Das Toasthaus liegt im südlichen Bereich der Hermannstraße, zwischen einem türkischen Gemüsehandel, einem Geschäft für Wasserpfeifen und einem Elektro-An-und-Verkauf. Das kleine Restaurant wird seit vier Monaten vom vietnamesisch-türkischen Ehepaar Ly An Ngo und Ciya Sevis betrieben. Es hebt sich angenehm von der Masse der Neuköllner Döner- und Falafel-Buden ab.

Serviert werden türkische Toasts, in denen wahlweise Sucuklu (Knoblauchwurst), Pastirmali (Rinderschinken) oder Jambonlu (Putenbrust) stecken (2,90 bis 3,50 Euro). Dazu kommen die klassischen „Spezialsoßen“, ohne die viele türkische Snacks sicherlich halb so gut munden würden. Solche Toasts sind in Izmir oder Antalya ein typisches Strand-Essen. Restaurantbesitzer Sevis verkaufte sie in jüngeren Jahren selbst am Meer. In Deutschland ist diese Spezialität noch nahezu unbekannt.

Der Sucuklu Toast wird in sechs handlichen Happen mit scharfem Sambal Oelek und einer hausgemachten Joghurtsauce serviert. Als Beilage werden Oliven und eingelegter Weißkohl gereicht. Der Kohl schmeckt belanglos, man hätte durchaus auf ihn verzichten können. Der Toast aber mit den beiden Saucen ist rundum gelungen. Das Brot, das vom Cousin des Besitzers eigens für das Restaurant gebacken wird, ist innen weich und außen knusprig, der Käse mild, die Knoblauchwurst schön herzhaft. Dazu schmeckt der große gemischte Salat mit einer leichten Essig-Öl-Sauce.

Außer Toasts und Salat stehen auf der Speisekarte auch Omelett, Gözleme und Menemen, eine Art Ei-Pfanne mit frischen Tomaten und Paprika für 4,90 Euro. Punktabzüge gibt es für die karge Inneneinrichtung und die Dauerbeschallung durch einen Pop-Sender. Bei gutem Wetter kann man an einem Holztisch vor dem Ladenfenster sitzen. Gemütlich ist es dort nicht gerade, aber es macht Spaß, das pulsierende Neuköllner Treiben an sich vorbei ziehen zu lassen.

rai