Berlin gilt als Startup-Hauptstadt. Die rund 5000 jungen Unternehmen beschäftigen hier etwa 100.000 Menschen. Doch nur wenige schaffen den ganz großen Durchbruch und erreichen den Einhorn-Status, also eine Bewertung mit einer Milliarde US-Dollar. Einschließlich des kürzlich hinzugekommenen KI-Unternehmens Parloa haben nach Daten des Deutschen Startup-Verbands nun aktuell 15 Einhörner („Unicorns“) ihren Sitz in Berlin, das sind rund die Hälfte aller Einhörner in Deutschland.
1. Parloa
Das KI-Startup Parloa ist das jüngste Einhorn Berlins. Am Dienstag (6. Mai) teilte das Unternehmen mit, in der letzten Finanzierungsrunde die Bewertungsgrenze von einer Milliarde US-Dollar geknackt zu haben. Die KI-Firma konnte in der Finanzierungsrunde rund 120 Millionen US-Dollar von Investoren einsammeln. Zuvor war es seit 2022 keinem Berliner Startup mehr gelungen, neu in den Einhorn-Club einzutreten.
Parloa wurde 2018 von Malte Kosub und Stefan Ostwald gegründet. Das Unternehmen ist auf KI-Agenten für Kundengespräche spezialisiert. Zu den Kunden des Unternehmens gehören Decathlon, Rossmann und das Deutsche Rote Kreuz.

2. Taxfix
Das 2016 gegründete Unternehmen Taxfix bietet eine App für die Steuererklärung an. In den vergangenen neun Jahren hat das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 330 Millionen Euro von Investoren bekommen, im Jahr 2022 erreichte Taxfix den Einhorn-Status. Taxfix bezeichnet sich selber als Europas führende Finanzplattform für digitale Steuererklärungen, mit über 5 Millionen eingereichten Steuererklärungen in Deutschland, Italien und Spanien. Mehr als 400 Beschäftigte hat das Unternehmen mittlerweile.
3. OneFootball
Das Unternehmen OneFootball will Fußballfans mit seiner App umfassend und personalisiert informieren. Es gibt Statistiken, Streams und Infos zum Lieblingsverein. Das im Jahr 2008 gegründete Unternehmen verweist auf eine Community von mehr als 100 Millionen Fans weltweit. Im Jahr 2022 erreichte das Unternehmen den Einhorn-Status. Ein Jahr später mussten Dutzende Beschäftigte gehen, die Belegschaft sollte auf nur noch rund 300 Leute sinken.
4. Choco

Das im Jahr 2018 gegründete Startup will den Bestellvorgang für Gastronomen vereinfachen. Laut Gründer Daniel Khachab hat in Paris und New York heute jeder zweite Gastronom die App, die mittels Künstlicher Intelligenz schnell die Wünsche für das Warenlager erkennen soll. Für dieses Jahr hat das Unternehmen ein Wachstum von 300 Prozent avisiert. Weltweit beschäftigt Choco laut Khachab rund 200 Menschen. In den Kreuzberger Büros des Unternehmens haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 2022 das Erreichen der Milliardenbewertung mit einem Kunststoff-Einhorn gefeiert.
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5. Forto
Forto ist im Jahr 2016 angetreten, die Speditionsbranche zu revolutionieren. Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als „digitale Spedition“. Forto liefert Software, um den weltweiten Handel mit Frachtgütern zu vereinfachen. Der Transport von Produkten soll „so einfach wie das Versenden von E-Mails“ werden, heißt es auf der Webseite des Unternehmens. Seit dem Jahr 2021 ist das Startup im Club der Einhörner. Das Unternehmen hat heute nach eigenen Angaben rund 500 Beschäftigte an weltweit 18 Standorten.
6. Sennder
Die Digitalisierung der Logistikbranche ist auch das Ziel von Sennder. Das Startup, gegründet im Jahr 2015, vermittelt als digitale Spedition Aufträge an Frachtführer. Sennder hat nach eigenen Angaben Zugang zu mehr als 120.000 Fahrzeugen. Das Startup konzentriert sich mit seinen rund 1000 Beschäftigten auf die Digitalisierung und Automatisierung sämtlicher Straßenlogistikprozesse. Seit dem Jahr 2021 ist Sennder ein Unicorn.
7. Razor
Die Razor Group hat sich darauf spezialisiert, gut laufende Amazon-Shops und andere Onlinehändler aufzukaufen und deren Geschäfte optimiert weiterzuführen. Das Unternehmen, gegründet im Jahr 2020, verweist heute auf mehr als eine Million Kundinnen und Kunden. An den fünf Standorten arbeiten nach Firmenangaben mehr als 450 Beschäftigte. Schon ein Jahr nach der Gründung erreichte Razor den Einhorn-Status.
8. Raisin
Das 2012 gegründete Berliner Fintech Raisin ist in Deutschland mit der Marke „WeltSparen” bekannt. Mit Spar- und Anlageprodukten vermeldete das Unternehmen im vergangenen Jahr einen Umsatz von 158 Millionen Euro. Die Plattform verwaltete im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben mehr als 60 Milliarden Euro von mehr als einer halben Million Kundinnen und Kunden. Die Beschäftigtenzahl gab das Startup 2024 mit rund 700 an. Im Jahr 2021 erreichte Raisin den Einhorn-Status.
9. Enpal
Das 2017 gegründete Startup Enpal ist mit Solaranlagen groß geworden. Schon vier Jahre nach der Gründung erreichte es den Unicorn-Status. In diesem Jahr hofft das Unternehmen, auch beim Umsatz die Milliardengrenze zu knacken. Und das nicht nur mit Solaranlagen. Enpal will sich als Komplettanbieter für grüne Energie etablieren. Kundinnen und Kunden können mittlerweile auch Wärmepumpen und Batterien installieren lassen. Nach Unternehmensangaben haben bisher rund 90.000 Menschen Dienste und Produkte von Enpal bezogen.
10. Contentful
Das Softwareunternehmen Contentful bietet Firmen eine Plattform an, um die Verbreitung von Inhalten wie Werbung zu steuern. Nach eigenen Angaben vertrauen mehr als 4200 Geschäftskundinnen- und Kunden weltweit der Plattform. Dazu zählen Unternehmen wie der Ketchuphersteller Kraft-Heinz und der Joghurthersteller Danone. Sascha Konietzke und Paolo Negri gründeten das Startup im Jahr 2013, seit 2021 gehört es zu den Berliner Unicorns.
11. Berlin Brands Group
Peter Chaljawski war noch keine 20 Jahre alt, als er sein erstes Unternehmen gründete. In den zwei folgenden Jahrzehnten ist daraus ein kleines E-Commerce-Imperium geworden, die Berlin Brands Group. Das Handelsunternehmen erzielte zuletzt Jahresumsätze zwischen 300 und 400 Millionen Euro, seit dem Jahr 2021 zählt es zum Berliner Einhorn-Club. Die Handelsgruppe vertreibt mehrere Tausend Produkte in dutzenden Ländern, zu den wichtigsten Marken des Unternehmens zählen Klarstein (Haushaltsgeräte) und Auna (Audiogeräte).
12. N26
Im Jahr 2013 gründeten Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal ihr Startup, das heute zu den größten der Hauptstadt zählt. Rund 1500 Beschäftigte hat ihre Neobank N26 heute, in 24 Ländern ist sie aktiv. Die Bank hat keine Filialen, Stalf und Tayenthal setzte von Beginn an voll auf die digitale Kontoführung mit dem Smartphone. Bei den Investoren kommt das gut an, seit der Gründungen sammelte die Bank nach eigenen Angaben rund 1,8 Milliarden US-Dollar ein. Im vergangenen Jahr stieg die N26 in den Handel mit ETFs und Aktien ein. Seit diesem Jahr verlangt sie für den Handel keine Gebühren und Provisionen mehr und verschärft damit den Wettbewerb mit dem Berliner Konkurrenten Trade Republic.

13. Trade Republic
Der Berliner Neobroker Trade Republic verzeichnete in den vergangenen Jahren einen steilen Aufstieg. Das im Jahr 2015 von drei Studienfreunden gegründete Unternehmen hat heute nach eigenen Angaben heute mehr als acht Millionen Kundinnen und Kunden. Eine App macht die Vermögensverwaltung einfach, geringe Gebühren das Investieren in ETFs und Aktien attraktiv. Laut Trade Republic haben die Nutzerinnen und Nutzer bisher ein Vermögen von rund 100 Milliarden Euro angelegt. Seit 2023 hat das Unternehmen die Vollbanklizenz.
14. GetYourGuide
Das Buchungsportal GetYourGuide vermittelt Touren und Freizeitaktivitäten. Nach Angaben des Unternehmens können Kundinnen und Kunden aus mehr als 140.000 Angeboten in 10.000 Städten wählen, von Schnorchel-Tagen an der australischen Küste bis zur Tequila-Verkostung in Mexiko. Im Jahr 2019 stieg das Berliner Startup zum Einhorn auf. Kurz darauf brachen große Teile des Geschäfts durch Corona ein. In den Folgejahren erholte sich das Unternehmen jedoch, im Jahr 2023 wurde das Startup bei einer Finanzierungsrunde mit zwei Milliarden US-Dollar bewertet.
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15. Omio
Die Reiseplattform Omio erlangte im Jahr 2018 den Einhorn-Status. Gründer Naren Shaam hatte die Idee für das Unternehmen nach einer Backpacking-Tour durch Europa im Jahr 2010 entwickelt. Seitdem arbeitet er daran, die Suche nach der besten Route mit bezahlbaren Bussen und Zügen zu vereinfachen. Heute arbeitet sein Unternehmen nach eigenen Angaben mit rund 1.000 Reisepartner für Zug, Bus, Flug, Fähre und Flughafentransfer zusammen. Ende 2024 konnte das Berliner Unternehmen weitere 120 Millionen Dollar von einem Investor einsammeln, um weiter zu wachsen.




