Tilo Roth war vor fünf Jahren einer der Protagonisten der „Fleisch ist mein Gemüse“-Szene. Mit der konsequenten Verwendung von trocken gereiftem Rindfleisch setzte er im „The Grand“ und dem „Rodeo“ in Mitte Maßstäbe bei der Qualität. Nun versucht er es mit Kompagnon Mario Hölzl, den er aus beiden Fleisch-Restaurants kennt, erheblich erdnäher mit traditioneller, nicht ganz so hochpreisiger Küche in der neu eröffneten „Gaststätte am Ufer“ einen Steinwurf vom Landwehrkanal entfernt.
Stilvoll mit viel Holz ist das 40-Sitzplätze Restaurant im Stil einer zeitgemäßen Eck-Gaststätte eingerichtet, Hingucker sind die Lampen, bei denen aus leeren Flaschen im umgekehrten Kronleuchter-Stil warmes Licht fällt. Im Barraum am Eingang können noch einmal rund zwei Dutzend Gäste Platz nehmen, und hier nach Küchenschluss um 22.30 Uhr noch kleine Snacks genießen. Auf der Karte finden sich natürlich Steaks, auch ein 900-Gramm-Trumm für zwei Personen, Fisch, Wild, Gerichte mit den modischen Süßkartoffeln. Ein schöner Zug bei den Vorspeisen ist das Konzept, Kleinigkeiten zum Teilen in der Tischmitte zu platzieren, etwa Humus, Oliven, aber auch Schweinebauch mit Süßwassergarnelen.
Mittags sind Salate, Sandwichs und Tagesrichte im Angebot, eine Suppe, eine vegan/vegetarische Speise und eine mit Fisch oder Fleisch. Beim Besuch war es knallvoll, was schon mal für die Küche spricht. Leider mit dem Effekt, dass es 45 Minuten von der Bestellung bis zum Hauptgang dauerte. Davor gab es einen kleinen Salat im Weckglas. Das Cajun-Huhn bekommt man in Louisiana besser, aber für Berliner Verhältnisse war es in Ordnung, 9,50 für zwei Gänge ist ebenfalls korrekt. Nur Geduld muss man mittags mitbringen.
Gaststätte am Ufer Paul-Lincke-Ufer 23 , Kreuzberg, Tel. 61 62 52 10, täglich ab 11.30-1 Uhr, www.gastamufer.de
fmr





