der Klasse eingesetzt war, heftig. Der Schüler machte Witze über Homosexualität und zeigte respektloses Verhalten. „Die Stimmung in der Klasse war aufgeheizt und außer Rand und Band“, berichtete die Deutschlehrerin über den Vorfall. Inácio-Stech reagierte noch am selben Tag und schrieb an Queerformat, Fachstelle für Queere Bildung, um sie als externe Spezialisten in die Schule zu holen. Dies habe die Leitung nach Angaben von Inácio-Stech jedoch mit Verweis auf bereits laufende Projekte abgelehnt.



