Berlin bewirbt sich als „Ankerstadt“ gemeinsam mit Städten in vier Bundesländern für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder auch später. „Neben der Hauptstadt sollen auch in Kiel, Rostock, Leipzig und Brandenburg an der Havel Wettkämpfte ausgetragen werden, sagte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU).

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„Wir wollen diese Spiele nach Deutschland holen“, sagte Wegner, „ohne Berlin wird es ein bisschen schwieriger“, so der Regierende mit Blick auf die innerdeutsche Konkurrenz aus München, Hamburg und dem Ruhrgebiet, die sich ebenfalls bewerben. „Berlin hat internationale Strahlkraft wie keine andere Stadt in Deutschland“, brauche aber „starke Partner“. In welchem Jahr es so weit sein könne, sei nicht so wichtig, sagte Wegner.

Olympia in Berlin: Beachvolleyball im Schatten des Brandenburger Tors

Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) stellte im Beisein der Länderchefs Dietmar Woidke (Brandenburg, SPD), Daniel Günther (Schleswig-Holstein, CDU) und Manuela Schwesig (Mecklenburg-Vorpommern, SPD) sowie dem sächsischen Sportminister Armin Schuster (CDU) Grundzüge des Konzeptes vor. Das Olympische Dorf ist neben dem Messegelände auf früheren Bahnflächen zwischen den S-Bahnhöfen Westkreuz und Grunewald geplant. Die landeseigene Howoge soll auf 45 Hektar das Quartier für 16.000 Athletinnen und Athleten errichten. Nach den Spielen sollen dort 2500 günstige Wohnungen zur Verfügung stehen.

Vorstellung der Olympia-Bewerbung Berlin+
Daniel Günther (l-r, CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin von Mecklenburg Vorpommern, Berlins Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) Kai Wegner (CDU), Regierender Bürgermeister von Berlin, und Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg, bei der Vorstellung der Olympia-Bewerbung "Berlin+" im Olympiastadion.© Michael Kappeler/dpa | Michael Kappeler

Bei den Wettkampfstätten setzen die Planer im Wesentlichen auf bestehende Stadien, Hallen und Anlagen, die Rede war von 90 Prozent. Andere sollen temporär entstehen. Das Medienzentrum wird im Messegelände aufgebaut. Wettkämpfe sollen auch in der Stadt laufen, so ist Beachvolleyball im Schatten des Brandenburger Tors vorgesehen. Weitere Details zu den Plänen nannte Spranger bei der Präsentations-Pressekonferenz im Olympiastadion nicht. Auch über mögliche Kosten und deren Verteilung zwischen Bund, Berlin und den anderen Ländern gab es keine Aussagen.

Man müsse das Grobkonzept erst mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) besprechen, erst danach werde die Öffentlichkeit über Einzelheiten informiert. Der DOSB will die Auswahl über eine dann „nationale deutsche Bewerbung“ im Herbst 2026 treffen.

Wie die Bevölkerung beteiligt wird, ist noch unklar

Wegner und Spranger betonten ebenso wie die anderen Länderchefs die möglichen Wirkungen der Olympischen Spiele für den Zusammenhalt der Gesellschaft. Wann und in welcher Form aber die Bevölkerung Berlins in die Planungen oder die Entscheidung über die Bewerbung einbezogen werden, ließen die beiden Berliner offen. „Wir müssen die Menschen in Deutschland begeistern“, sagte Wegner. Es sei klar, dass die Menschen auch beteiligt werden müssten. Man werde mit dem DOSB, den Partnerstädten und auch der Bundesregierung besprechen, „wie wir uns eine Beteiligung vorstellen. Wie berichtet, haben Olympiagegner in Berlin bereits angekündigt, die Bewerbung zu gegebener Zeit mit einem Volksbegehren zu Fall bringen zu wollen.

Vorstellung der Olympia-Bewerbung Berlin+
Berlins Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) und Kai Wegner (CDU), Regierender Bürgermeister von Berlin bei der Vorstellung von Berlins Olympiabewerbung.© Michael Kappeler/dpa | Michael Kappeler

Zuletzt hatte die Morgenpost die Stimmung in der Stadt im Oktober vergangenen Jahres abfragen lassen. Die Meinungsforscher von Civey ermittelten in einer repräsentativen Umfrage, dass 62 Prozent der Berlinerinnen und Berliner gegen eine Bewerbung waren.

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Der Brandenburger Dietmar Woidke hob die starke politische Unterstützung hervor. Der Landtag habe sich einstimmig für eine Beteiligung an der Bewerbung ausgesprochen. Der Sachse Armin Schuster betonte, Olympia sollte ein „deutsch-deutsches Gemeinschaftswerk“ sein. Leipzig werde die Erfahrungen der gescheiterten Bewerbung für 2012 einbringen. „Jeder in den Sport investierte Euro hat einen riesigen sozialen Return“, sagte Schuster.