Am und um das Paul-Lincke Ufer geben sich die Gastroadressen die Klinke in die Hand. Vom Sternerestaurant bis zur Caféinstitution reicht die kulinarische Palette. Mittendrin das Thai-Restaurant Chan. Beliebt bei der jüngeren Klientel und das mittags wie abends. Neugierig aber macht eher die vermeintliche Besonderheit: Die Küche sei von den asiatischen Markt- und Straßenküchen inspiriert, heißt es.
Lebhaft geht es zu an den teils langen Tischen, den hölzernen Sitzbänken und -hockern mit hübschen grauen Filzkissen. Auch der junge Service gibt sich flink. Der servierte Ingwer-Honig-Tee steht flugs auf dem mit Besteck und Stäbchen bestückten Tisch. Geschmacklich ordentlich, leider wurde die Wurzel nicht wie üblich in Stäbchen geschnitten, sondern befindet sich fein gerieben am Keramikbecherboden. Das macht die letzten Schlucke nicht mehr trinkbar.
Auch der kleine Papayasalat lässt nicht lange auf sich warten, ist ob seiner Frische und Knackigkeit ein gelungener Auftakt. Die Speisekarte offeriert im Grunde die üblichen über Thailand hinausreichenden Verdächtigen von Nudelsuppen über Pad Thai-Nudeln bis zu Currys. Mit den „knusprigen Enten“-Gerichten wird auch noch eine Reise nach China angetreten. Es gibt die Rubrik Wok und Grill, die eigentlich besser getrennt gehört. So darf die Zubereitungsart der Hühnchenbruststreifen mit Ingwer, verschiedenen Gemüsen und Soja-Austernsauce auch nur vermutet werden. In diesem Fall: aus dem Wok und damit im Grunde genommen nichts Ungewöhnliches. Hühnchen mit Gemüse und Reis eben, mild und ohne besonderen Twist. Der Reis unspektakulär. Nicht, dass es ein vergeudeter Abend gewesen wäre, aber von Streetfood zumindest bei dieser Bestellung keine Spur.
Chan Paul-Lincke-Ufer 42, Kreuzberg, Mo.-Fr. 12-24 Uhr, Sbd.+So. 13–24 Uhr, Tel.
69 53 33 22, chan-berlin.jimdo.com
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