Das gemeinsame Bild zum Abschluss war natürlich obligatorisch. Mehrere Dutzend prominente und weniger prominente Leute stellten sich am Montagmittag vor dem Marshall Haus auf dem Gelände der Messe Berlin auf, lächelten und sendeten ihre Botschaft an die Stadt. „Wir für die Spiele“ lautete sie. Wir sind viele, sollte dieses Foto ebenso ausdrücken.

Donnerstag
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Gut 24 Stunden bevor der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) das Konzept für eine Olympiabewerbung unter dem Namen „Berlin Plus“ öffentlich vorstellt, formierten sich viele Unterstützer dieser Idee. Jenseits von der Politik versammelte die Deutsche Olympische Gesellschaft Berlin (DOG) zahlreiche Befürworter aus verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen, um die Pläne des Landes zu flankieren.
Olympische Gesellschaft will Begeisterung entfachen
Dazu rief die DOG Berlin eine Initiative ins Leben, mit der ein Dialog mit den Bürgern angestoßen werden soll. „Wir brennen für die Spiele“, sagte Präsident Christopher Krähnert, „ich hoffe, dass sich diese Begeisterung in der Stadt ausbreitet.“ Ende vergangener Woche war bekannt geworden, dass Berlin sich um die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele bewerben will. Für welches Jahr, blieb zunächst unklar, 2036, 2040 und 2044 stehen im Raum.
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Für die Mitstreiter Krähnerts spielt die Jahreszahl nur eine untergeordnete Rolle. Wichtig ist ihnen, dass der Bewerbungsprozess überhaupt in Gang gesetzt wird. „Es ist ein langer Weg, aber wir können etwas bewegen“, erzählte etwa Heike Drechsler, Olympiasiegerin im Weitsprung 1992 und 2000. Darum geht es den meisten, die der Einladung der DOG Berlin gefolgt sind und sich der Initiative verschrieben haben. Dinge anzupacken, die Spiele als Motor für die Entwicklung zu betrachten.
Olympia soll helfen, den Investitionsstau abzubauen
Svenja Brunckhorst, die vergangenes Jahr in Paris Gold im 3x3-Basketball gewann, erinnert sich noch sehr gut an die Atmosphäre dort. „Für mich war das unglaublich, was das passiert ist, wie dort Land und Leute zusammengekommen sind, was das gesellschaftlich ausgelöst hat“, sagte die Managerin für Frauen- und Mädchen-Basketball bei Alba Berlin.
Wir wissen, dass es Vorbehalte gibt. Deshalb wollen wir auch den Dialog fördern mit allen, die Zweifel haben.
Christopher Krähnert, Präsident Deutsche Olympische Gesellschaft Berlin
Dieses gemeinschaftsstiftende Element ist eines der zentralen Themen, mit denen man in den Diskurs über die Vorzüge der Spiele gehen möchte. Großflächige Euphorie erzeugen, Helden produzieren – das können die Spiele. Gerade Kinder und Jugendliche brauchen sportliche Vorbilder, an denen sie sich orientieren, denen sie nacheifern können. Das hört man immer wieder, auch bei Patrick Hausding.

Der dreimalige Olympia-Medaillengewinner hat als Lehrer inzwischen die Defizite in Koordination und Beweglichkeit bei Schülern erlebt. Sport bekomme nicht die Aufmerksamkeit, die nötig wäre. Zudem sind die infrastrukturellen Zustände haltlos, auf gut 400 Millionen Euro wird der Sanierungsstau bei den Sportstätten geschätzt. Vieles ist marode, die Aussicht auf Besserung gering, weil die Mittel fehlen.
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Die Zukunft des Sports in Berlin dürfte sich mit einer Bewerbung wesentlich freundlicher darstellen. „Das kann eine extreme Initialzündung geben“, sagte Kanu-Olympiasieger Ronald Rauhe. Denn das Wettrennen um die Spiele würde zusätzliche Mittel generieren. Von denen am Ende alle profitieren. Die Spiele in Berlin sollen den Zugang zum Sport durch bauliche Maßnahmen generell verbessern, auch für beeinträchtigte Menschen. „Das würde die Gesellschaft insgesamt voranbringen, inklusiver machen. Das ist unser Traum“, so Stefan Schenck, Vorsitzender des Sportclubs Lebenshilfe e.V.
Berlin plant die Bewerbung mit mehreren Partnern
Einen großen Schub für den Sport und darauf aufbauend für die Gemeinschaft in der Stadt verspricht sich die Initiative von einer Olympiabewerbung. „Es ist ein Signal, dass Berlin weltoffen ist. Deswegen versuchen wir zu überzeugen, dass dieses Zeichen wichtig ist“, erzählt der Geschäftsführer von Pfeffersport e.V., Jörg Zwirn. Doch bei solchen Großprojekten gibt es schnell Gegenstimmen, oft scheiterten deutsche Bewerbungen zuletzt am Widerstand der Bürger. „Wir wissen, dass es Vorbehalte gibt. Deshalb wollen wir auch den Dialog fördern mit allen, die Zweifel haben“, so Christopher Krähnert.
Mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen will die DOG Berlin in nächster Zeit dafür werben, dass der Rückhalt für mögliche Spiele in Berlin und den Partnerländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen sowie Schleswig-Holstein so groß wird, dass es sich zunächst im innerdeutschen Wettstreit um eine offizielle Bewerbung durchsetzen kann. „Es ist eine echte Chance, die sollten wir nicht vergeben“, sagt Krähnert und hofft, dass die Zahl der Unterstützer weiter wächst.





