Am Dienstag werden der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Sportsenatorin Iris Spranger gemeinsam mit den Ministerpräsidenten beziehungsweise Sportministern der Partnerländern die gemeinsame Bewerbung „Berlin Plus“ für Olympische Spiele der Öffentlichkeit vorstellen. Allerdings hat schon die Ankündigung der großen Pressekonferenz gemeinsam mit den Vertretern der Länder Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen ausgereicht, um der „NOlympia“-Bewegung neuen Schub zu verleihen.

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„Wir werden dafür sorgen, dass die Berlinerinnen und Berliner in einem Volksentscheid über Olympische Spiele in ihrer Stadt abstimmen können“, sagte Uwe Hiksch, Landesgeschäftsführer der Naturfreunde und schon lange eine zentrale Figur im Kreis der Olympia-Gegner: „Wir gehen davon aus, dass die Mehrheit dagegen ist.“ Die vom Senat geplante Beteiligung der Bevölkerung über Dialogforen oder einen „Vertrag mit der Stadtgesellschaft“ seien völlig unzureichend.
Kritiker lassen den Zeitpunkt für ein Volksbegehren gegen Olympia noch offen
Noch habe das sich das Bündnis noch nicht entschieden, zu welchem Zeitpunkt ein Volksbegehren gegen Olympische Spiele sinnvoll sei. Womöglich werde man angesichts des erheblichen Aufwandes für das Sammeln von Unterschriften zunächst abwarten, ob Berlin und seine Partner überhaupt eine Chance haben, vom Internationalen Olympischen Komitee für 2036 oder 2040 ausgewählt zu werden. „Eine Stadt, die ihre Schwimmbäder und Sporthallen nicht in Schuss hält, sollte nicht Milliarden für Olympia ausgeben“, findet Hiksch.
Die Drohung, eine Vergabeentscheidung per Volksentscheid zu Fall zu bringen, steht gleichwohl im Raum. „Olympia hat sich noch nie gerechnet“, sagte NOlympia-Sprecher Johannes Verch. Es sei ein verräterisches Zeichen, dass der Senat keine echte Befragung der Bürgerinnen und Bürger zu Olympia in Betracht ziehe: „Die Stimmung ist eine andere“, ist der Sportwissenschaftler überzeugt. An seiner Hochschule spreche man über massive Kürzungen des Budgets, da habe niemand ein Ohr für Olympische Spiele. Er kritisierte auch, dass der Deutsche Olympische Sportbund es entgegen früherer Aussagen wieder zugelassen habe, dass mehrere Städte mit ihren Partnern um eine Bewerbung kämpften. „Da arbeiten wieder ganz viele Leute für den Mülleimer“, so der NOlympia-Sprecher.
Olympiasiegerinnen werben mit Initiative für eine Berliner Bewerbung
Auch die Befürworter einer Berliner Bewerbung machen mobil. Bei einer Veranstaltung der Initiative „Wir für die Spiele“ warben die Olympiasiegerinnen Heike Drechsler und Svenja Brunckhorst eindringlich für Berlin als Austragungsort der Spiele. „Ich bin Weitspringerin und der dritte ist immer der beste Versuch“, sagte die 60-Jährige, die 1992 in Barcelona und 2000 in Sydney Gold gewonnen hatte, mit Blick auf die zwei bisher vergeblichen Anläufe Berlins: „Wir können Kräfte bündeln. Ich finde es toll, dass auch andere Bundesländer dabei sind“, sagte Drechsler. Auch Basketballerin Svenja Brunckhorst, die im vergangenen Jahr in Paris Gold im 3x3Basketball holte, sieht die Hauptstadt als ideal an. „Die Stimmung, die Atmosphäre, das Internationale, die Vielfalt, das Bunte. Das sind einfach Selling Points für Berlin und für die Welt.“
Die Initiative will zeigen, dass die Bewerbung in der breiten Bevölkerung unterstützt werde und auch Skeptiker überzeugen. Christopher Krähnert, der Präsident der Deutschen Olympischen Gesellschaft in Berlin, sagte, man wolle mit den Spielen unter anderem den Sanierungsstau bei den Sportstätten beenden. Ein Zuschlag könne nachhaltig Infrastruktur, Inklusion und die Demokratie stärken.





