Im immer kosmopolitischer werdenden Berlin entwickeln sich typisch deutsche Restaurants, die inmitten internationaler Geschmackslandschaften Lokalkolorit versprechen, zu immer beliebteren Anziehungspunkten. Im Wettbewerb können da die Franken mit ihrer Wirtshauskultur und den berühmten Nürnberger Würstchen punkten. Kein Grund also, ins traditionelle Nürnberger Wirtshaus an der Sredzkistraße das Prenzlauer Berg-Feeling einzulassen. Man schirmt sich mittels Holzpaneelen und dem Geruch des Holzkohlegrills stattdessen vor hippen Störungen ab.

In der heilen Wirtshauswelt werden natürlich die originalen kleinen Nürnberger Bratwürste serviert, die ihren typischen Geschmack durch eine spezielle Majoranwürzung und die Zubereitung über Buchenholzfeuer bekommen. Selbst kalt schmecken sie, was der mit Zwiebeln und Tomaten angerichtet Bratwurstsalat (7,50 Euro) beweist. Klassisch werden sie auf Sauerkraut mit Brot und Senf serviert oder als sogenannte blaue Zipfel, durchgezogen in heißem Wein-Essig-Sud mit Zwiebeln.

Daneben stehen auf der Karte rustikale Fleischgerichte wie fränkischer Krustenbraten (10,90 Euro) oder knusprige Schäufele aus dem Ofen (11,90 Euro), Brotzeitteller und gehaltvolle Desserts wie Germknödel oder Kaiserschmarrn. Wechselnde Gerichte von der Wochenkarte komplettieren das Angebot, selbstgemachte Brezelknödel zum Beispiel oder die im Sommer besonders zu empfehlende geeiste Buttermilch-Gurkensuppe mit frischem Dill (4,90 Euro). Wer sein fränkisches Mahl perfekt machen möchte, sollte eines der ausgezeichneten Traditionsbiere dazu trinken – die fränkische Bierprobe mit sechs Minigläsern bietet dabei Entscheidungshilfe.

Nürnberger Wirtshaus Sredzkistraße 30, Prenzlauer Berg, Tel. 40 50 59 61, tägl. 16 bis 24 Uhr, www.nuernberger-wirtshaus-berlin.de