Mit der Schmach von 1978 können deutsche Fußballfans offenbar gut leben. Anders ist es nicht zu erklären, dass die Cordobar in Mitte stets bestens besucht ist. Benannt wurde die Bar nach dem einzigen WM-Sieg einer österreichischen Fußballnationalmannschaft gegen eine DFB-Elf in der argentinischen Stadt Córdoba. Die Jury Berliner Meisterköche wählte den gemütlichen Laden 2015 zum Szenerestaurant des Jahres. Man versteht sich aber zuallererst als Weinbar. Die Aufmerksamkeit gilt hier ganz klar den roten und weißen Reben, vorzugsweise aus Deutschland und Österreich. In das Weinbuch mit 180 Seiten, zusammengestellt von Willi Schlögl, Sommelier des Jahres 2014, können sich Liebhaber so intensiv vertiefen wie andere Gäste in ihr Handy.
Übersichtlich kommt die Speisekarte daher. Dafür lockt sie mit ausgefallenen kalten und warmen Snacks. Küchenchef Lukas Mraz zaubert ausgefallene kleine Gerichte mit Zutaten, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen. Unter den kulinarischen Experimenten finden sich zum Beispiel ein Pizza-Kissen mit Trüffelstracciatella, Saiblingskaviar und Mandelöl (vier Euro/Stück), Perlgraupen Kimchirisotto mit Miesmuscheln und Sahne (zehn Euro) oder Rippchen mit Kürbiskernen, Topinambur, geräuchertem Vanilledip (elf Euro).
Die gleichfalls originelle Blutwurstpizza mit roter Beete, Feta und Wasabi (acht Euro), dem scharfen japanischen Meerrettich, serviert man in der Cordobar in einem original Pizza-Karton aus Pappe mit der blutroten Aufschrift Blutwurst, ohne Teller, aber immerhin mit Besteck. Es schmeckt phantastisch, pikant und ungewöhnlich. Dazu wählen wir ein Glas Cool Moon aus dem Barrique-Fass. Der würzig-aromatische Pinot Gris von der Domaine Les Enfants Sauvages hat mit 7,50 Euro für 0,1 Liter allerdings seinen Preis. Bei den Getränken ist der freundliche und sehr fachkundige Service fix, beim Essen braucht der Gast allerdings Geduld.
Cordobar Große Hamburger Str. 32, Mitte, Tel. 27 58 12 15, Di.-Sbd. 18-2 Uhr
eli





