Seit mehr als zehn Jahren schon gibt es die Heynhöfe, in denen verschiedene Unternehmen ein über 100 Jahre altes Areal umnutzen, das einst dem Rattan- bzw. Stuhlrohrfabrikanten Fritz Heyn gehörte. Er baute Ende des 19. Jahrhunderts wesentlich an dem Pankower Quartier mit, das bis dahin eine Obstplantage gewesen war und die Erschließungsstraße wurde noch zu seinen Lebzeiten nach ihm benannt.
An ihr liegt heute ruhig und unauffällig das Café Fritz Heyn. Doch wer eintritt, ist schlagartig von der gelungenen Mischung aus hipper Gemütlichkeit und behutsam restaurierter Industriearchitektur gefangen. Dicke Holztischplatten, ein uralter Ziegelsteinboden, Vertäfelungen aus alten Dielenbrettern – dies ist ein Ort, an dem man länger verweilen möchte.
Deswegen ist auch meist bis spät geöffnet und neben dem Speisenangebot hat man Longdrinks und viele erlesene Spirituosen vom Highland Whisky bis zum venezolanischen Rum auf der Karte. Das Angebot an warmer und kalter Küche ist überschaubar, aber umsichtig zusammengestellt. Wer es rustikal mag, sollte die umwerfende Brotzeit für eine oder zwei Personen probieren (9,80 oder 16,80 Euro). Außerdem gibt es täglich wechselnde Suppen (4,90 Euro), Quiche, Flammkuchen oder ziemlich gute Sandwiches.
Auch zu Kaffee und Kuchen ist man im Fritz Heyn richtig und besonders günstig kommt man mittags weg. Ein Tagesgericht wie die gratinierten Hackbällchen mit Pasta kostet dann nur fünf Euro. Sehr lecker, denn mit dem Käse wurde nicht gespart, was Tomatensauce und Fleischbällchen den richtigen Pfiff gab. Die Bedienung war aufmerksam und die Getränke wurden mit Stil serviert - insgesamt ein Glückstreffer.
Fritz Heyn Heynstraße 15, Pankow,
Mo.-Mi., 12-20 Uhr, Do.-Fr. ab 12 Uhr (open end) und Sbd./So. ab 15 Uhr (open end),
Tel. 45 30 47 23, www.fritzheyn.de





