Das Mehl bedeckt wie unberührter Schnee die Arbeitsfläche, Streusel und Liebesperlen bilden mit dem Rezeptbuch ein anmutiges Stillleben, und aus dem Ofen zieht dieser einzigartige Duft durch das Heim – neben Vanillekipferl und Zimtsternen gehört auch das Knusperhäuschen aus Lebkuchenteig zum Advent. Gehen Sie unter die Bauherren, und gestalten Sie Ihr eigenes Häuschen. Herbert Heinig von der Bäckerei „Der Bäcker Mann“ rät: „Normaler Lebkuchenteig ist weich. Beim Hausbau hingegen sollte er hart sein, sonst halten die Wände nicht.“
Für die Dekoration sollten aus dem Lebkuchenteig auch Schornstein, Tannen und Figürchen ausgeschnitten und gebacken werden. Der Schornstein besteht aus zwei kleinen Rechtecken, die mit der Eiweißmasse zusammengeklebt und mit einer schmalen Seite auf dem Hausdach befestigt werden. Hübsches Detail: Kleben Sie etwas Watte oben auf den Schornstein. Die gebackenen, ausgekühlten Tannen bekommen einen grünen Anstrich. Dafür wird etwas Eiweißmasse mit Lebensmittelfarbe grün gefärbt und auf die Bäumchen gepinselt.
Sobald die Schicht getrocknet ist, kann punktuell etwas weiße Masse als Schnee darüber gegeben werden. Figuren oder einzelne Gummibärchen am Eingang befestigen. Die aus dem Hausgiebel ausgeschnittene Tür wird wie nach außen offen stehend an das Türloch geklebt. Bei der Dekoration können sich Kinder als kleine Dachdecker austoben: Mit Eiweißmasse wird das Dach mit vielen bunten Leckereien beklebt, darunter Gummibärchen, Smarties, Haribo- Mischung, Mandelhälften oder Geleekringel.
Nougathäppchen als Dachschindeln
„Eben alles, was Kinder gern wegnaschen“, sagt Bäcker Heinig. Wer es weniger bunt mag, wickelt „Nappos“, rautenförmige Nougathäppchen, in rotes Papier und befestigt sie wie Dachschindeln auf dem Dach. Auch vor dem Haus braucht es noch ein wenig winterliche Stimmung: Das Lebkuchen-Kunstwerk sollte auf einer festen Platte stehen. Sowohl ihre Oberfläche als auch der Eingang des Häuschens wirken wie mit Schnee bedeckt, wenn Kokosflocken ausgestreut werden.
Damit auch das Haus wirkt, als sei es von Schnee bedeckt, darüber etwas Puderzucker durch ein Sieb streuen. Damit der Watte-Schornstein auch weiter raucht, braucht es „Nachschub“: Zimtstangen werden zu kleinen Holzscheiten, wenn man sie kürzt und in eine Ecke der Vorderseite des Häuschens stapelt. Die Miniversion entsteht mit drei Butterkeksen: Einen Butterkeks hinlegen, Puderzucker-Eiweiß-Guss auf die jeweils langen Seiten geben, zwei Butterkekse mit den langen Seiten daraufkleben, sodass sie oben spitz zusammenlaufen. Trocknen lassen. Das Dach mit kleinem Naschwerk dekorieren. In ein Zellophantütchen legen, Kokosflocken darüberstreuen. Die Tüte mit einer festlichen Schleife verschließen. So ist das Häuschen ein Top-Mitbringsel.
Leckeres mit Bratapfel
Warm und wohlig wird es mit dem Bratapfel. Ursprünglich wurde er am Kamin zubereitet, heute setzt man einen ungeschälten Apfel – eine säuerliche Sorte wie Cox Orange oder Boskop – in eine Auflaufform und backt ihn etwa eine halbe Stunde bei 180 Grad, bis die Schale aufplatzt. Ursprünglich wird er nur mit Zimt und Zucker bestreut und ausgelöffelt.
Doch es gibt noch mehr köstliche Varianten, mit süßen und herzhaften Füllungen. Dafür oben abschneiden (als Deckel später draufsetzen), rund um den Strunk aushöhlen, den Boden stehen lassen. Die Füllung hineingeben und backen. Süßschnäbel geben Marzipan in den Apfel, wahlweise ergänzt mit Rosinen und Mandeln. Auch Schoko- Brotaufstrich, Marshmallows oder Erdnussbutter passen ideal, ebenso wie ein Mix aus weißer Schokolade, Mandeln und Cranberrys. Der Bratapfel versteht sich auch mit Pikantem prächtig.
Als Füllung Apfelwürfel mit gebratenem Schinken und Zwiebeln mischen oder Weißbrotwürfel mit Frühlingszwiebeln, Schinken, Crème fraîche und Gorgonzola. Oder: In einen in Flöckchen gezupften Camembert gebratene Bacon-Streifen rühren. Apfel füllen, backen. (Rezepte: www.kuechengoetter.de) Es geht auch kalorienarm: In den Apfel einen Dominostein setzen, backen und mit fettarmem Vanillepudding servieren.
Gutes aus Marzipan
Marzipanfans schwören auf das Angebot von „Cemilzade Confiserie Orientale“ in Mitte (Linienstr. 113). Es ist die einzige europäische Dependance der Istanbuler Süßwaren-Institution „Confiserie Cemilzade“, die Udi Cemil Bey mit 16 Jahren im Jahr 1883 eröffnete. Er nahm beste Zutaten, viele Mandeln und nur wenig Zucker und stellte handgefertigtes Marzipan her. „Die meisten Berliner kennen nur Döner und Baklava, doch kaum einer weiß um die Kunst des feinen Istanbuler Marzipans“, sagt die Besitzerin des Berliner „Ablegers“, Sevgi Gürez. Die süßen Happen werden nun in vierter Generation nach dem traditionellen Familienrezept hergestellt und nach Berlin geschickt.
Wer mit einer eigenen Kreation auftrumpfen möchte, backt Nuss-Marzipantaler: 150 g Mehl und ½ gestrichener TL Backpulver mischen. 75 g Zucker, 1 Pck. Vanillezucker und 2 EL Wasser dazugeben. 125 g kalte Butter in kleine Stücke schneiden, auf den Teig geben und mit 150 g gemahlenen Haselnüssen zu einem glatten Teig verkneten. Eine halbe Stunde kalt stellen, ausrollen (2 mm), runde Plätzchen ausstechen und backen (175–200 Grad, Backzeit: 8–10 Min.).
250 g Marzipan-Rohmasse gut mit 150 g gesiebtem Puderzucker verkneten, dünn auf Puderzucker ausrollen und Plättchen in der gleichen Größe ausstechen. Die Kekse nach dem Abkühlen dünn mit rotem Gelee oder roter Marmelade bestreichen und mit Marzipanplättchen belegen. Für den Guss 100 g gesiebten Puderzucker mit 2 EL Rum oder Zitronensaft glatt rühren, Marzipandecke damit bestreichen und mit gehackten Nüssen oder Streuseln bestreuen.
Spekulatius
Sie haben dieses karamellige Wohlfühlaroma, das sofort für Weihnachtsstimmung sorgt: Spekulatius. Tiramisu bekommt einen festlichen Touch, wenn statt der üblichen Löffelbiskuits die gewürzten Kekse verwendet werden. Die schnelle Variante des italienischen Desserts: 200 g Sahne steif schlagen, mit etwas Puderzucker süßen. Spekulatius-Kekse in einen Gefrierbeutel legen, mit einer Küchenrolle darüberfahren, um die Kekse zu zerbröseln. In Tassen Schicht für Schicht Sahne und Keksbrösel füllen, mit den Keksen enden.
Fruchtig wird ein Spekulatius-Dessert so: 200 g Sahne steif schlagen, 250 g Mascarpone und 250 g Quark, 100 g Zucker und 1 Päckchen Vanillezucker verrühren und unter die geschlagene Sahne heben. In einer Auflaufform die Hälfte der Creme verteilen, darauf 200 g Spekulatius legen, darüber 400 g TK-Beeren geben. Rest der Creme auf den Beeren verteilen und das Dessert fünf Stunden kühl stellen. Vor dem Servieren mit Kakao und Zimt bestreuen.
Lebkuchen
Überraschen Sie Ihre Gäste mit einer Lebkuchensoße zum Schweinebraten: 6 Backpflaumen entsteinen und mindestens 6 Stunden in Weinbrand einweichen. In das ausgelöste Kotelettstück (600 g) längs zwei tiefe Einschnitte machen. Abgetropfte Pflaumen hineinfüllen und zu einem Rollbraten formen. Fest mit Zwirn umwickeln. Mit Salz, Pfeffer, Koriander und ein paar Tropfen Angostura rundherum einreiben. 4 EL Butterschmalz in einem Bräter erhitzen. Fleisch bei starker Hitze anbraten.
1 TL Rinderbrühe in 125 ml Wasser auflösen. Temperatur reduzieren, nach und nach 250 ml Wein und die Brühe zufügen. Bei mittlerer Hitze ca. 50–60 Minuten schmoren. 3 EL fein zerbröselte Lebkuchen in den Bratfond geben und unter Rühren bei starker Hitze einkochen. 1 TL Speisestärke mit kaltem Wasser glatt rühren, Soße unter kurzem Aufkochen binden.
Essbarer Glühwein
„Beschwipster Gewürz-Gugelhupf“: 200 g weiche Butter oder Margarine in eine Schüssel geben. 1 TL Lebkuchengewürz, 2 TL Orangenschalen-Aroma, 200 g Zucker, 4 Eier vermischen, je 125 g feine Speisestärke und Mehl, je 2 TL Backpulver und Kakao daraufgeben. Mit dem Handrührgerät auf der höchsten Stufe gut verrühren. 50 g gewürfeltes Orangeat und 100 g grob gehackte Schokolade unter den Teig mischen. Teig in gefettete Gugelhupfform geben und bei 175 bis 200 Grad 60 Minuten backen. Abkühlen lassen, 125 ml Glühwein heiß darübergießen, durchziehen lassen und mit einem Guss aus 200 g Puderzucker und 2 El Rotwein überziehen.
Dominosteine
Bieten Sie bei einem adventlichen Menü doch mal pikante Dominosteine als Amuse bouche: Für das Portweingelee 2 Blätter rote Gelatine in etwas kaltem Wasser einweichen. 200 ml Portwein in einem kleinen Topf erwärmen, darin die ausgedrückte Gelatine auflösen. Die Flüssigkeit in eine flache Schale gießen, sodass sie etwa einen halben Zentimeter darin steht. Kalt stellen. 1 Scheibe Kürbiskern- oder Nussbrot mit 1 EL Meerrettich-Frischkäse dünn bestreichen.
Das erkaltete Gelee auf die Größe der Brotscheibe schneiden und auf den Frischkäse legen. Noch eine Scheibe Brot mit 50 g Leberwurst bestreichen und mit der Wurstseite auf das Gelee legen. Die Rinde des Brotes gleichmäßig abschneiden. Das gestapelte Brot in Frischhaltefolie einwickeln und kalt stellen. 100 g Schokolade (90 % Kakaoanteil) hacken und in Mikrowelle oder Wasserbad schmelzen. Mit einem Thermometer kontrollieren, denn die Masse darf nicht wärmer als 30 Grad sein. In die warme Schokolade 1 TL Kokosfett (oder Butterschmalz) rühren, bis es sich aufgelöst hat. Brot auswickeln und in gleichmäßig große Würfel schneiden. Diese mit der Schokolade rundum bepinseln, kühl stellen, bis die Schokolade fest geworden ist. (Rezept: www.chefkoch.de)





