Obwohl die Gemeinschaftsschule Campus Efeuweg zu den zwölf Neuköllner Schulen gehört, die seit dem 4. Dezember wieder über Wachschutz verfügen, konnte die Massenschlägerei am Montagmorgen nicht verhindert werden. Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) lobte dennoch das umsichtige Handeln der Schulleitung. „Die Schule reagierte unverzüglich auf die Situation, indem das Krisenteam mobilisiert, die Schulaufsicht informiert und die Schulpsychologie hinzugezogen wurde“, sagte der Pressesprecher der Bildungsverwaltung.

Im Hinblick auf die beteiligten Schüler seien geeignete Maßnahmen ergriffen worden. Nach Informationen der Berliner Morgenpost sind die Hauptverantwortlichen bis zu den Weihnachtsferien vom Unterricht suspendiert, bei zwei von ihnen soll es sich um bekannte Intensivtäter handeln.

Zu den Krawallen an der Gemeinschaftsschule in der Gropiusstadt, an der aktuell rund 750 Schülerinnen und Schüler mit knapp 20 unterschiedlichen Nationalitäten lernen, kam es gegen 10.30 Uhr durch einen Streit unter vier 14- und 15 Jahre alten Schülern. Dabei setzten die Angreifer auch Pfefferspray ein. Ein 38 Jahre alter Lehrer sowie eine 30 Jahre alte Kollegin wurden bei dem Versuch, die Schlägerei zu beenden, angegriffen und besprüht. Auch die 52-jährige Schulleiterin, die die Schüler trennen wollte, wurde geschubst. Sie zog sich einen Fingerbruch zu und kam zur ärztlichen Versorgung in ein Krankenhaus.

Ein Schulgebäude des Campus Efeuweg in der Neuköllner Gropiusstadt, wo es am Montag zu schweren Auseinandersetzungen kam (Archivbild).
Ein Schulgebäude des Campus Efeuweg in der Neuköllner Gropiusstadt, wo es am Montag zu schweren Auseinandersetzungen kam (Archivbild).© Nina Kugler | Nina Christiane Kugler

21-jähriger Bruder eines Schülers attackierte Polizisten

Die Besatzungen mehrerer alarmierter Funkstreifen beruhigten die Situation. Währenddessen erschien der 21-jährige Bruder eines der Angreifer und attackierte zwei Polizisten. Dabei versetzte er einem Beamten einen Faustschlag ins Gesicht, der ihn dann mit Unterstützung eines Kollegen überwältigen und zu Boden bringen konnte. Der 21-Jährige erlitt dabei eine Platzwunde an der Lippe, lehnte aber eine medizinische Behandlung ab.

Im weiteren Verlauf beleidigte und bedrohte er die Polizeikräfte. Die beiden attackierten Einsatzkräfte klagten zwar über Schmerzen, konnten aber ihren Dienst fortsetzen. Der Festgenommene kam in einen Polizeigewahrsam, welchen er nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen verlassen durfte. Er muss sich nun wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte, Bedrohung und Beleidigung verantworten.

Verletzte Schulleiterin bereits wieder im Dienst

Es wurden mehrere Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher und einfacher Körperverletzung eingeleitet. Alle Beteiligten wurden nach den Personalienfeststellungen den Erziehungsberechtigten übergeben. Die Ermittlungen dauern an. Nach Morgenpost-Informationen ging es um einen Streit zwischen zwei größeren Familien.

Die verletzte Schulleiterin hat ihren Dienst in der Gemeinschaftsschule Campus Efeuweg am Dienstag bereits wieder aufgenommen. Bildungsstaatssekretärin Christina Henke hat bereits ein Telefonat mit ihr geführt und ihr Genesungswünsche übermittelt. „Wir bleiben weiterhin im Austausch, um die bestmögliche Unterstützung für die Schule sicherzustellen“, hieß es aus der Bildungsverwaltung.

BM