Eine absurde Situation. Ganz allein in einem großen Restaurant am Tisch mit Blick auf die Dahme in Köpenick, erklärt die Kellnerin mehrfach am Telefon, man sei bis Weihnachten ausgebucht. Kein Platz mehr frei. Abends natürlich. Denn mittags, wie geschrieben, war nur ein Gast im großen Gastraum der „Köpenicker Seeterrassen“, und zwar der Autor.
Das Lokal ist mit dem Charme bürgerlicher Gastronomie der 2000er-Jahre eingerichtet, sauber und adrett, hinter der Bar leuchtet eine schwarz-blaue Lichtinstallation. In Sichtweite schwappt idyllisch die Dahme. Im Sommer sitzt man auf großer Terrasse, es gibt sogar einen eigenen Bootsanleger. Jetzt im Winter ist man froh, dass so gut geheizt ist. Die Bedienung war zuvorkommend und freundlich. Flott brachte sie einen Kräuterteebeutel und heißes Wasser im Glas, 2,50 Euro.
Die Karte hält eine internationale Mischung vor vom Wiener Schnitzel, 15,90 Euro, über Hähnchenbrust mit Kroketten und Buttermöhrchen über Penne Palermo (mit mediterranen Gemüsen), bis zur Berliner Leber, 13,90 Euro. Bei vielen Gerichten gibt es Seniorenpreise, die noch mal zwei Euro unter denen für die arbeitende Bevölkerung liegen.
Das beim Besuch gewählte Steinbeißerfilet von der Wochenkarte hatte noch reichlich Luft nach oben. Schon allein optisch ein orangeroter Aufschrei auf dem Teller, erwies sich nur das Püree als passabel. Das grob geschnitzte Kürbisgemüse, immerhin Hokkaido, war kaum gewürzt, den Fisch begleitete eine Dillsoße mit verblüffend wenig Dillgeschmack. Für die unzufriedene Rückmeldung auf die Frage, ob es denn geschmeckt habe, gab es immerhin einen Espresso aufs Haus.
Köpenicker Seeterrassen Müggelheimer Straße 1a, Köpenick, Tel. 24 35 28 60, Mo.-Sbd. 11-22 Uhr, So 10-22 Uhr,
www.koepenickerseeterrassen.de





