Vis à vis vom Wasserturm versetzt einen das Umami in das Indochina der 50er-Jahre. Auf einer langen Holzbank unter einer Schattenspendenden Kastanie und großen Leuchtern mit altchinesischer Schrift genießen wir das Flair und lassen uns von der vietnamesischen Bedienung erst einmal erklären, was es mit dem Namen auf sich hat. Umami, das sei der fünfte Geschmackssinn. Die Zunge kann nicht nur süß, sauer, salzig und bitter unterscheiden. Ein japanischer Wissenschaftler fand vielmehr Anfang 1900 heraus, dass Glutamate einen weiteren Geschmack auslösen. Der kann herzhaft, intensiv, pikant oder fleischig sein.

Wir bestellen Xa Da, einen frisch gemixten Eistee aus Zitronengras, Limettensaft und Zuckerrohr (3,80 Euro) sowie den Fish Pot mit gebeiztem und gegrilltem Lachsfilet auf grünen Bohnen, Möhrenstreifen gewürzt mit Ingwer, Knoblauch und karamellisierter Sojasauce. Serviert wird das Gericht mit knackig frischem Gemüse und dem würzigen Fisch im Reispott (7,40 Euro).

Die gut bestückte Speisekarte bietet auch zahlreiche vegetarische Gerichte wie den Buddha Burger. Das Gros der Preise bleibt zum Teil deutlich unter zehn Euro. Das exzellente Preis-Leistungsverhältnis dürfte ein Grund sein, warum der gemütliche Außenbereich im Sommer häufig bis auf den letzten Platz besetzt ist. Auch der Innenraum ist mit seinen Holzmöbeln und Dekorationen typisch asiatisch gestaltet, aber dunkel. Hier kann man ganz stilecht an kleinen Tischen auf dem Boden sitzen.

Umami Knaackstr. 16-18, Prenzlauer Berg, Tel. 288 60 626, Mo.-So. 12-23 Uhr