Hochschulpolitik

Ministerin Kunst soll Präsidentin der Humboldt-Uni werden

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Andreas Abel

Sabine Kunst, Ministerin für Wissenschaft und Kultur in Brandenburg, soll künftig die Humboldt-Universität leiten.

Vom Ministersessel an die Spitze der ältesten Berliner Hochschule: Sabine Kunst, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur in Brandenburg, soll nach Informationen der Berliner Morgenpost Präsidentin der Humboldt-Universität werden. Kuratorium der HU und Findungskommission haben sie jeweils mit großer Mehrheit nominiert. Im Januar kommenden Jahres wird sich Kunst im Konzil der Universität vorstellen. Dort, gewissermaßen im Parlament der HU, muss sie dann auch gewählt werden.

Die 60 Jahre alte SPD-Politikerin bekleidet das Ministeramt seit Februar 2011. In der Neuauflage der rot-roten Koalition unter Dietmar Woidke (SPD) ab November 2014 behielt Kunst ihren Ministerposten. Sie trat 2011 die Nachfolge von Martina Münch (SPD) an. Zuvor war Kunst Präsidentin der Universität Potsdam. Dieses Amt hatte sie am 1. Januar 2007 übernommen. In ihrem Studium von 1972 bis 1982, unter anderem in Hannover, belegte sie neben Wasserbauingenieurwesen und Politologie die Fächer Chemie, Biologie und Philosophie. Von 1991 bis 2007 war sie Professorin an der Universität Hannover.

Nachfolgerin von Jan-Hendrik Olbertz

Kunst soll die Nachfolge von Jan-Hendrik Olbertz antreten. Olbertz steht seit Oktober 2010 an der Spitze der Humboldt-Universität und hatte bereits im März angekündigt, nicht für eine Wiederwahl zu kandidieren. Eigentlich war auch schon ein Nachfolger ausgeguckt: der Mediziner Martin Lohse, Vizepräsident für Forschung der Universität Würzburg und Vizepräsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Doch der designierte Präsident sagte Anfang November überraschend ab.

Die Findungskommission und das Kuratorium der HU, die den international renommierten Mediziner erst Ende Oktober jeweils einstimmig als einzigen Kandidaten nominiert hatten, sahen sich düpiert. Wie es hieß, habe Lohse seinen Entschluss dem Vorsitzenden der Findungskommission, Rolf Emmermann, sowie Wissenschaftsstaatssekretär Steffen Krach mitten in der Nacht per E-Mail mitgeteilt – einen Tag, bevor er sich im Konzil vorstellen sollte. Lohse erklärte anschließend, er habe nie eine feste Zusage gegeben. „Ich habe auch gesehen, dass die Hauptaufgaben für die nächste Zeit auf Verwaltungs- und Finanzierungsfragen liegen werden“, sagte er.