In einer durchsichtigen Box wird das Panda-Baby in das Glasgehege herausgetragen. Samt Kiste kommt es auf die Waage, dann hebt es die Tierpflegerin in das große bereitstehende Bettchen. Auf dem Bauch, alle vier Pfoten von sich gestreckt, bleibt es einen Moment liegen, bevor es sich in eine gemütliche Seitenlage bringt und weiterschläft. Die Kameras klicken, untermalt von einem entzückten Raunen der Menge, die für nationale und internationale Medien berichtet. Wenn das Jungtier nicht gerade mit der Pfote im Schlaf zuckt, könnte es für ein Plüschtier gehalten werden.

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Dienstag war nochmal ein Probelauf für die Presse, ab heute (16. Oktober 2024) sind die Zoo-Besucher dran: Für etwa eine Stunde, von 13.30 bis 14.30 Uhr, können sie eines der beiden Jungtiere sehen, während das andere bei Panda-Mutter Meng Meng bleibt. Am 22. August wurden die Panda-Zwillinge geboren, zwei weibliche Jungtiere, die nach Pit und Paule der zweite Panda-Nachwuchs sind, der jemals in Deutschland auf die Welt kam.

Pandas im Zoo Berlin: Es gibt bereits erste Namensvorschläge

Panda-Nachwuchs im Zoo Berlin
So richtig gemütlich ist es in dem Baby-Bett, das extra in der Tischlerei für den Panda-Nachwuchs gebaut wurde. Schon Pit und Paule hatten so ein Bett. © FUNKE Foto Services | Reto Klar

Während die Bärenbrüder vor fünf Jahren erst nach 100 Tagen das erste Mal öffentlich präsentiert wurden, als sie ihre Namen bekamen, soll es diesmal schneller gehen. Bei Pit und Paule sei man noch übervorsichtig gewesen, weil es die erste Pandageburt war, sagt Biologe und Kurator Florian Sicks. Es sei aber schade, sie erst so spät zu zeigen, „denn es ist schon etwas anderes, ob man sie im Video oder live vor sich sieht.“ Sie seien viel süßer als man sich es vorstellen kann.

Panda-Nachwuchs im Zoo Berlin
In einer durchsichtigen Box wird der Panda-Nachwuchs nach vorn in das Glasgehege gebracht. © FUNKE Foto Services | Reto Klar

Namen haben die beiden Pandamädchen noch nicht. Sie werden einfach die Große und die Kleine genannt, nach ihrem Geburtsgewicht. Die beiden Schwestern sollen wieder deutsche Spitznamen bekommen, sagt Zoodirektor Andreas Knieriem. Die wird sich das Team ausdenken. Neben den offiziellen chinesischen Namen wünscht er sich „nette, knackige Namen mit Berliner Bezug“. Die Taufe wird wieder nach hundert Tagen sein.

Panda-Nachwuchs im Zoo Berlin
Wenn sich nicht die Pfoten bewegen würden, könnte man glauben, es sei ein Plüschtier.© DPA Images | Bernd von Jutrczenka

Bereits jetzt würden viele Namensvorschläge per Post und per Mail eingehen, erzählt Zoosprecherin Christiane Reiss. Paula und Pitti zum Beispiel in Anlehnung an die Bärenbrüder. Luise und Lotte heißt schon der Nachwuchs bei den Tigern. In der Menge vor der Scheibe schlägt jemand Hanne und Lore vor, alle lachen. In einigen Wochen wird das Geheimnis gelüftet.

Panda-Nachwuchs im Zoo Berlin
Mehr passiert noch nicht bei den Panda-Babys, außer essen und schlafen.© DPA Images | Bernd von Jutrczenka

Um den Blick auf die Tiere zu ermöglichen, wurde ein zweites Babybett gebaut. In dem Glasgehege ist es 23 Grad warm, genau wie hinter den Kulissen. „Das Jungtier bekommt den Wechsel gar nicht mit“, sagt Florian Sicks. Noch schlafen die beiden fast den ganzen Tag, unterbrochen nur vom Trinken und Kuscheln bei Mama Meng Meng. Sie können sich drehen, den Kopf heben, hell und dunkel unterscheiden. In drei bis vier Monaten beginnen sie zu laufen. Dann wird es auch nicht mehr lange dauern, bis sie beide im Gehege zu sehen sind.