Die Sommerferien sind zu Ende: Waren das nicht schöne Wochen für all jene, die mit einem Aperol am Strand liegen konnten oder mit einem Gläschen auf dem Balkon den Sonnenuntergang verfolgt haben. Die leichte Sommerbrise zieht bei dem Gedanken noch über die Stirn. Dabei konnte oder wollte man vielleicht mal schnell vergessen, was in dieser Stadt eigentlich so las war. Für all jene, die ab nächster Woche wieder der Alltag einholt, die aber mitreden wollen, hat die Berliner Morgenpost einen Kurzüberblick zusammengestellt. Es geht nicht nur um Politik, sondern auch um Verkehr, Possen und natürlich, das Wetter.

Eröffnung des 16. Teilstücks der A100

Freigabe des 16. Bauabschnitts der A100
Patrick Schnieder (CDU), Bundesminister für Verkehr, und Kai Wegner (CDU), Regierender Bürgermeister von Berlin (beide im Anzug v.l.), bei der offiziellen Freigabe der A100. © Sebastian Christoph Gollnow/dpa | Sebastian Gollnow

Was war das nur? Das musste man sich wirklich fragen, und irgendwie kann das alles nur in Berlin passieren. Nach zwölf Jahren sollte es endlich so weit sein, dass der 16. Bauabschnitt der Stadtautobahn A100 eröffnet wird. Doch im Vorfeld sickerte durch, dass man auf die feierliche Eröffnung verzichten will – aus Sorge vor gewaltbereiten Protesten. Stattdessen sollte die Zeremonie hinter verschlossenen Türen im Hotel Estrel stattfinden. Am Ende schnitten Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) und der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) am 27. August dennoch das symbolische Band auf der neuen Autobahn durch. Für eine Straße der Superlative: 720 Millionen Euro für 3,2 Kilometer Autobahn. An die Auswirkungen des Verkehrs hat aber wohl niemand so richtig gedacht. Wer sich selbst ein Bild machen will, sollte dieser Tage vielleicht mal in Richtung Elsenbrücke abfahren. Dort stapeln sich die Blechkarossen. Und interessant dürfte sein, wie sich das nach den Ferien verhält. Und nun? Wird darüber diskutiert, ob der Abschnitt der A100 wieder gesperrt wird - Geschichten aus Berlin eben.

Sperrung der Bahnstrecke Berlin-Hamburg

Generalsanierung Bahnstrecke Hamburg - Berlin
Ein Bagger gräbt während der Generalsanierung der Bahnstrecke Hamburg - Berlin Schotter von der Strecke.© Sebastian Gollnow/dpa | Sebastian Gollnow

Wo sich eine Tür schließt, öffnet eine andere - oder wie in diesem Fall, wo die A100 öffnet, schließt die Bahn die Strecke von Berlin nach Hamburg. Und das bis Ende April 2026. Seit dem 1. August fahren auf der Verbindung weder ICE noch Regional- oder Güterzüge. Der Grund: eine Generalsanierung. Die Strecke gilt als eine der wichtigsten Pendlerverbindungen Deutschlands. Täglich fahren allein im Fernverkehr rund 30.000 Menschen auf den rund 270 Kilometern. Die Bahn behilft sich nun mit hunderten Bussen, die die Pendler von A nach B bringen. Erst an diesem Freitag veröffentlichte die zuständige DB InfraGO eine erste Zwischenbilanz. Der Tenor lautet, „hohe Verlässlichkeit im Ersatzverkehr“ und die Bauarbeiten gehen planmäßig voran. Dennoch verlängert sich die Fahrtzeit um 45 Minuten. Fast wie immer, möchte man sagen.

SPD einigt sich auf Spitzenkandidat: Steffen Krach

SPD Berlin stellt Spitzenkandidaten Steffen Krach vor
Steffen Krach bei seiner Vorstellung. Er ist der Spitzenkandidat der SPD für die Berlin-Wahl im kommenden Jahr. © Britta Pedersen/dpa | Britta Pedersen

Weg vom Verkehr hin zur Politik: Die Berliner SPD will im kommenden Jahr mit Steffen Krach ins Rennen ums Rote Rathaus gehen. Das hatte die Berliner Morgenpost vor wenigen Wochen exklusiv berichtet. Sollten Sie sich fragen Steffen wer? Dann gibt es eine kurze Zusammenfassung: Krach ist 46 Jahre alt und in Hannover geboren. Er studierte unter anderem in Berlin, war später von 2016 bis 2021 Staatssekretär für Wissenschaft, damals noch unter dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD). Seit 2021 ist er Regionspräsident für Hannover und ist dort so etwas wie der oberste Repräsentant. Als die Nachricht über seine Kandidatur in Berlin durchsickerte, schrieb er noch eine Art vorgezogene Abschiedsmail an seine Verwaltungsmitarbeiter: „Die Region (Hannover, Anm. d. R.) ist und bleibt meine Heimat“. Kaum in seiner - nun ja - neuen, alten Arbeitsstätte angekommen, hat Krach gleich die Konfrontation gesucht. Praktisch zeitgleich zur Sommerpressekonferenz des Regierenden, stellte er sich am Montag den Berliner Medien vor. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass es womöglich nicht nur um Wegner und Krach geht. Umfragen sehen derzeit die Linke und die Grünen vor der SPD. Aber es bleibt ja noch ein bisschen Zeit bis zum 20. September 2026.

Messerverbot im ÖPNV

Seit Mitte Juli gilt ein faktisches Messerverbot im ÖPNV. (Archivbild)
Seit Mitte Juli gilt ein faktisches Messerverbot im ÖPNV. (Archivbild)© Soeren Stache/dpa | Soeren Stache

Wer vielleicht Mitte Juli schon halb im Urlaub war, dem dürfte womöglich entgangen sein, dass seit dem 17. Juli ein faktisches Messerverbot in Bahnen, U-Bahnen, Bussen und Straßenbahnen sowie an den meisten Bahnsteigen und Bahnhöfen gilt. Darunter fallen auch Schusswaffen und andere gefährliche Gegenstände. Damit soll vor allem die zunehmende Gewaltkriminalität in Berlin eigendämmt werden. Die Polizei kann also künftig quasi anlasslos Personen in der Bahn kontrollieren. Nur für bestimmte Berufsgruppen gelten Ausnahmen, etwa für Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr – oder für Köche und andere Gastronomen, die Messer zur Arbeit mitnehmen. Auch Messer, die neu gekauft wurden und verpackt sind, sind nicht verboten. Anfang August gab es eine erste Bilanz: 369 Messer verschiedenster Art wurden gefunden, 173 Reizstoffe, 61 Werkzeuge und 44 Hiebwaffen. Zudem wurden durch die Kontrollen 341 Straftaten aufgedeckt.

Wegwerfen von Zigaretten wird teuer

Zigarette
Das Wegwerfen von Zigaretten in Berlin wird deutlich teurer. © Fernando Gutierrez-Juarez/dpa | Fernando Gutierrez-Juarez

Wer gerade aus dem Urlaub zurückgekommen ist und keinen Aschenbecher findet, dem soll gesagt sein: Auf den Boden werfen ist keine gute Idee. Die Bußgelder in der Stadt sind erheblich angestiegen. Die Zigarette auf dem Boden zu werfen kostet nicht mehr nur läppische 55 Euro, sondern nun 250 Euro. Auch die illegale Sperrmüllentsorgung ist deutlich teurer: Wer bisher sein Sofa in einer lauen Sommernacht auf den Gehweg gestellt hat, mit einem Schildchen „zu verschenken“, dem drohten bislang 150 Euro. Nun werden dafür bis zu 4000 Euro fällig. Also lieber doch die Zigarette in den Aschenbecher und das Sofa auf den Wertstoffhof – das ist am Ende günstiger.

Der Sommer in Berlin

Regen in Berlin
Der Juli war in Berlin ziemlich nass. © FUNKE Foto Services | Reto Klar

„Der Sommer kam und Berlin war der schönste Platz auf Erden“, das sagt Daniel Brühl als Alex in dem Film „Good Bye, Lenin! aus dem Jahr 2003“. Seit einiger Zeit kursiert dieses Zitat immer wieder in den sozialen Medien, meist um Berlin ein bisschen zu romantisieren. Auch dieses Jahr gab es einen Sommer in Berlin. Die Sommertemperatur lag durchschnittlich bei 19,2 Grad und damit über der Vergleichsperiode von 1961 bis 1990 (17,8 Grad). Die Höchsttemperatur lag am 2. Juli bei 38 Grad Celsius, gemessen in Marzahn. Allerdings war der Juli laut Deutschem Wetterdienst ziemlich nass. So fielen insgesamt 222 Liter Regen pro Quadratmeter zwischen Juni und August, das sind 20 Prozent mehr als in der Vergleichsperiode.