Wer seinen Gästen zu den Feiertagen ein Glas Champagner oder Winzersekt anbietet, ist meist auf der sicheren Seite. Funkelnde Gläser und prickelnde Flüssigkeiten verbreiten festliche Stimmung und verleihen einer Tafel Glanz. Manch Gastgeber möchte jedoch ausgefallenere Arten eines Aperitifs bieten.
Eine köstliche Alternative sind Champagner- oder Sektcocktails, die in der Regel auch für Ungeübte leicht nachzumachen sind. Außerdem enthalten sie verhältnismäßig wenig Alkohol und sind deshalb ein idealer Aperitif. In ihrer einfachsten Variante füllt man ein wenig Sirup oder Aperitif-Essig in ein hohes schmales Glas und füllt es etwa im Verhältnis 1:5 mit Schaumwein auf.
„Luxus-Hugo” im Whiskeyglas
Derzeit ist aber auch Holunder sehr angesagt, man denke nur an den letzten Sommerhit „Hugo“. Die Nobel-Variante des Drinks schlägt Arnd Heißen vom „The Curtain Club“ im Hotel Ritz-Carlton am Potsdamer Platz vor: Der Barchef verrührt vorsichtig vier Teile des Holunderlikörs mit acht Teilen Champagner oder Crémant, gießt die Mischung über Eiswürfel und gibt noch einen Spritzer Soda dazu. Ganz wichtig: Der „Luxus-Hugo“ wird in einem Whiskyglas serviert.
Heißens nächster Tipp ist ebenfalls unkompliziert: Man beträufelt einzelne Zuckerwürfel vorsichtig mit Angostura, legt sie auf den Boden eines Sektglases und gibt noch einen kleinen Schuss Cognac dazu. Trifft Champagner auf diese Mischung, entsteht ein „unvergleichlich prickelndes“ Getränk, erklärt Heißen.
Deko mit Hibiskus-Blüten
„Eine persönliche Note bekommt ein Sekt-Cocktail durch einen selbst gemachten Likör“, sagt der Barchef, der für den Einsatz ungewöhnlicher Zutaten bekannt ist. Sein Tipp: 20 Teelöffel eines Tees eine Viertelstunde in einem Liter Wasser köcheln, bis die Blätter ihre Farbe verloren haben. Dann werden die Teeblätter mit einem Sieb abgefangen und weggeworfen. Von der Flüssigkeit sind jetzt noch etwa 700 Milliliter übrig, zu denen man 1,4 Kilo Zucker gibt. Das Ganze lässt man noch einmal kurz aufkochen, bevor 450 Milliliter Wodka den Sirup in einen Likör verwandeln. Prinzipiell ist jede Teesorte geeignet – allerdings sollte der Rohstoff von hochwertiger Qualität sein.
Bleibt nur noch die Frage, wie die prickelnden Cocktails auch optisch im Glas etwas hermachen. Arnd Heißen serviert sie am liebsten mit Hibiskus-Blüten, die in Sirup eingelegt wurden und ein leicht florales Aroma verströmen. Innerhalb weniger Minuten öffnen sich die dunkelroten Blüten im Glas – ein faszinierender Effekt. Die Blüten gibt’s im Internet (www.wild-hibiscus.de oder www.gourmondo.de), mit etwas Glück aber auch im Asia-Shop oder bei gut sortierten Weinhändlern. Heißen jedenfalls ist begeistert: „Ich finde, es ist eine sehr schöne Geste, einem Gast sein Glas wie eine Rose zu überreichen.“





